Eine belegte Wirkung von Magnolienrinden-Extrakt und seinen Hauptstoffen Honokiol und Magnolol gibt es nicht: Zu Stress und Schlaf fanden wir nur wenige kleine Studien, meist mit Mischungen, etwa eine, die 26 Frauen beendeten. Zugelassen ist der Extrakt in der EU seit 2011 nur als Zutat für Kaugummi und Pfefferminz, mit höchstens 0,2 % zur Atemerfrischung. Für Kapseln und andere Nahrungsergänzungsmittel gibt es keine Zulassung. Stand: Oktober 2026.
Magnolia officinalis ist ein Baum aus China. Seine getrocknete Rinde heißt in der traditionellen chinesischen Medizin Hou Po. Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind Honokiol und Magnolol, zwei eng verwandte Stoffe aus der Gruppe der Neolignane.
Der in der EU zugelassene Extrakt wird mit überkritischem Kohlendioxid aus der Rinde gewonnen und danach gereinigt. Er besteht zu mindestens 94 % aus Magnolol und Honokiol, mit deutlich mehr Magnolol als Honokiol.
In Nahrungsergänzungsmitteln aus dem Netz wird Magnolienrinde vor allem mit Versprechen zu Schlaf und Stress beworben, oft zusammen mit anderen Pflanzen. Eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht. Ähnliche Versprechen prüfen wir bei Passionsblume und Baldrian.
Lebensmittel, die vor dem 15. Mai 1997 in der EU nicht in nennenswertem Umfang gegessen wurden, gelten als neuartig. Sie brauchen vor dem Verkauf eine Zulassung. Für Magnolienrinden-Extrakt gibt es eine, aber mit engen Grenzen.
| Wo | Was gilt |
|---|---|
| EU-Liste zugelassener neuartiger Lebensmittel | Magnolienrindenextrakt ist zugelassen, aber nur für Kaugummi und Pfefferminz-Süßwaren, mit höchstens 0,2 % zur Atemerfrischung. Auf der Packung muss „Magnolienrindenextrakt“ stehen. |
| Wie es dazu kam | Ein Kaugummi-Hersteller beantragte die Zulassung 2009 im Vereinigten Königreich. Weil kein EU-Land begründete Einwände erhob, erlaubte die britische Behörde im Oktober 2011 den Verkauf in der ganzen EU. Deutschland und Frankreich hatten vorher unter anderem nach Daten zu Kindern und Jugendlichen gefragt und um niedrigere Werte für den Begleitstoff Methyleugenol gebeten. |
| Extrakt in Kapseln oder Pulver | Für Nahrungsergänzungsmittel mit Magnolienrinden-Extrakt gibt es keine Zulassung. |
| Rinde als Pflanzenteil | Die Stoffliste von Bund und Ländern führt die Rinde in Nahrungsergänzungsmitteln als nicht neuartig. Sie steht dort aber in Liste C, also bei Stoffen, deren Verwendung möglicherweise gesundheitsschädlich ist. Für den Extrakt verweist die Liste auf die Zulassung mit Verwendungsbeschränkungen. Im EU-Katalog für neuartige Lebensmittel gibt es keinen Eintrag zur Pflanze. |
| EU-Schnellwarnsystem RASFF | Keine Meldung zu Magnolie, Honokiol oder Magnolol (Suche im Oktober 2026). |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. |
Für dich heißt das: Kaugummi und Pfefferminz mit Magnolienrinden-Extrakt sind in den zugelassenen kleinen Mengen erlaubt. Kapseln mit Magnolienrinden-Extrakt, die mit Schlaf oder Stress beworben werden, hat die EU nicht zugelassen, und Produkte aus dem Netz hat keine Behörde auf Gehalt und Reinheit geprüft.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Die meisten Arbeiten zu Honokiol und Magnolol sind Labor- und Tierversuche.
Im Labor verstärkten Honokiol und Magnolol die Signale des Botenstoffs GABA an Rezeptoren im Gehirn, an denen auch manche Beruhigungs- und Schlafmittel ansetzen (2012). Die Forschenden erwarten deshalb neben beruhigenden Effekten auch Nebenwirkungen und Wechselwirkungen. Studien, die das am Menschen prüfen, fehlen weitgehend.
In einer Studie (2008) nahmen 40 Frauen 6 Wochen lang eine Mischung aus Magnolienrinde und Rinde des Amur-Korkbaums oder ein Scheinmittel, 26 beendeten die Studie. Beim Fragebogen zur momentanen Anspannung schnitt die Mischung besser ab. Bei länger bestehender Ängstlichkeit, Schlaf, Cortisol im Speichel und Appetit gab es keinen Unterschied.
Eine italienische Studie (2006) mit 89 Frauen in den Wechseljahren verglich 24 Wochen lang eine Tablette mit Soja-Isoflavonen, Milchsäurebakterien, Magnolienrinden-Extrakt, Magnesium, Calcium und Vitamin D mit einer Tablette nur aus Calcium und Vitamin D. Schlafprobleme und Stimmungstiefs gingen mit der Mischung stärker zurück. Welchen Anteil die Magnolie daran hatte, lässt sich nicht sagen.
In einer Studie (2011) kauten 120 Erwachsene mit hohem Kariesrisiko 30 Tage lang Kaugummi mit Magnolienrinden-Extrakt, einen anderen Kaugummi oder einen ohne Zusatz. Mit Magnolie waren bestimmte Kariesbakterien im Speichel, die Säurebildung im Zahnbelag und Zahnfleischbluten geringer als in den Vergleichsgruppen. Zugelassen ist der Extrakt in Kaugummi trotzdem nur zur Atemerfrischung.
Eine Übersicht (2025) fand Daten zu Herz und Gefäßen nur aus Tier- und Laborversuchen. Ob und wie viel Honokiol und Magnolol aus Extrakten beim Menschen ins Blut gelangen, ist laut Übersicht nicht untersucht. Eine Empfehlung für eine sichere Menge gibt es nicht.
Studien zu Wechselwirkungen am Menschen gibt es nicht. Die Tabelle zeigt, wo Vorsicht naheliegt.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Schlaf- und Beruhigungsmittel, zum Beispiel Benzodiazepine | Honokiol und Magnolol setzen im Labor an denselben GABA-Rezeptoren an. Eine Verstärkung ist denkbar, aber nicht untersucht. Nur nach Rücksprache mit deiner Praxis. |
| Medikamente, die den Herzrhythmus beeinflussen | Im Labor blockierten Honokiol und Magnolol einen Kaliumkanal des Herzens. Zusammen mit Mitteln, die das ebenfalls tun, ist ein Risiko denkbar. Frag in deiner Praxis. |
| Andere Medikamente | Honokiol und Magnolol werden im Körper wie viele Pflanzenstoffe chemisch umgebaut und ausgeschieden. Laut Übersicht (2018) lassen sich Wechselwirkungen nicht ausschließen. Frag in deiner Apotheke. |
Nimmst du Medikamente, sprich vor einem Präparat mit Magnolienrinde mit deiner Praxis oder Apotheke.
Belegt ist keine. Honokiol setzt im Labor an Rezeptoren im Gehirn an, an denen auch manche Beruhigungsmittel ansetzen. Studien am Menschen gibt es kaum, und die wenigen testeten Mischungen.
Eine belegte Wirkung gibt es nicht. Zu Stress und Schlaf gibt es nur wenige kleine Studien, meist mit Mischungen aus mehreren Pflanzen oder Stoffen.
Nur in Kaugummi und Pfefferminz, mit höchstens 0,2 % zur Atemerfrischung. Für Kapseln und andere Nahrungsergänzungsmittel gibt es in der EU keine Zulassung.
Möglich, denn Honokiol und Magnolol setzen im Labor an denselben Rezeptoren an wie manche Schlafmittel. Aussagekräftige Schlafstudien am Menschen gibt es nicht.
Studien mit konzentriertem Extrakt fanden bisher keine schweren Nebenwirkungen. Offen sind Wechselwirkungen mit Medikamenten, Effekte auf das Herz und die Sicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit.
Beide sind eng verwandte Stoffe aus der Magnolienrinde. Im zugelassenen Extrakt steckt deutlich mehr Magnolol als Honokiol.
Nicht ohne ärztlichen Rat. Eine Verstärkung ist denkbar, untersucht ist sie am Menschen nicht.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.