Phytosterine/Phytostanole tragen zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut bei. Diese EU-Angabe setzt mindestens 0,8 g am Tag voraus – mit normalem Essen nimmst du im Mittel nur etwa 0,3 g auf. Angereicherte Lebensmittel und Kapseln sind nur für Menschen mit hohem Cholesterinwert gedacht, höchstens 3 g am Tag und nicht für Schwangere, Stillende und Kinder unter 5 Jahren. Stand: Oktober 2026.
Phytosterine, auch Pflanzensterine genannt, sind Bausteine der Zellmembran von Pflanzen. Sie sind ähnlich gebaut wie Cholesterin. Am häufigsten sind Beta-Sitosterin, Campesterin und Stigmasterin. Werden sie gehärtet, entstehen Phytostanole (BfR).
Für den Menschen sind Phytosterine nicht lebensnotwendig. Der Körper nimmt nur 5 bis 10 % davon auf, Phytostanole fast gar nicht (BfR).
Im Dünndarm verdrängen Phytosterine Cholesterin aus den winzigen Fetttröpfchen, über die es aufgenommen wird. So gelangt weniger Cholesterin aus dem Essen ins Blut (BfR).
Welche Aussage über Phytosterine erlaubt ist, legt die EU fest. Zugelassen ist diese – im Wortlaut:
Die Angabe ist nur erlaubt, wenn die Packung darauf hinweist, dass dafür täglich mindestens 0,8 g Phytosterine oder Phytostanole nötig sind (Verordnung (EU) Nr. 432/2012).
Phytosterine stecken in allen fetthaltigen pflanzlichen Lebensmitteln: in Nüssen, Samen, Getreide, Hülsenfrüchten und Pflanzenfetten (BfR). Viel enthalten Sesam, Weizenkeime, Pistazien und Kerne.
| Lebensmittel | je 100 g | Portion | je Portion |
|---|---|---|---|
| Sesam, Weizenkeime | 400–413 mg | 1 EL, 10 g | rund 40 mg |
| Pistazien, Sonnenblumenkerne | 270–289 mg | 1 Handvoll, 30 g | rund 80–87 mg |
| Kürbiskerne | 265 mg | 1 Handvoll, 30 g | rund 80 mg |
| Paranüsse (niedrigster Wert der Messung) | 95 mg | 1 Handvoll, 30 g | rund 29 mg |
Werte: Phillips et al. (2005), Analyse von Nüssen und Samen aus dem US-Handel. Wo zwei Lebensmittel in einer Zeile stehen, nennt die Studie nur die gemeinsame Spanne. Werte je Portion von uns gerechnet.
Mit normalem Essen nehmen Menschen im Mittel etwa 300 mg Phytosterine am Tag auf (Expertengremium 2023). Für die 0,8 g der EU-Angabe bräuchtest du rund 200 g Sesam am Tag. Solche Mengen erreicht man praktisch nur mit angereicherten Lebensmitteln oder Präparaten.
Ideen mit Pistazien und Sesam: Warmer Mandel-Pistazien-Porridge oder Vegane Enoki-Sesam-Nudeln. Mehr im Lexikon unter Pistazien und Kürbiskerne.
Zugesetzte Phytosterine und Phytostanole sind in der EU neuartige Lebensmittel. Erlaubt sind sie nur in bestimmten Lebensmitteln und in Nahrungsergänzungsmitteln, dort höchstens 3 g am Tag (Unionsliste).
| Was | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Bedingung der EU-Angabe über den Cholesterinspiegel | mindestens 0,8 g am Tag | Verordnung (EU) Nr. 432/2012 |
| Angaben nach Artikel 14 zum LDL-Cholesterin | 1,5 bis 3 g am Tag; Größenordnung 7 bis 10 % (1,5 bis 2,4 g) bzw. 10 bis 12,5 % (2,5 bis 3 g) in 2 bis 3 Wochen, nur bei Streichfetten, Milchprodukten, Mayonnaise und Salatsoßen | Verordnungen (EG) Nr. 983/2009, (EU) Nr. 384/2010, geändert durch (EU) Nr. 686/2014 |
| Nahrungsergänzungsmittel | höchstens 3 g am Tag | Unionsliste, Verordnung (EU) 2017/2470 |
| Alle angereicherten Produkte zusammen | nicht mehr als 3 g am Tag | Kennzeichnung nach Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, EFSA |
Die Mengen meinen freie Phytosterine bzw. Phytostanole. Mehr als 3 g am Tag verstärken den Effekt laut BfR nicht weiter.
Diese Punkte muss die Packung nennen (Verordnung (EU) Nr. 1169/2011, Anhang III). In Studien wurden meist 1,5 bis 3 g am Tag in angereicherten Lebensmitteln untersucht – das sind Studienbedingungen, kein Rat.
Die EFSA empfiehlt, höchstens 3 g zugesetzte Phytosterine am Tag aufzunehmen (BfR). Ein Grund: Mit Phytosterinen gelangen weniger Beta-Carotin und andere Carotinoide aus dem Essen ins Blut.
Eine Auswertung von 41 Studien (2017) fand bei im Mittel 2,5 g am Tag rund 16 % weniger Beta-Carotin im Blut, auch Lycopin und andere Carotinoide lagen niedriger. Die Werte blieben im Normalbereich, Vitamin A und Vitamin D änderten sich nicht.
Mit angereicherten Lebensmitteln steigen auch die Phytosterinwerte im Blut, im Mittel um gut ein Drittel (Expertengremium 2023). Ob das den Gefäßen schadet, ist umstritten. Eine Studie aus den Niederlanden (2011) fand bei Menschen mit Statinen Veränderungen an Netzhautgefäßen. Das BfR hielt die Sicherheit für Gesunde, vor allem für Kinder, deshalb nicht für ausreichend belegt und forderte eine neue Bewertung auf EU-Ebene.
| Medikament oder Stoff | Gut zu wissen |
|---|---|
| Statine und andere Cholesterinsenker | In Studien kam der Effekt auf das LDL-Cholesterin zu dem der Statine hinzu (Konsensus der Europäischen Atherosklerose-Gesellschaft, 2014). Laut Packungshinweis nur unter ärztlicher Aufsicht verwenden. |
| Beta-Carotin und andere Carotinoide | Mit Phytosterinen sinken die Carotinoidwerte im Blut. Iss dazu regelmäßig Obst und Gemüse, so verlangt es auch der Packungshinweis. |
| Alle anderen Medikamente | Gezielte Studien zu Wechselwirkungen gibt es nach unserer Recherche nicht. Fehlende Daten heißen nicht, dass es keine gibt. |
Nimmst du Cholesterinsenker oder andere Medikamente, frag vor einem Phytosterin-Produkt in der Apotheke oder Praxis. Eine EU-Angabe über den Cholesterinspiegel haben auch die Ballaststoffe Beta-Glucan und Glucomannan.
Laut Kennzeichnung sind Produkte mit zugesetzten Phytosterinen für Schwangere, Stillende und Kinder unter 5 Jahren möglicherweise nicht geeignet. Das BfR rät diesen Gruppen vorsorglich davon ab, weil mit den Produkten weniger von bestimmten Vitaminen ins Blut gelangt.
Die kleinen Mengen aus Nüssen, Samen und Vollkorn betrifft das nicht. Sprich in Schwangerschaft und Stillzeit vor einem Produkt mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
Zugesetzte Phytosterine und Phytostanole stehen auf der Unionsliste der neuartigen Lebensmittel. Erlaubt sind sie in Streichfetten, milchartigen Produkten und Joghurt, käseartigen Produkten, Soja- und Reisgetränken, bestimmtem Roggenbrot, Salatsoßen, Mayonnaise und Gewürzsoßen sowie in Nahrungsergänzungsmitteln.
Die Produkte müssen sich so aufteilen lassen, dass eine Portion höchstens 3 g (eine Portion am Tag) oder höchstens 1 g (drei Portionen am Tag) enthält. Salatsoßen, Mayonnaise und Gewürzsoßen müssen einzeln abgepackt sein (Unionsliste).
Für Phytosterinester als Pulver zum Einrühren in Wasser wollte ein Hersteller die Angabe über das LDL-Cholesterin auf diese Form ausdehnen. Die EFSA sah 2014 keine ausreichende Grundlage, die EU lehnte ab.
Mythen-Check: Was stimmt an verbreiteten Aussagen zu Phytosterinen – und was zeigen Studien?
Eine Auswertung von 124 Studien (2014) fand mit 0,6 bis 3,3 g Phytosterinen am Tag ein im Mittel 6 bis 12 % niedrigeres LDL-Cholesterin – je mehr, desto deutlicher. Die meisten Studien nutzten angereicherte Lebensmittel.
Ob Menschen mit Phytosterinen seltener einen Herzinfarkt oder Schlaganfall bekommen, ist nicht belegt. Langzeitstudien mit solchen Endpunkten fehlen, schreibt ein deutsches Expertengremium (2023). Mehrere seiner Autoren hatten Verbindungen zu Herstellern angereicherter Streichfette.
Phytosterin-Produkte sind nur für Menschen mit hohem Cholesterinwert gedacht. Für Gesunde, vor allem Kinder, hält das BfR die Sicherheit bei regelmäßigem Verzehr nicht für ausreichend belegt (2012).
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
Phytosterine/Phytostanole tragen zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut bei. Das gilt laut EU ab 0,8 g am Tag. Dass Herzinfarkte seltener werden, ist nicht belegt.
Die EU-Angabe gilt ab 0,8 g am Tag. Mehr als 3 g am Tag aus angereicherten Produkten sollen es nicht sein.
Sesam und Weizenkeime mit rund 400 mg je 100 g, Pistazien und Kürbiskerne mit 265 bis 289 mg. Mit normalem Essen kommt man auf etwa 300 mg am Tag.
Nur für Menschen mit hohem Cholesterinwert. Für Schwangere, Stillende und Kinder unter 5 Jahren sind sie laut Kennzeichnung möglicherweise nicht geeignet, mit Cholesterinsenkern nur ärztlich begleitet.
Mit ihnen sinken die Carotinoidwerte im Blut, Beta-Carotin in Studien um rund 16 %. Deshalb sollst du dazu regelmäßig Obst und Gemüse essen.
Ja, in der EU sind sie auch in Nahrungsergänzungsmitteln zugelassen, höchstens 3 g am Tag. Die meisten Studien nutzten aber angereicherte Lebensmittel wie Streichfette und Milchprodukte.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.