Eine belegte Wirkung hat Astaxanthin nicht: Die EU hat alle 15 beantragten Gesundheitsangaben abgelehnt, etwa zu Haut, Augen und Gelenken. Erlaubt ist in Nahrungsergänzungsmitteln ein Extrakt aus der Blutregenalge, für alle über 14 Jahre mit höchstens 8 mg Astaxanthin am Tag, für Kinder weniger. Der rote Farbstoff steckt auch in Lachs, Forelle und Krebstieren. Stand: Oktober 2026.
Astaxanthin ist ein roter Farbstoff aus der Gruppe der Carotinoide, wie Lutein und Beta-Carotin. Laut EFSA kommt er natürlich in Plankton, Krebstieren und Fischen vor.
Für Präparate wird Astaxanthin meist aus der Mikroalge Haematococcus pluvialis gewonnen, der Blutregenalge. Die Algen werden getrocknet, dann wird ein öliger Extrakt gewonnen, das Oleoresin. Mit Öl verdünnt, wird es auf einen festen Gehalt eingestellt.
Astaxanthin lässt sich auch synthetisch herstellen. Die EFSA hat synthetisches Astaxanthin als Zusatz für Fischfutter bewertet. In der EU-Liste der zugelassenen neuartigen Lebensmittel steht es nicht.
Mit dem Essen kommt Astaxanthin vor allem aus Lachs, Forelle und Krebstieren wie Garnelen. Wildlachs nimmt es mit seiner Beute auf, Zuchtlachs über das Futter.
Im Futter für Lachs und Forelle hält die EFSA bis 100 mg Astaxanthin je kg für sicher, für die Fische und für die Menschen, die den Fisch essen. Der Farbstoff sorgt für das rosa Fischfleisch.
Die EFSA hat 2020 geschätzt, wie viel Astaxanthin über Fisch und Krebstiere zusammenkommt: Erwachsene, die viel davon essen, nehmen bis etwa 0,06 mg je kg Körpergewicht am Tag auf. Bei 70 kg sind das rund 4 mg.
Ideen aus der Küche: Zitronen-Lachs vom Blech mit grünem Spargel, Lachs mit Zitronen-Dill-Soße oder eine Garnelen-Avocado-Bowl. Mehr zu Wildlachs steht im Lexikon.
| Punkt | Regelung |
|---|---|
| Zugelassen | „Astaxanthinreiches Oleoresin aus der Alge Haematococcus pluvialis“, nur in Nahrungsergänzungsmitteln (EU-Liste der zugelassenen neuartigen Lebensmittel). |
| Über 14 Jahre | höchstens 8 mg Astaxanthin am Tag |
| 10 bis 14 Jahre | höchstens 5,7 mg Astaxanthin am Tag |
| 3 bis 10 Jahre | höchstens 2,3 mg Astaxanthin am Tag |
| Säuglinge und Kleinkinder | Ausgenommen: Präparate für diese Gruppe sind nicht erlaubt. |
| Pflichthinweis | Nicht verzehren, wenn am selben Tag ein anderes Präparat mit Astaxanthin-Estern genommen wird. Dazu je nach Produkt: nicht für Kinder unter 3, unter 10 oder unter 14 Jahren. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. |
Grundlage ist ein Gutachten der EFSA von 2020 mit einem ADI von 0,2 mg je kg Körpergewicht. Der ADI ist die Menge, die ein Mensch nach heutigem Wissen lebenslang täglich aufnehmen kann, ohne dass gesundheitliche Schäden zu erwarten sind. Mit 8 mg aus Präparaten und viel Fisch bleiben Erwachsene darunter, Jugendliche von 14 bis 18 Jahren erreichen den Wert gerade.
2021 beschränkte die EU die 8 mg deshalb auf Menschen über 14 Jahre. 2023 kamen kleinere Höchstmengen für Kinder ab 3 Jahren dazu, berechnet aus demselben ADI. Die Höchstmenge ist keine Empfehlung, eine empfohlene Tagesmenge gibt es nicht.
Auch ein zugelassenes Öl aus dem kleinen Krebstier Calanus finmarchicus enthält Astaxanthin. Dort gilt derselbe Hinweis zu anderen Astaxanthin-Präparaten. Ob ein Präparat für dich sinnvoll ist, klärst du am besten in der Praxis oder Apotheke.
Hast du Beschwerden mit einem Präparat, frag in der Praxis oder Apotheke.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Gerinnungshemmer vom Cumarin-Typ (Warfarin, Phenprocoumon) | Ein Fallbericht (2019): Bei einer 69-jährigen Frau stieg der Gerinnungswert INR kurz nach Beginn mit Astaxanthin stark an, sie bekam Blutergüsse. Es ist ein Einzelfall, trotzdem vorher ärztlich abklären. |
| Andere Präparate mit Astaxanthin | Laut Pflichthinweis nicht am selben Tag kombinieren, auch nicht mit Öl aus Calanus finmarchicus. Rechne Kombi-Präparate mit. |
| Andere Medikamente | Wechselwirkungen sind kaum untersucht. Frag vorher in der Apotheke. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Praxis oder Apotheke.
Die EU-Zulassung schließt Schwangere und Stillende nicht ausdrücklich aus. Studien zur Sicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es nach unserer Recherche aber nicht.
Für Kinder gelten eigene, kleinere Höchstmengen, für Säuglinge und Kleinkinder sind Präparate nicht erlaubt. Lachs und Forelle im Essen sind kein Problem. Vor Präparaten sprich mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
| Produkt | Status |
|---|---|
| Ganze Blutregenalge | In Nahrungsergänzung nicht neuartig (EU-Katalog für neuartige Lebensmittel). |
| Extrakt aus der Blutregenalge (Oleoresin) | Zugelassenes neuartiges Lebensmittel, nur in Nahrungsergänzung, mit Höchstmengen je Alter. |
| Synthetisches Astaxanthin | Als Futterzusatz für Fische und Krebstiere bewertet, nicht in der EU-Liste für Lebensmittel. |
| Öl aus Calanus finmarchicus | Zugelassenes neuartiges Lebensmittel, enthält Astaxanthin-Ester. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen, 15 Anträge abgelehnt. |
Für dich heißt das: Präparate mit Algen-Extrakt sind in der EU erlaubt, wenn sie die Höchstmengen und Hinweise einhalten. Mit Krankheiten darf kein Präparat beworben werden.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Viele Studien sind klein und wurden von Herstellern mitfinanziert.
Eine Auswertung (2021) von 9 Studien mit Scheinmittel fand mit Astaxanthin etwas mehr Hautfeuchtigkeit und Elastizität, aber keine flacheren Falten. Eine zweite Übersicht (2021) kritisiert, dass die meisten Studien klein waren, oft nur gesunde Frauen aus Japan untersuchten und von Herstellern mitfinanziert wurden.
Eine Auswertung (2026) von 24 Studien fand keine bessere Ausdauer, keine höhere Sauerstoffaufnahme und keine größere Kraft. Ein Laborwert aus den Muskeln, die Kreatinkinase, lag etwas niedriger. Was das fürs Training bedeutet, ist offen.
Eine Auswertung (2020) von 14 Studien fand keinen Unterschied beim LDL-Cholesterin, bei den Triglyceriden, beim Blutdruck oder beim Gewicht. Nur das HDL-Cholesterin lag leicht höher.
Beworben wird Astaxanthin oft für die Augen. Die EFSA sah 2009 keinen Beleg für einen Zusammenhang mit der Sehschärfe, große Studien mit Augenerkrankungen gibt es nicht.
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
Belegt ist keine, die EU hat alle beantragten Gesundheitsangaben abgelehnt. In Haut-Studien zeigten sich kleine Unterschiede bei Feuchtigkeit und Elastizität, die Studien sind aber klein und oft von Herstellern mitfinanziert.
In Nahrungsergänzung höchstens 8 mg am Tag für alle über 14 Jahre, 5,7 mg von 10 bis 14 und 2,3 mg von 3 bis 10 Jahren. Die Höchstmenge ist keine Empfehlung.
In Studien wurden keine schweren Nebenwirkungen berichtet. Bei Gerinnungshemmern gibt es einen Fallbericht mit Blutergüssen, dann vorher ärztlich abklären.
Das schwankt mit Herkunft und Futter. Laut EFSA kommen Erwachsene, die viel Fisch und Krebstiere essen, auf bis zu etwa 4 mg am Tag.
Natürliches stammt in Präparaten meist aus der Blutregenalge und ist als Extrakt für Nahrungsergänzung zugelassen. Synthetisches hat die EFSA als Futterzusatz für Fische bewertet, für Nahrungsergänzung ist es nicht zugelassen.
Die Zulassung schließt Schwangere nicht ausdrücklich aus, Sicherheitsstudien gibt es nach unserer Recherche aber nicht. Lachs im Essen ist kein Problem, vor Präparaten frag Ärztin, Arzt oder Hebamme.
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