Benfotiamin ist eine im Labor hergestellte, fettlösliche Form von Vitamin B1. In Deutschland ist es nur als Arzneimittel zugelassen und nur in der Apotheke erhältlich, als Nahrungsergänzung ist es in der EU nicht erlaubt. In einer Studie über 12 Monate mit 57 Menschen mit Nervenschäden durch Typ-2-Diabetes zeigte sich kein Unterschied zu Placebo, Nebenwirkungen traten nicht häufiger auf. Stand: Oktober 2026.
Benfotiamin ist eine chemisch hergestellte Verbindung aus Vitamin B1 (Thiamin) und einer Benzoylgruppe. Anders als Thiamin ist es fettlöslich.
Im Körper wird Benfotiamin zu Thiamin und dessen aktiver Form umgebaut. Laut Fachinformation entstehen dabei im Blut höhere Thiaminwerte als mit gleich viel wasserlöslichem Thiamin. Die Daten dazu stammen vom Hersteller.
In Lebensmitteln kommt Benfotiamin nicht vor. Vitamin B1 in Nahrungsergänzungsmitteln, etwa in Präparaten mit Vitamin-B-Komplex, muss eine der vier erlaubten Thiamin-Verbindungen sein.
Kurz gesagt: In Deutschland ist Benfotiamin nur als Arzneimittel zugelassen. Als Lebensmittel, also auch als Nahrungsergänzung, ist es nicht erlaubt.
Welche Vitaminformen in Nahrungsergänzungsmitteln stecken dürfen, legt die EU in einer festen Liste fest. Diese Liste gilt auch in Deutschland.
| Bereich | Was gilt |
|---|---|
| Arzneimittel | In Deutschland zugelassen und apothekenpflichtig, also nur in der Apotheke erhältlich, aber nicht verschreibungspflichtig. Anwendungsgebiete laut Fachinformation sind ein Vitamin-B1-Mangel, der sich nicht über die Ernährung beheben lässt, sowie Nervenschäden und Herz-Kreislauf-Störungen infolge eines solchen Mangels. |
| Nahrungsergänzungsmittel | Nicht erlaubt. Für Vitamin B1 sind vier Verbindungen zugelassen: Thiaminhydrochlorid, Thiaminmononitrat, Thiaminmonophosphatchlorid und Thiaminpyrophosphatchlorid. Benfotiamin gehört nicht dazu. |
| EU-Katalog für neuartige Lebensmittel | Seit Dezember 2025 als noch nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel eingetragen. Tschechien hatte geprüft: Ein nennenswerter Verzehr in der EU vor dem 15. Mai 1997 ist nicht belegt. |
| EFSA-Bewertung (2026) | Ein Hersteller beantragte 2023 die Zulassung als neuartiges Lebensmittel für Nahrungsergänzungsmittel. Die EFSA kam im Oktober 2026 zu dem Schluss, dass sich die Sicherheit nicht belegen lässt: Das Produkt war nicht genau genug beschrieben, mögliche Nanopartikel blieben ungeklärt, und es fehlten Daten zum Verbleib im Körper und zu Langzeitwirkungen. Schon 2008 reichten der EFSA die Daten nicht, um Benfotiamin in Nahrungsergänzungsmitteln als sicher zu bewerten. |
| EU-Schnellwarnsystem RASFF | Schweden meldete 2026 Nahrungsergänzungsmittel mit Benfotiamin als nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel und untersagte den Verkauf. |
| Gesundheitsangaben | Für Benfotiamin hat die EU keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen. |
Auch die Verbraucherzentrale schreibt: Benfotiamin ist eine Vitamin-B1-Verbindung, die nur in Arzneimitteln zugelassen ist. Produkte, die im Internet als Nahrungsergänzung angeboten werden, sind damit in der EU nicht erlaubt.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Die meisten Studien sind klein, einige wurden von Herstellern bezahlt.
165 Menschen mit diabetischer Polyneuropathie nahmen 6 Wochen lang Benfotiamin in zwei Mengen oder Placebo (2008). Ein Punktwert für Beschwerden sank in der Auswertung nach Studienplan etwas stärker als mit Placebo. In der Auswertung aller Teilnehmenden war der Unterschied knapp nicht signifikant. Bei einem zweiten Beschwerde-Wert gab es keinen Unterschied.
57 Menschen mit Typ-2-Diabetes und leichten bis mittleren Nervenschäden nahmen 12 Monate lang Benfotiamin oder Placebo (2026). Nervenfasern in der Hornhaut, Nervenleitung, Beschwerden und Lebensqualität entwickelten sich in beiden Gruppen ähnlich. Ein Arzneimittelhersteller bezahlte die Studie.
82 Menschen mit Typ-2-Diabetes und Nierenschäden nahmen 12 Wochen lang Benfotiamin in hoher Menge oder Placebo (2010). Der Thiaminspiegel stieg. Eiweiß im Urin und ein Marker für Nierenschäden änderten sich nicht.
70 Menschen mit leichter Gedächtnisstörung oder beginnender Alzheimer-Demenz nahmen 12 Monate lang Benfotiamin oder Placebo (2020). Beim wichtigsten Test für das Denkvermögen war der Unterschied nicht signifikant. Ein zweiter Bewertungswert verschlechterte sich mit Benfotiamin weniger. Eine größere Folgestudie mit 406 Teilnehmenden läuft noch. Laut Studienregister soll sie im Dezember 2027 enden, Ergebnisse gibt es bisher nicht.
Eine Übersichtsarbeit (2026) kommt zum Schluss: Ohne nachgewiesenen Vitamin-B1-Mangel lässt sich ein routinemäßiger Einsatz nach heutiger Studienlage nicht empfehlen. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) wies 2018 darauf hin, dass Präparate mit Vitamin B1 oder Benfotiamin bei Nervenschmerzen ohne Nutzen sind. Ihre aktuelle Leitlinie zur Diagnostik bei Polyneuropathien (2024) nennt einen Vitamin-B1-Mangel als eine mögliche Ursache. Bei Alkoholmissbrauch oder gestörter Nährstoffaufnahme sieht sie vor, Vitamin B1 im Labor zu bestimmen. Eine Empfehlung zu Benfotiamin enthält sie nicht.
Die Fachinformation nennt eine Wechselwirkung mit Medikamenten. Weitere Studien dazu gibt es kaum.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Fluorouracil (5-FU, Chemotherapie) | Hemmt die Umwandlung von Thiamin in seine aktive Form und macht es so unwirksam. Nur nach Rücksprache mit dem Behandlungsteam. |
| Alkohol | Senkt laut Fachinformation deutlich, wie viel Thiamin aufgenommen wird. |
| Diabetes-Medikamente | Eine Wechselwirkung ist nicht beschrieben. Nervenschäden bei Diabetes gehören aber in ärztliche Behandlung. |
Nimmst du Medikamente, sprich vor Benfotiamin mit deiner Praxis oder Apotheke.
Im Körper wird daraus Vitamin B1. Ein Nutzen über das Ausgleichen eines Mangels hinaus ist nicht belegt: In einer Studie über 12 Monate mit 57 Menschen mit Nervenschäden durch Diabetes zeigte sich kein Unterschied zu Placebo.
Nein. In Deutschland ist Benfotiamin nur als Arzneimittel zugelassen und in der Apotheke erhältlich. In der EU ist es ein noch nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel und gehört nicht zu den vier erlaubten Vitamin-B1-Formen. Einen Antrag auf Zulassung bewertete die EFSA 2026: Die Sicherheit ließ sich nicht belegen.
Beschrieben sind allergische Hautreaktionen sowie Übelkeit und andere Beschwerden im Bauch. In Studien traten Nebenwirkungen nicht häufiger auf als mit Placebo.
Benfotiamin ist eine fettlösliche, im Labor hergestellte Vorstufe von Thiamin. Für Nahrungsergänzungsmittel sind nur vier wasserlösliche Thiamin-Verbindungen erlaubt.
Eine Studie über 6 Wochen fand kleine Unterschiede bei Beschwerden, eine Studie über 12 Monate keinen Unterschied zu Placebo. Lass Nervenbeschwerden ärztlich abklären.
Nein. In Deutschland ist es apothekenpflichtig, also nur in der Apotheke erhältlich, aber ohne Rezept.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.