L-Threonin ist eine essenzielle Aminosäure. Dein Körper kann sie nicht selbst bilden, du nimmst sie mit Eiweiß aus dem Essen auf. Hier steht, wie viel du brauchst und was über Präparate bekannt ist.
L-Threonin ist einer der neun Eiweißbausteine, die der Körper nicht selbst bilden kann. Darum heißt es essenziell. Praktisch alle Eiweiße im Körper enthalten Threonin.
Was nicht verbaut wird, baut der Körper ab. Ein kleiner Teil wird dabei zu Glycin. „Threonin“ und „L-Threonin“ meinen im Alltag dasselbe: Die L-Form ist die, die in Eiweiß vorkommt.
Threonin steckt in jedem Lebensmittel mit Eiweiß. Laut VKM liefern 100 g Eiweiß etwa 4 g Threonin. Wer genug Eiweiß isst, bekommt also auch genug Threonin.
| Lebensmittel | g pro 100 g | g pro Portion |
|---|---|---|
| Sojabohnen, getrocknet | 1,77 | 1,06 (60 g roh) |
| Parmesan | 1,32 | 0,26 (2 EL gerieben, 20 g) |
| Hanfsamen, geschält | 1,27 | 0,25 (2 EL, 20 g) |
| Thunfisch (Gelbflosse) | 1,02 | 1,27 (1 Steak, 125 g) |
| Hähnchenbrust | 1,01 | 1,26 (125 g) |
| Kürbiskerne | 1 | 0,3 (Handvoll, 30 g) |
| Linsen, getrocknet | 0,88 | 0,53 (60 g roh) |
| Erdnüsse | 0,88 | 0,26 (Handvoll, 30 g) |
| Lachs (Zucht) | 0,86 | 1,08 (1 Filet, 125 g) |
| Feta | 0,64 | 0,32 (50 g) |
| Mandeln | 0,6 | 0,18 (Handvoll, 30 g) |
| Hühnerei | 0,56 | 0,67 (2 Eier, 120 g) |
| Hüttenkäse | 0,47 | 0,47 (½ Becher, 100 g) |
| Tofu | 0,4 | 0,4 (100 g) |
| Haferflocken | 0,38 | 0,19 (50 g) |
Werte: USDA FoodData Central (SR Legacy), roh bzw. getrocknet, gerundet.
Ideen aus der Küche: Linsen-Feta-Salat mit Minze, Wildlachs auf Linsen-Spinat-Bett, Grüne Shakshuka mit Feta oder ein Hüttenkäse-Spinat-Omelett.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat 2007 zusammen mit FAO und UNU den Bedarf für Erwachsene festgelegt: 15 mg Threonin pro kg Körpergewicht am Tag. Bei 70 kg sind das rund 1.050 mg, bei 60 kg rund 900 mg.
In den USA nehmen Menschen laut VKM im Schnitt etwa 3 g am Tag auf – deutlich mehr als der Bedarf. Wenn du die Eiweiß-Empfehlung erreichst, ist Threonin abgedeckt. Mehr zu Eiweißbausteinen findest du bei den essenziellen Aminosäuren.
Eine EU-Höchstmenge oder einen BfR-Wert für L-Threonin gibt es nicht. Die norwegische Behörde VKM hat 2017 Mengen von 1.000 bis 2.400 mg am Tag aus Präparaten bewertet: für Erwachsene und Kinder ab 10 Jahren unbedenklich. Kinder unter 10 hat sie nicht bewertet.
Als Vergleichswert nutzte die VKM 7,5 g am Tag. Diese Menge vertrugen Menschen in einer Studie über acht Wochen ohne Nebenwirkungen. Studien über Jahre an Gesunden fand sie nicht.
Laut VKM gehört Threonin zu den Aminosäuren mit dem geringsten Risiko. In Studien mit 4,5 bis 7,5 g am Tag über zwei bis acht Wochen traten nur einzelne Fälle von Verdauungsbeschwerden und Durchfall auf. In einer kleinen Studie über ein Jahr berichteten einige über Übelkeit oder Schwindel.
Aus Tierversuchen gibt es Hinweise, dass sehr viel Threonin bei jungen Tieren den Eiweißaufbau in wachsendem Gewebe stören kann. Zu Menschen gibt es dazu keine Daten.
Bei Nieren- oder Lebererkrankungen und bei ärztlich verordneter Eiweißbeschränkung nimm Aminosäuren nur nach Rücksprache mit deiner Praxis.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Mittel bei Spastik (zum Beispiel Baclofen) | In einer Studie nahmen manche Teilnehmende L-Threonin zusätzlich zu Baclofen. Wechselwirkungen wurden dabei nicht untersucht. Nur nach ärztlicher Absprache kombinieren. |
| Alle anderen Medikamente | Die VKM fand keine Angaben zu Wechselwirkungen. Fehlende Daten heißen nicht, dass es keine gibt. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Apotheke oder Praxis.
Studien mit Threonin-Präparaten an Schwangeren, Stillenden, Kindern oder älteren Menschen gibt es laut VKM nicht. Threonin aus dem Essen ist kein Problem.
Präparate in Schwangerschaft und Stillzeit sowie für Kinder unter 10 Jahren nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
Zu L-Threonin als Präparat gibt es wenige Studien am Menschen. Die meisten sind über 30 Jahre alt. Hier steht, was untersucht wurde – ohne Versprechen.
Forschende vermuteten, dass Threonin im Rückenmark zu mehr Glycin führt. Drei kleine Studien (1991 bis 1993) mit 18 bis 33 Menschen mit Spastik, etwa bei Multipler Sklerose, gaben 4,5 bis 7,5 g am Tag über zwei bis acht Wochen. Bei der ärztlichen Untersuchung war die Muskelspannung etwas geringer als mit Placebo. Die Teilnehmenden selbst bemerkten kaum einen Unterschied. Glycin im Nervenwasser stieg nicht.
Eine Studie (1996) mit 95 Menschen mit ALS verglich sechs Monate lang L-Threonin, andere Aminosäuren und Placebo. Es zeigte sich kein Nutzen. In der Threonin-Gruppe nahm die Lungenfunktion schneller ab – vielleicht Zufall, ein Schaden ließ sich aber nicht ausschließen. Eine Cochrane-Übersicht (2003) fand ebenfalls keinen Nutzen.
Ein Hersteller beantragte eine Angabe für eine Mischung aus Threonin, weiteren Aminosäuren und Chrom. Die EFSA lehnte 2014 ab: Ein Nutzen für die Zielgruppe sei nicht belegt.
Threonin ist ein Baustein von Muzinen, den Schleimstoffen der Schleimhäute. Die Studien dazu stammen fast nur aus der Tierhaltung, etwa mit Ferkeln. Gute Studien am Menschen mit Präparaten gibt es nicht.
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
L-Threonin ist eine essenzielle Aminosäure, also ein Eiweißbaustein, den der Körper nicht selbst bilden kann. Du nimmst es mit Eiweiß aus dem Essen auf.
Im Alltag ja. Die L-Form ist die, die in Eiweiß aus Lebensmitteln vorkommt und auf Präparaten steht.
Die WHO nennt für Erwachsene 15 mg pro kg Körpergewicht, bei 70 kg also rund 1 g am Tag. Mit normalem Essen nehmen viele Menschen deutlich mehr auf. Für Präparate hält die norwegische Behörde VKM bis 2.400 mg am Tag für unbedenklich.
Eine amtliche Empfehlung zur Tageszeit gibt es nicht. In den Spastik-Studien wurde es über den Tag verteilt gegeben – das ist eine Studienbedingung, kein Rat.
Aus dem Essen nicht. In Studien mit hohen Mengen traten nur einzelne Fälle von Verdauungsbeschwerden, Durchfall, Übelkeit oder Schwindel auf. Daten über Jahre fehlen.
Sojabohnen, Parmesan, Hanfsamen, Thunfisch, Hähnchen, Kürbiskerne, Linsen, Lachs, Feta und Eier. Die Tabelle oben zeigt die Werte pro Portion.
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