Resveratrol ist ein Pflanzenstoff aus Trauben, Erdnüssen und dem Japanischen Staudenknöterich. Für synthetisches trans-Resveratrol erlaubt die EU in Nahrungsergänzungsmitteln höchstens 150 mg am Tag, nur für Erwachsene – etwa 50-mal so viel, wie Menschen mit hohem Verzehr über das Essen aufnehmen. Eine geprüfte Wirkung gibt es nicht, die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. Stand: Oktober 2026.
Resveratrol gehört zu den Polyphenolen. Größere Mengen stecken laut Verbraucherzentrale in der Schale roter Trauben, in Erdnüssen und im Japanischen Staudenknöterich.
Als Präparat wird es vor allem für ein langes Leben beworben, oft mit Verweis auf Rotwein. Laut EFSA spielt Resveratrol für die Ernährung des Menschen keine Rolle. Verwandte Pflanzenstoffe sind zum Beispiel OPC und Quercetin.
| Lebensmittel | Gehalt | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Frische Tafeltrauben | bis 7,3 mg Piceid pro kg | Piceid ist eine an Zucker gebundene Form von Resveratrol. |
| Roter Traubensaft | bis 1,1 mg trans-Resveratrol pro Liter | Dazu bis 7,3 mg trans-Piceid pro Liter. |
| Rotwein | 0,05 bis 10,9 mg trans-Resveratrol pro Liter | Kein Tipp: Laut DGE gibt es keine risikofreie Alkoholmenge. |
| Erdnüsse, Pistazien, Heidelbeeren | geringe Mengen | In einer spanischen Studie lieferten sie zusammen weniger als 0,01 % der Aufnahme. |
Werte aus dem EFSA-Gutachten zu synthetischem trans-Resveratrol (2016), das Messungen aus der Fachliteratur zusammenfasst. Die Gehalte schwanken stark.
Über das Essen kommt wenig zusammen. Laut einer Schätzung im EFSA-Gutachten liegt die durchschnittliche Aufnahme in EU-Ländern bei höchstens knapp 0,5 mg am Tag, bei sehr hohem Verzehr bei knapp 3 mg.
Ideen aus der Küche mit Trauben, Erdnüssen und Heidelbeeren: ein Bircher-Müsli mit Mandarinen, Trauben und Haselnüssen, ein Grünkohl-Curry mit Tofu und Erdnüssen oder ein Heidelbeer-Chia-Pudding. Die Mengen an Resveratrol sind dabei klein.
| Form | Status in der EU | Höchstmenge pro Tag |
|---|---|---|
| Synthetisches trans-Resveratrol | Zugelassenes neuartiges Lebensmittel, seit 2016 | 150 mg, nur für Erwachsene |
| trans-Resveratrol aus Hefe | Zugelassenes neuartiges Lebensmittel | Keine feste Zahl: so viel wie bei üblichen Extrakten aus Staudenknöterich |
| Resveratrol aus Japanischem Staudenknöterich (über 98 % trans-Resveratrol) | In Nahrungsergänzungsmitteln nicht neuartig (Novel-Food-Katalog) | Keine EU-Höchstmenge |
Für die beiden zugelassenen Formen gilt: Auf der Packung muss „trans-Resveratrol“ stehen. Dazu der Hinweis, dass das Produkt bei Einnahme von Arzneimitteln nur unter ärztlicher Aufsicht verzehrt werden sollte.
Die 150 mg beruhen auf einem EFSA-Gutachten von 2016, das diese Menge für Erwachsene als sicher bewertete. Eine empfohlene Tagesmenge gibt es nicht – die Höchstmenge ist keine Empfehlung.
In Studien wurden oft deutlich höhere Mengen untersucht, teils 1 g am Tag und mehr. Das sind Studienbedingungen, kein Rat.
Hast du eine Krebserkrankung oder nimmst du regelmäßig Medikamente, sprich ein Präparat vorher mit deiner Praxis ab.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Gerinnungshemmer (zum Beispiel Phenprocoumon, Warfarin) | Laut MSKCC kann Resveratrol das Blutungsrisiko erhöhen. Nur nach ärztlicher Rücksprache. |
| Mittel gegen das Verklumpen von Blutplättchen (zum Beispiel ASS, Clopidogrel) | Resveratrol hemmt im Labor das Verklumpen von Blutplättchen. Ob das beim Menschen eine Rolle spielt, ist laut MSKCC nicht geklärt. |
| Medikamente, die über das Leberenzym CYP2C9 abgebaut werden | Laut EFSA könnte ein Abbauprodukt von Resveratrol dieses Enzym hemmen. Deshalb gibt es den Pflichthinweis auf der Packung. |
| Weitere Medikamente, die über Leberenzyme abgebaut werden | Mit 1 g am Tag über 4 Wochen veränderte Resveratrol bei 42 Gesunden die Aktivität mehrerer solcher Enzyme. Das kann Medikamentenspiegel verändern. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Apotheke oder Praxis.
Synthetisches trans-Resveratrol ist in der EU nur für Erwachsene zugelassen. Zu Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine Daten am Menschen. In Versuchen mit trächtigen Ratten war der Sicherheitsabstand laut EFSA deutlich kleiner.
Präparate in Schwangerschaft und Stillzeit sowie für Kinder deshalb nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme. Trauben und Erdnüsse im normalen Essen sind davon nicht betroffen.
Viele Versprechen stammen aus Versuchen an Zellen und Tieren. Hier steht, was Studien an Menschen zeigen – ohne Versprechen.
In einer italienischen Studie mit 783 Menschen ab 65 Jahren aus dem Chianti (2014) hing die Menge an Resveratrol im Urin nicht damit zusammen, wer in den folgenden 9 Jahren starb. Auch mit Blutwerten wie CRP, mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs fand sich kein Zusammenhang.
Ob Rotwein hinter der geringen Herz-Kreislauf-Sterblichkeit in Frankreich steckt, ist laut Verbraucherzentrale unklar. Rechnerisch müsste man für 150 mg trans-Resveratrol je nach Wein etwa 14 bis 3.000 Liter trinken.
Eine Zusammenfassung von 18 Auswertungen (2025) fand im Mittel 0,18 kg weniger Gewicht und 0,43 cm weniger Bauchumfang als mit Scheinmittel. Deutlich war das nur bei mehr als 400 mg am Tag und mehr als 12 Wochen – also über der EU-Höchstmenge.
Eine Zusammenfassung von 45 Übersichtsarbeiten (2026) fand nur wenige Ergebnisse mit hoher Sicherheit: etwas niedrigeres Gesamtcholesterin bei Übergewicht (im Mittel 0,19 mmol/l) und niedrigeren Blutdruck bei Menschen mit Typ-2-Diabetes. Für die übrigen Ergebnisse war die Sicherheit geringer.
Ein Cochrane-Review (2020) fand nur 3 kleine Studien mit zusammen 50 Teilnehmenden über 4 bis 5 Wochen. Langzeit-Zuckerwert und Nüchternzucker unterschieden sich nicht. Die Autoren halten die Daten für zu dünn für eine Bewertung.
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
Eine geprüfte Wirkung gibt es nicht, die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. Studien fanden teils kleine Unterschiede bei Bauchumfang, Blutfetten oder Blutdruck, oft mit Mengen über der EU-Höchstmenge.
Für synthetisches trans-Resveratrol erlaubt die EU in Nahrungsergänzungsmitteln höchstens 150 mg am Tag, nur für Erwachsene. Eine empfohlene Tagesmenge gibt es nicht.
Ab etwa 1 g am Tag wurden Durchfall und andere Magen-Darm-Beschwerden berichtet. Resveratrol kann außerdem Leberenzyme beeinflussen, die Medikamente abbauen.
Nur nach ärztlicher Rücksprache. Laut MSKCC kann Resveratrol das Blutungsrisiko erhöhen, und wer Medikamente nimmt, soll Präparate laut EU-Zulassung nur unter ärztlicher Aufsicht verzehren.
Laut EFSA 0,05 bis 10,9 mg trans-Resveratrol pro Liter. Alkohol ist trotzdem kein Weg zu Resveratrol: Laut DGE gibt es keine risikofreie Alkoholmenge.
trans-Resveratrol ist die Form, die in zugelassenen Präparaten steckt. Daneben gibt es cis-Resveratrol und an Zucker gebundene Formen wie Piceid, etwa in Trauben.
Vor allem Trauben und Traubensaft, in kleinen Mengen auch Erdnüsse, Pistazien und Heidelbeeren. Über das Essen kommen meist weniger als 3 mg am Tag zusammen.
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