Für Vitamin A hat die EU sechs Gesundheitsangaben zugelassen, unter anderem zu Sehkraft, Haut und Immunsystem. Die DGE empfiehlt Frauen 700 µg und Männern 850 µg am Tag – die meisten Erwachsenen in Deutschland erreichen das schon mit dem Essen. Für Präparate empfiehlt das BfR höchstens 200 µg am Tag, und Schwangere sollen keine Leber essen, weil zu viel Vitamin A dem Ungeborenen schaden kann. Stand: Oktober 2026.
Vitamin A ist ein Sammelbegriff. Dazu gehören Retinol und eng verwandte Stoffe, die nur in tierischen Lebensmitteln vorkommen – man nennt sie vorgeformtes Vitamin A. Pflanzen liefern Vorstufen wie Beta-Carotin, aus denen der Körper Vitamin A bildet (EFSA).
Der Körper speichert vorgeformtes Vitamin A, vor allem in der Leber. Deshalb kann sich zu viel davon anreichern. Für Beta-Carotin aus dem Essen gibt es laut EFSA keine Hinweise auf Schäden.
Welche Aussagen über Vitamin A erlaubt sind, legt die EU fest. Zugelassen sind diese sechs – im Wortlaut:
Ein Lebensmittel darf diese Sätze nur tragen, wenn es mindestens 15 % des Referenzwerts enthält – bei Vitamin A 120 von 800 µg pro 100 g (Verordnung (EU) Nr. 432/2012 und Nr. 1169/2011). Die Angaben betreffen das Vitamin. Eine Angabe, nach der mehr als der Bedarf mehr bewirkt, gibt es nicht.
Vorgeformtes Vitamin A steckt nur in tierischen Lebensmitteln, mit großem Abstand am meisten in Leber. Butter, Käse und Eier liefern kleinere Mengen. In Möhren, Süßkartoffeln, Kürbis, Grünkohl und Spinat steckt Beta-Carotin.
| Lebensmittel | µg pro 100 g | µg pro Portion |
|---|---|---|
| Rinderleber | 19.702 | 19.702 (100 g) |
| Möhre | 945 | 756 (1 Möhre, 80 g) |
| Butter | 714 | 71 (für 1 Brot, 10 g) |
| Süßkartoffel | 658 | 1.316 (1 kleine, 200 g) |
| Grünkohl | 479 | 719 (150 g) |
| Spinat | 370 | 555 (150 g) |
| Gouda (48 % Fett i. Tr.) | 273 | 82 (1 Scheibe, 30 g) |
| Hokkaido-Kürbis | 267 | 534 (200 g) |
| Feldsalat | 267 | 134 (50 g) |
| Hühnerei | 260 | 156 (1 Ei, 60 g) |
| Paprika, rot | 233 | 350 (1 Schote, 150 g) |
| Camembert (45 % Fett i. Tr.) | 215 | 65 (30 g) |
Werte: Max Rubner-Institut (2025), Bundeslebensmittelschlüssel (BLS) 4.0, roh, gerundet, abgerufen am 21.10.2026. Angegeben in Retinol-Aktivitätsäquivalenten. Bei Gemüse stammt der Wert aus Beta-Carotin und anderen Carotinoiden.
Vitamin A ist fettlöslich. Damit der Körper Beta-Carotin aus Gemüse nutzen kann, braucht es laut DGE etwas Fett in der Mahlzeit, etwa einen Teelöffel Öl. Tierische Lebensmittel mit Vitamin A bringen das Fett schon mit.
Ideen mit Möhren, Süßkartoffeln und Grünkohl: Karotten-Ingwer-Suppe, Süßkartoffel-Pfanne mit Feta und Spinat oder Grünkohl-Kichererbsen-Eintopf. Mehr im Lexikon unter Karotte und Süßkartoffel.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Frauen 700 µg und Männern 850 µg Vitamin A am Tag, Männern ab 65 Jahren 800 µg (Stand Ableitung 2020). Gerechnet wird in Retinol-Aktivitätsäquivalenten: 1 µg entspricht 1 µg Retinol oder 12 µg Beta-Carotin.
| Alter | Männlich | Weiblich |
|---|---|---|
| 0 bis unter 4 Monate | 500 µg | 500 µg |
| 4 bis unter 12 Monate | 400 µg | 400 µg |
| 1 bis unter 4 Jahre | 300 µg | 300 µg |
| 4 bis unter 7 Jahre | 350 µg | 350 µg |
| 7 bis unter 10 Jahre | 450 µg | 450 µg |
| 10 bis unter 13 Jahre | 600 µg | 600 µg |
| 13 bis unter 15 Jahre | 800 µg | 700 µg |
| 15 bis unter 19 Jahre | 950 µg | 800 µg |
| 19 bis unter 65 Jahre | 850 µg | 700 µg |
| Ab 65 Jahren | 800 µg | 700 µg |
| Schwangere | – | 800 µg |
| Stillende | – | 1.300 µg |
Angaben in Retinol-Aktivitätsäquivalenten. Für Säuglinge sind es Schätzwerte.
Die EFSA rechnet in Retinoläquivalenten, dort zählen schon 6 µg Beta-Carotin als 1 µg. Sie nennt 650 µg für Frauen und 750 µg für Männer (2015).
In Deutschland nehmen Erwachsene laut Nationaler Verzehrsstudie II im Mittel 1.400 bis 1.800 µg Retinoläquivalente am Tag auf – mehr als empfohlen (BfR). Vorgeformtes Vitamin A macht davon nur 400 bis 700 µg aus.
Beim vorgeformten Vitamin A liegen Bedarf und Obergrenze nah beieinander. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nennt deshalb zwei Wege: gar kein Vitamin A in Nahrungsergänzungsmitteln oder höchstens 200 µg pro Tagesdosis eines Produkts, ab 15 Jahren.
Auf solchen Produkten soll stehen, dass Schwangere sie nur nach ärztlicher Rücksprache nehmen. Die Werte für Vitamin A und Beta-Carotin überarbeitet das BfR gerade (BfR-Übersicht, Stand 2025).
| Was | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Vorschlag für Nahrungsergänzungsmittel (vorgeformtes Vitamin A) | höchstens 200 µg pro Tag, ab 15 Jahren; Hinweis zur Schwangerschaft | BfR 2021, in Überarbeitung |
| Beta-Carotin in Nahrungsergänzungsmitteln | höchstens 3,5 mg pro Tag | BfR 2021, in Überarbeitung |
| Obergrenze aus allen Quellen (vorgeformtes Vitamin A) | Obergrenze: 3.000 µg pro Tag für Erwachsene, auch Schwangere, Stillende und Frauen nach den Wechseljahren | EFSA 2024 |
| Beta-Carotin aus Präparaten | keine Obergrenze ableitbar; Raucherinnen und Raucher sollen keine Präparate mit Beta-Carotin nehmen | EFSA 2024 |
| Erlaubte Formen in Nahrungsergänzungsmitteln | Retinol, Retinylacetat, Retinylpalmitat, Beta-Carotin | Richtlinie 2002/46/EG, Anhang II |
| Referenzwert für die Kennzeichnung | Referenzwert: 800 µg pro Tag | Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 |
Der BfR-Wert ist ein Vorschlag, keine gesetzliche Höchstmenge. Auf der Packung steht Vitamin A in µg Retinoläquivalenten.
Warum so wenig? Für 15- bis 17-Jährige liegt die Obergrenze bei 2.600 µg, und so viel vorgeformtes Vitamin A nehmen die 5 % der Jungen mit der höchsten Zufuhr schon mit dem Essen auf. Rechnerisch bleibt für Präparate nichts übrig (BfR).
Riskant ist vorgeformtes Vitamin A aus Präparaten, Leber und Lebertran. Für Beta-Carotin aus Gemüse und Obst gibt es laut EFSA keine Hinweise auf Schäden.
| Medikament oder Situation | Gut zu wissen |
|---|---|
| Isotretinoin (Aknemittel zum Einnehmen) | Mit Vitamin A verwandt. Laut Fachinformation soll man dazu kein Vitamin A nehmen, weil sonst eine Überdosierung droht (EMA). Bei anderen Retinoiden frag in der Praxis. |
| Multivitamine, Lebertran, Leber-Kapseln | Das Vitamin A addiert sich. Rechne die Mengen zusammen oder frag in der Apotheke. |
| Präparate mit Beta-Carotin und Rauchen | Raucherinnen und Raucher sollen laut EFSA keine Präparate mit Beta-Carotin nehmen. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Apotheke oder Praxis.
Für Schwangere empfiehlt die DGE 800 µg Vitamin A am Tag, für Stillende 1.300 µg. Gemüse mit Beta-Carotin, Milchprodukte und Eier tragen dazu bei.
Seit den 1990er-Jahren gilt in Deutschland die Empfehlung, die das BfR 2021 bestätigt hat: In der Schwangerschaft auf Leber aller Tierarten verzichten. Die EFSA rät 2024 auch Frauen, die schwanger werden wollen, von Leberprodukten ab.
Der Grund: In einer US-Studie (1995) mit rund 22.700 Schwangeren hatten Kinder häufiger Fehlbildungen, wenn die Mütter mehr als 10.000 IE (3.000 µg) vorgeformtes Vitamin A am Tag aus Präparaten nahmen. Die Fälle häuften sich, wenn das vor der 7. Schwangerschaftswoche geschah.
Die Obergrenze der EFSA gilt nur für vorgeformtes Vitamin A, nicht für Beta-Carotin. Präparate in Schwangerschaft und Stillzeit oder für Kinder nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme – die BfR-Höchstmenge gilt erst ab 15 Jahren.
Mythen-Check: Was stimmt an verbreiteten Aussagen zu Vitamin A und Beta-Carotin – und was zeigen Studien?
In einer finnischen Studie (1994) mit 29.133 Rauchern nahmen die Männer fünf bis acht Jahre lang 20 mg Beta-Carotin am Tag oder ein Scheinmittel. Mit Beta-Carotin erkrankten 18 % mehr an Lungenkrebs, die Sterblichkeit lag um 8 % höher. Die EFSA rät Rauchern deshalb von solchen Präparaten ab.
In einer US-Beobachtungsstudie (2002) mit 72.337 Frauen nach den Wechseljahren hatten Frauen mit mindestens 3.000 µg Vitamin A am Tag häufiger einen Hüftbruch als Frauen mit weniger als 1.250 µg. Die EFSA prüfte 2024 alle neueren Daten: Für Mengen bis 3.000 µg ist ein ursächlicher Zusammenhang nicht belegt.
Die zugelassenen Angaben gelten schon ab 15 % des Referenzwerts. Erwachsene in Deutschland nehmen im Mittel mehr auf, als die DGE empfiehlt (BfR). Weil der Abstand zur Obergrenze klein ist, sieht das BfR für Präparate kaum Spielraum.
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
Vitamin A trägt zur Erhaltung normaler Sehkraft bei. Insgesamt hat die EU sechs Angaben zugelassen, unter anderem zu Haut, Schleimhäuten und Immunsystem.
Frauen 700 µg und Männer 850 µg, ab 65 Jahren 800 µg. Schwangere 800 µg und Stillende 1.300 µg – so die DGE.
Am meisten Leber, außerdem Butter, Käse und Eier. Möhren, Süßkartoffeln, Grünkohl und Spinat liefern Beta-Carotin – eine Möhre rund 750 µg Vitamin A.
Ja. Die EFSA nennt für Erwachsene höchstens 3.000 µg vorgeformtes Vitamin A am Tag aus allen Quellen. Für Präparate empfiehlt das BfR höchstens 200 µg am Tag.
Nein. BfR und EFSA raten Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch von Leber und Leberprodukten ab, weil zu viel Vitamin A dem Ungeborenen schaden kann.
Beta-Carotin ist eine Vorstufe, aus der der Körper Vitamin A bildet. Für Beta-Carotin aus dem Essen gibt es keine Obergrenze, Raucher sollen aber laut EFSA keine Beta-Carotin-Präparate nehmen.
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