Eine belegte Wirkung hat Hopfen nicht: Als Arzneimittel sind die Hopfenzapfen in der EU nur traditionell registriert, also allein auf Basis langer Anwendung und ohne Wirksamkeitsnachweis. Studien gibt es fast nur zu Kombinationen mit Baldrian: In der größten mit 184 Erwachsenen (2005) zeigte das Schlaflabor keinen Unterschied zu Placebo, im Schlaftagebuch gab es nur kleine Verbesserungen. Außerdem enthält Hopfen 8-Prenylnaringenin, einen Pflanzenstoff, der im Labor wie ein Östrogen wirkt. Stand: Oktober 2026.
Hopfen ist eine Kletterpflanze. Verwendet werden die getrockneten Zapfen, vor allem zum Bierbrauen: wegen der Bitterstoffe und weil sie das Bier haltbarer machen.
Als Tee, Extrakt oder Kapsel wird Hopfen vor allem für den Abend und zum Einschlafen angeboten, oft zusammen mit Baldrian, Passionsblume oder Zitronenmelisse.
Als Arzneimittel ist Hopfen in der EU nur traditionell registriert: bei leichten Stresssymptomen und zum Einschlafen. Das heißt: Die Registrierung beruht auf langer Anwendung, nicht auf belegter Wirksamkeit.
Im Bier steckt nur wenig von den Hopfenstoffen. Ein Teil wird beim Brauen umgewandelt. Viele Biere werden heute mit Hopfenextrakt gebraut, der wenig oder kein 8-Prenylnaringenin enthält.
| Stoff | Gehalt im Bier | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Isoxanthohumol | 0,5 mg pro Liter (Lager, Pils) bis 4 mg pro Liter (Starkbier) | Das wichtigste Hopfen-Flavonoid im Bier. Der Gehalt hängt stark vom Brauen ab. |
| 8-Prenylnaringenin (Pflanzenöstrogen) | bis zu 0,1 mg pro Liter | Die gesamte östrogenartige Aktivität im Bier liegt laut EMA 500- bis 1.000-fach unter der Menge, die schädlich wirken könnte. |
| Xanthohumol | kaum, wird beim Brauen größtenteils zu Isoxanthohumol | Im Hopfen selbst 0,1 bis 1 % der Trockenmasse. |
Werte aus dem Bewertungsbericht der EMA zu Hopfenzapfen (Revision 1, 2014), dort aus Studien zitiert.
Bier ist trotzdem kein Weg zu Hopfen: Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sieht keine unbedenkliche Menge Alkohol und rät, auf alkoholische Getränke zu verzichten. Zu alkoholfreiem Bier und Schlaf gibt es nur eine kleine Studie, siehe Forschung.
Hopfentee wird aus den getrockneten Zapfen aufgegossen. In Deutschland gibt es Hopfenzapfen auch als Arzneitee mit Standardzulassung und als Teil von Beruhigungstee-Mischungen.
Für Hopfen in Nahrungsergänzungsmitteln gibt es in Deutschland keine amtliche Tagesmenge und keine Höchstmenge.
Die EMA-Monographie legt Zubereitungen und Mengen nur für registrierte Arzneimittel fest. Für Kapseln als Nahrungsergänzung gelten sie nicht, und sie sind kein Rat zur Einnahme.
Für das Pflanzenöstrogen 8-Prenylnaringenin hatte Belgien in Nahrungsergänzungsmitteln eine Obergrenze von 400 µg am Tag festgelegt, so der EMA-Bericht von 2014. Eine deutsche Grenze für diesen Stoff gibt es nicht.
Die Stoffliste von Bund und Ländern führt Hopfenzapfen als Lebensmittel, als Arzneistoff und als traditionelles Arzneimittel. Sie empfiehlt, die Verwendung in Lebensmitteln zu beschränken, nennt aber keine Zahl. Die Liste ist eine Orientierungshilfe für Behörden, kein Gesetz.
Hast du Beschwerden mit einem Präparat, frag in der Praxis oder Apotheke.
| Medikament oder Stoff | Gut zu wissen |
|---|---|
| Schlaf- und Beruhigungsmittel | Hopfen könnte die Müdigkeit verstärken. Das hält die EMA für theoretisch möglich, untersucht ist es nicht. Nur nach Rücksprache mit deiner Praxis. |
| Alkohol | Auch hier hält die EMA stärkere Müdigkeit für möglich. Manche Hopfen-Tinkturen enthalten selbst Alkohol. |
| Hormonpräparate und Hormonbehandlungen (zum Beispiel Pille, Hormonersatz, Behandlung bei Brustkrebs) | Studien fehlen. Wegen des Pflanzenöstrogens 8-Prenylnaringenin vorher ärztlich abklären. |
| Medikamente allgemein | Die EMA-Monographie nennt keine berichteten Wechselwirkungen. Gründlich untersucht ist das laut EMA aber nicht. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Apotheke.
Die EMA rät in Schwangerschaft und Stillzeit von Hopfen-Arzneimitteln ab, weil Daten zur Sicherheit fehlen. Auch Daten über die Fruchtbarkeit fehlen. Alkoholhaltige Hopfen-Zubereitungen solltest du in der Schwangerschaft meiden.
Für Kinder unter 12 Jahren empfiehlt die EMA Hopfen-Arzneimittel nicht, weil Daten fehlen. Präparate in dieser Zeit und für Kinder nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
| Thema | Was gilt |
|---|---|
| Arzneimittel (Hopfen allein) | EU-Monographie der EMA (2014): traditionelles pflanzliches Arzneimittel bei leichten Stresssymptomen und zum Einschlafen, allein auf Basis langer Anwendung. Bei der Überprüfung 2025 sah die EMA keinen Grund für eine Änderung. |
| Gegenstimmen | 2 Mitglieder des EMA-Ausschusses stimmten 2014 dagegen: Unklar sei, bis zu welcher Menge Hopfenextrakte nicht östrogenartig wirken. |
| Arzneimittel (Baldrian und Hopfen) | EU-Monographie (2019): Bestimmte feste Kombinationen sind als Arzneimittel mit „gut belegter Anwendung“ eingestuft (Anwendungsgebiet: Schlafstörungen), andere nur als traditionelle. Ob Hopfen dabei etwas beiträgt, ist laut EMA nicht bekannt. |
| Lebensmittel | Hopfenzapfen sind ein Lebensmittel, etwa im Bier. Die Stoffliste von Bund und Ländern führt sie als Lebensmittel und empfiehlt, die Verwendung zu beschränken. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Angaben zu Pflanzen stehen bei der EU „on hold“. Eine Angabe zu Hopfen-Tabletten mit 8-Prenylnaringenin zur Brustvergrößerung hat die EU 2010 nicht zugelassen. |
Ob ein Produkt Arzneimittel oder Nahrungsergänzung ist, entscheiden Behörden im Einzelfall. Als Lebensmittel darf Hopfen nicht mit Krankheiten wie Schlafstörungen beworben werden.
Zu Hopfen allein gibt es kaum Studien am Menschen. Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Mehr zum Schlafhormon liest du unter Melatonin, zu einem anderen Pflanzenöstrogen unter Rotklee.
Die einzige Studie zu Hopfen allein und Schlaf, die die EMA fand, nutzte alkoholfreies Bier: 17 Krankenschwestern im Schichtdienst tranken 14 Tage lang abends ein Glas. Sie schliefen laut Bewegungsmesser schneller ein. Die EMA wertet das nur als Einzelbeobachtung, weil unklar ist, wie viel Hopfen im Bier war.
In der größten Studie (2005) bekamen 184 Erwachsene mit leichten Schlafproblemen 28 Tage lang Baldrian-Hopfen-Tabletten, ein Schlafmittel oder Placebo. Im Schlaftagebuch gab es kleine Verbesserungen, im Vergleich zu Placebo waren nur wenige deutlich. Im Schlaflabor zeigte sich kein Unterschied.
In einer Pilotstudie (2017) nahmen 36 junge Erwachsene je 4 Wochen Hopfenextrakt und Placebo. Mit Hopfen lagen die Fragebogen-Werte zu Angst, Stress und gedrückter Stimmung niedriger. Die EMA bemängelt, dass die Stärke des Extrakts nicht angegeben war, und die Gruppe war klein.
In einer Studie mit 67 Frauen in den Wechseljahren (2006) bekamen die Teilnehmerinnen 12 Wochen lang einen Hopfenextrakt mit 8-Prenylnaringenin oder Placebo. Nach 6 Wochen lagen die Beschwerde-Werte mit der niedrigeren Menge besser als mit Placebo, nach 12 Wochen nicht mehr. Die höhere Menge schnitt schlechter ab als die niedrigere.
Belegt ist das nicht. Bier enthält nur wenig Hopfenstoffe, und die EMA fand nur die kleine Studie mit alkoholfreiem Bier. Alkohol selbst ist für die Deutsche Gesellschaft für Ernährung in keiner Menge unbedenklich.
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
Eine belegte Wirkung gibt es nicht, die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. Als Arzneimittel ist Hopfen nur traditionell registriert – bei leichten Stresssymptomen und zum Einschlafen, auf Basis langer Anwendung.
Laut EMA können Hopfen-Arzneimittel die Fahrtüchtigkeit beeinträchtigen. Ob Hopfen allein beim Schlafen etwas bringt, ist kaum untersucht – Studien gibt es fast nur zu Kombinationen mit Baldrian.
In der größten Studie mit 184 Erwachsenen (2005) gab es kleine Verbesserungen im Schlaftagebuch, im Schlaflabor aber keinen Unterschied zu Placebo. Ob Hopfen in solchen Mischungen etwas beiträgt, ist laut EMA nicht bekannt.
Hopfen enthält 8-Prenylnaringenin, das im Labor wie ein Östrogen wirkt. Wie sich längere Einnahme bei hormonabhängigen Erkrankungen auswirkt, ist laut EMA nicht bekannt – sprich das vorher ärztlich ab.
Belegt ist das nicht. Bier enthält nur wenig Hopfenstoffe, laut EMA zum Beispiel höchstens 0,1 mg 8-Prenylnaringenin pro Liter.
Die EMA rät in Schwangerschaft und Stillzeit von Hopfen-Arzneimitteln ab, weil Daten zur Sicherheit fehlen. Frag vor jedem Präparat Ärztin, Arzt oder Hebamme.
Für Nahrungsergänzungsmittel gibt es in Deutschland keine amtliche Tagesmenge. Registrierte Arzneimittel nennen Menge und Dauer in der Packungsbeilage; halten Beschwerden länger als 2 Wochen an, geh in die Praxis.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.