Eine belegte Wirkung hat Gotu Kola nicht: Die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen, und eine Auswertung von 11 Studien (2017) fand in Gedächtnistests keinen Unterschied zu Placebo. Die EMA erkennt Gotu Kola nur äußerlich bei kleinen Wunden an, die Einnahme nahm sie 2022 wegen Bedenken zu Leber und Fruchtbarkeit nicht auf. Beschrieben sind schwere Leberentzündungen, etwa bei 3 Frauen nach 20 bis 60 Tagen Einnahme (Fallberichte 2005). Stand: Oktober 2026.
Gotu Kola, botanisch Centella asiatica, ist eine kriechende Pflanze mit runden Blättern. Sie wächst in feuchten, tropischen Gebieten Asiens und Afrikas und gehört zu den Doldenblütlern. Auf Deutsch heißt sie Asiatischer Wassernabel, mehr dazu im Lexikon unter Gotu Kola.
In Asien werden die Blätter als Gemüse und Tee gegessen und in der traditionellen Medizin genutzt. Für Präparate wichtig sind Triterpene wie Asiaticosid und Madecassosid.
In der Werbung geht es meist um Gedächtnis und Konzentration, um schwere Beine und um die Haut. Was davon untersucht ist, steht unter Was sagt die Forschung?
Nicht verwechseln: In Teilen Indiens heißen sowohl Gotu Kola als auch Bacopa monnieri „Brahmi“. Im Handel werden die beiden deshalb manchmal vertauscht oder vermischt. Achte auf den botanischen Namen.
Für Gotu Kola gibt es keine amtliche Tagesmenge und keine Höchstmenge, weder vom BfR noch von der EFSA.
Die EMA hat 2022 nur die äußerliche Anwendung als traditionelles Arzneimittel anerkannt: Kraut als Umschlag oder Pulver, um kleine Wunden beim Abheilen zu unterstützen, höchstens 1 Woche und erst ab 18 Jahren. Die Einnahme nahm sie bewusst nicht auf, wegen möglicher Schäden an Leber und Fruchtbarkeit.
Die Stoffliste von Bund und Ländern führt das Kraut als Lebensmittel und als Arzneistoff. Sie empfiehlt, die Verwendung in Lebensmitteln zu beschränken (Liste B), nennt aber keine Zahl. Die Liste ist eine Orientierungshilfe für Behörden, kein Gesetz.
Bei Tieren schädigte hoch dosiertes Pulver Leber und Nieren. Ob die Leberschäden beim Menschen sicher von Gotu Kola kamen, ist laut EMA nicht bewiesen, die Fälle reichten ihr aber für die Warnung.
Die EMA kennt keine Wechselwirkungen, sie hat aber nur die äußerliche Anwendung bewertet. Zur Einnahme mit Medikamenten gibt es keine Studien am Menschen.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Medikamente, die die Leber belasten können | Nicht untersucht. Wegen der beschriebenen Leberschäden frag vorher in der Praxis, wenn du Medikamente nimmst, die die Leber belasten können. |
| Andere Medikamente | Kaum untersucht. Nimmst du regelmäßig Medikamente, sprich vorher mit deiner Apotheke. |
Die EMA rät in Schwangerschaft und Stillzeit wegen fehlender Daten selbst von der äußerlichen Anwendung ab. Tierversuche mit Extrakten zum Einnehmen zeigten bei männlichen und weiblichen Ratten Schäden an der Fruchtbarkeit.
Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren fehlen Daten, die EMA empfiehlt Gotu Kola für sie nicht. Bei Kinderwunsch sprich mit deiner Frauenarzt- oder Hausarztpraxis, bevor du pflanzliche Präparate nimmst.
| Thema | Was gilt |
|---|---|
| EU-Katalog für neuartige Lebensmittel | Stängel, Blüten und Blätter sind ein herkömmliches Lebensmittel. Ein Extrakt mit 40 % Triterpenen ist dagegen ein noch nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel, so das Ergebnis einer Anfrage in Tschechien. |
| EU-Schnellwarnsystem RASFF | Polen wies 2023 ein Nahrungsergänzungsmittel mit Gotu-Kola-Extrakt aus der ganzen Pflanze an der Grenze zurück, Slowenien 2026 ein weiteres. Grund war jeweils eine nicht zugelassene neuartige Zutat. |
| Arzneimittel (EU-Monographie der EMA, 2022) | Nur äußerlich als traditionelles Arzneimittel bei kleinen Wunden, ab 18 Jahren und höchstens 1 Woche. Zum Einnehmen nicht aufgenommen. |
| Stoffliste von Bund und Ländern | Kraut: Lebensmittel und Arzneistoff, Verwendung in Lebensmitteln nur beschränkt empfohlen (Liste B). Nicht verbindlich. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Angaben zu Pflanzen stehen bei der EU „on hold“. |
Für dich heißt das: Kraut und Blätter dürfen als Lebensmittel verkauft werden. Ob ein konzentrierter Extrakt in Kapseln erlaubt ist, hängt von seiner Herstellung ab und ist umstritten. Als Lebensmittel darf Gotu Kola nicht mit Krankheiten beworben werden.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Die Studien sind meist klein, und die Präparate unterscheiden sich stark.
Eine Auswertung (2017) fand 5 Studien mit Gotu Kola allein und 6 mit Mischungen. In keinem Bereich der Gedächtnis- und Denktests unterschied sich Gotu Kola von Placebo. In einzelnen Studien fühlten sich die Teilnehmenden eine Stunde nach der Einnahme wacher und weniger verärgert.
Eine Übersicht fand 8 Studien mit Menschen mit Venenschwäche, meist mit einem eingestellten Triterpen-Extrakt. Gemessen wurden etwa Sauerstoffwerte an der Haut und wie stark die Knöchel anschwollen, mit Unterschieden zugunsten des Extrakts. Die meisten Studien waren aber so lückenhaft beschrieben, dass sich ihre Qualität nicht beurteilen lässt.
Am besten belegt ist die äußerliche Anwendung auf kleinen Wunden, und auch das nur aus langer Tradition. Daraus lässt sich nichts über Kapseln zum Einnehmen ableiten.
Die EMA hat 2022 alle verfügbaren Daten geprüft. Weil Tierversuche Schäden an Leber und Fruchtbarkeit zeigten und Leberschäden bei Menschen beschrieben sind, nahm sie keine Anwendung zum Einnehmen auf.
Belegt ist keine, und eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht. Eine Auswertung von 11 Studien fand in Gedächtnistests keinen Unterschied zu Placebo.
Möglicherweise ja. Beschrieben sind schwere Leberentzündungen, etwa bei 3 Frauen nach 20 bis 60 Tagen, bewiesen ist der Zusammenhang laut EMA nicht. Die Einnahme nahm sie 2022 trotzdem nicht in ihre Monographie auf.
Nicht unbedingt. In Teilen Indiens heißen sowohl Gotu Kola als auch Bacopa monnieri „Brahmi“, im Handel werden sie manchmal vertauscht. Achte auf den botanischen Namen.
Sie erkennt nur die äußerliche Anwendung bei kleinen Wunden als traditionelles Arzneimittel an, ab 18 Jahren und höchstens 1 Woche. Zum Einnehmen gibt es keine Monographie.
Kraut und Blätter sind ein herkömmliches Lebensmittel. Konzentrierte Extrakte wurden an EU-Grenzen schon als nicht zugelassene neuartige Lebensmittel zurückgewiesen.
Nein, davon rät die EMA wegen fehlender Daten ab. In Tierversuchen verschlechterten Extrakte die Fruchtbarkeit.
Eine amtliche Tagesmenge gibt es nicht. Mengen aus Studien sind Studienbedingungen, kein Rat.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.