Eine belegte Wirkung hat Schachtelhalm (Zinnkraut) als Nahrungsergänzung nicht: Die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen, und die EMA führt das Kraut nur als traditionelles Arzneimittel zur Durchspülung bei leichten Harnwegsbeschwerden und für oberflächliche Wunden. Die Pflanze besteht zu etwa 5 Prozent aus Silizium, in einen Tee ohne Kochen gingen in einer Analyse aber höchstens 0,3 Prozent des Pflanzengewichts über – die Werbung für Haare und Nägel ist nicht belegt. Wer wegen einer Herz- oder Nierenerkrankung wenig trinken soll, soll Schachtelhalm laut EMA nicht nehmen. Stand: Oktober 2026.
Der Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense) wächst an Feldrändern und auf feuchten Wiesen. Verwendet werden die grünen, quirlig verzweigten Sommertriebe. Wegen der rauen Kieselsäure in den Stängeln hat man damit früher Zinn geputzt – daher der Name Zinnkraut. Mehr zur Pflanze liest du im Lexikon.
Das Kraut enthält laut EMA 5 bis 7,7 Prozent Kieselsäure, außerdem Kalium, Flavonoide und kleine Mengen Nikotin. Beworben wird Schachtelhalm vor allem als Silizium-Quelle für Haare, Haut und Nägel und zum Entwässern.
| Form | Was es ist | Einordnung |
|---|---|---|
| Tee | Getrocknetes, zerkleinertes Kraut, auch in Blasen- und Nierentees | Lebensmittel, außerdem als Arzneitee mit Standardzulassung im Handel. Beim Brühen wird das Enzym Thiaminase zerstört. |
| Presssaft und Extrakte | Saft aus frischem Kraut oder Auszüge mit Wasser oder Alkohol | Laut EMA traditionelle Arzneimittel zum Durchspülen. In Auszügen mit Wasser oder Alkohol fand eine Untersuchung keine Thiaminase. |
| Kapsel oder Tablette mit Pulver | Gemahlenes, nicht erhitztes Kraut | Lebensmittel ohne geprüfte Wirkung. Eine Giftwirkung durch Thiaminase ist laut EMA nicht ausgeschlossen, bei traditionell üblichen Mengen aber nicht zu erwarten. |
| Selbst gesammelt | Kraut von Feld oder Wiese | Riskant: Der giftige Sumpf-Schachtelhalm sieht ähnlich aus. |
Quellen: EMA-Monographie (2016) und Bewertungsbericht, Stoffliste von Bund und Ländern.
Thiaminase ist ein Enzym, das Vitamin B1 abbaut. Bei Pferden, die viel Schachtelhalm im Heu fraßen, löste es einen Vitamin-B1-Mangel aus. Beim Menschen ist das bei traditioneller Anwendung laut EMA nicht beobachtet worden.
Für Schachtelhalm in Nahrungsergänzungsmitteln gibt es in Deutschland keine amtliche Tagesmenge und keine Höchstmenge.
Die EMA-Monographie legt Zubereitungen und Mengen nur für Arzneimittel fest. Für Kapseln als Nahrungsergänzung gelten sie nicht, und sie sind kein Rat zur Einnahme. Traditionell wird Schachtelhalm 2 bis 4 Wochen lang verwendet, bei Präparaten ohne Tee soll man laut EMA ausreichend trinken.
Die Stoffliste von Bund und Ländern führt das Kraut als Tee und in Nahrungsergänzung, außerdem als Arzneistoff und traditionelles Arzneimittel. Sie empfiehlt, die Verwendung in Lebensmitteln zu beschränken (Liste B), nennt aber keine Zahl. Die Höchstmengen des BfR für Silizium gelten für bestimmte Siliziumverbindungen, nicht für das Kraut – mehr dazu unter Silizium.
Hast du andere Beschwerden mit einem Präparat, frag in der Praxis oder Apotheke.
| Medikament oder Situation | Gut zu wissen |
|---|---|
| Lithium | Ein Fallbericht beschreibt eine Lithium-Vergiftung unter einer Kräutermischung zum Entwässern, die eine andere Schachtelhalm-Art enthielt. Für den Acker-Schachtelhalm allein lässt sich daraus laut EMA nichts ableiten. Mit Lithium nur nach ärztlicher Rücksprache. |
| Entwässerungsmittel (Diuretika) | Studien zur Kombination gibt es nicht. Weil Schachtelhalm traditionell zum Durchspülen verwendet wird, vorher ärztlich besprechen. |
| Andere Medikamente | Laut EMA sind keine Wechselwirkungen bekannt. Im Labor hemmten Auszüge einige Leber-Enzyme, die Medikamente abbauen; ob das beim Menschen eine Rolle spielt, ist nicht untersucht. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Schachtelhalm-Präparat in der Apotheke.
Ob Schachtelhalm in Schwangerschaft und Stillzeit sicher ist, ist nicht untersucht. Die EMA rät deshalb von der Einnahme in dieser Zeit ab. Studien zu Fruchtschäden fehlen.
Für Kinder unter 12 Jahren empfiehlt die EMA Schachtelhalm nicht, weil Daten fehlen. Präparate in diesen Lebensphasen nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
| Thema | Was gilt |
|---|---|
| Arzneimittel (EU-Monographie der EMA, 2016) | Kraut: traditionelles Arzneimittel, um die Harnmenge zu erhöhen und so die Harnwege bei leichten Beschwerden zusätzlich durchzuspülen, und zur unterstützenden Behandlung oberflächlicher Wunden. |
| Überprüfung | 2025 hat die EMA Daten für die regelmäßige Überprüfung der Monographie angefordert. Ein Ergebnis ist noch nicht veröffentlicht. |
| EU-Katalog für neuartige Lebensmittel | Oberirdische Teile: nicht neuartig, als Lebensmittel üblich, bekannt in Tee und Nahrungsergänzung. |
| Stoffliste von Bund und Ländern | Kraut: als Tee und in Nahrungsergänzung bekannt, außerdem Arzneistoff und traditionelles Arzneimittel. Verwendung in Lebensmitteln nur beschränkt empfohlen (Liste B). Nicht verbindlich. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Angaben zu Pflanzen stehen bei der EU „on hold“. |
Für dich heißt das: Schachtelhalm darf als Tee und in Nahrungsergänzungsmitteln verkauft werden. Mit Wirkungen auf Harnwege, Haare oder Nägel darf er als Lebensmittel nicht beworben werden.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Studien am Menschen gibt es nur wenige.
36 gesunde Männer nahmen jeweils 4 Tage lang einen Schachtelhalm-Extrakt, ein Entwässerungsmedikament oder Placebo. Mit Extrakt schieden sie ähnlich viel Flüssigkeit aus wie mit dem Medikament, Salze im Urin veränderten sich kaum. Menschen mit Harnwegsbeschwerden wurden nicht untersucht.
Die Pflanze enthält rund 5 Prozent Silizium, in einen Tee ohne Kochen gingen in einer Analyse aber höchstens 0,3 Prozent des Pflanzengewichts über, langes Kochen löst mehr. Studien, die Kapseln oder Tee aus Schachtelhalm allein an Haaren oder Nägeln testen, sind uns nicht bekannt. Untersucht wurde ein Mittel zum Auftragen auf die Nägel mit Schachtelhalm und einem weiteren Stoff an 36 Frauen.
Schachtelhalm steckt in manchen Entwässerungs- und Abnehmmitteln. Was über den Urin verloren geht, ist Wasser, kein Körperfett, und kommt mit dem Trinken zurück. Eine zugelassene Angabe zum Abnehmen gibt es für Schachtelhalm nicht.
Kontrollierte Studien mit Menschen, die Harnwegsbeschwerden haben, fehlen. Auch zur Sicherheit bei langer Einnahme und in der Schwangerschaft gibt es kaum Daten.
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
Als Nahrungsergänzung gibt es keine belegte Wirkung, die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. Die EMA erkennt das Kraut nur als traditionelles Arzneimittel zur Durchspülung bei leichten Harnwegsbeschwerden und für oberflächliche Wunden an.
Belegt ist das nicht. Die Pflanze enthält viel Kieselsäure, in einen Tee gingen in einer Analyse aber höchstens 0,3 Prozent des Pflanzengewichts als Silizium über, und Studien mit Kapseln oder Tee dazu sind uns nicht bekannt.
Ja, Zinnkraut ist ein anderer Name für den Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense). Nicht verwechseln mit dem giftigen Sumpf-Schachtelhalm.
Der Acker-Schachtelhalm gilt als Lebensmittel und Arzneipflanze. Giftig ist der ähnlich aussehende Sumpf-Schachtelhalm, deshalb nur geprüfte Ware aus dem Handel verwenden.
Laut EMA niemand, der wegen einer schweren Herz- oder Nierenerkrankung wenig trinken soll, außerdem nicht Schwangere, Stillende und Kinder unter 12 Jahren. Mit Lithium oder Entwässerungsmitteln nur nach ärztlicher Rücksprache.
Eine amtliche Grenze für Tee als Lebensmittel gibt es nicht. Traditionell wird er laut EMA 2 bis 4 Wochen lang verwendet, Beschwerden, die nach einer Woche nicht besser sind, gehören in die Praxis.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.