Eine belegte Wirkung von Strontium als Nahrungsergänzung gibt es nicht, und in der EU darf es Nahrungsergänzungsmitteln nicht zugesetzt werden: Unter den 17 erlaubten Mineralstoffen fehlt es. Studien gibt es vor allem zum früheren Osteoporose-Arzneimittel Strontiumranelat, unter dem Frauen häufiger einen Herzinfarkt hatten als mit Placebo (1,7 gegenüber 1,1 von 100) und das seit 2020 in der EU nicht mehr zugelassen ist. Weil sich Strontium in die Knochen einlagert, zeigt die DXA-Messung danach höhere Werte, als es der Knochen hergibt. Stand: Oktober 2026.
Strontium ist ein chemisches Element und mit Calcium verwandt. Der Körper behandelt es ähnlich und baut es in die Knochen ein. Ein Nährstoff, den der Körper braucht, ist Strontium nicht.
Als Nahrungsergänzung wird meist Strontiumcitrat angeboten, vor allem im Netz und mit dem Versprechen stärkerer Knochen. Studien zeigen, dass Frauen mit Osteoporose es teils in Eigenregie einnehmen.
Davon zu unterscheiden ist Strontiumranelat. Das war ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel bei schwerer Osteoporose und ist in der EU seit 2020 nicht mehr zugelassen. Mit radioaktivem Strontium-90, das bei Atomunfällen frei werden kann, haben Präparate nichts zu tun.
Welche Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln stecken dürfen, legt die EU in einer festen Liste fest. In Deutschland gilt sie über die Nahrungsergänzungsmittelverordnung. Erlaubt sind zum Beispiel Calcium, Magnesium und Zink – Strontium steht nicht auf der Liste.
| Wo | Was gilt |
|---|---|
| Nahrungsergänzungsmittel | Nicht erlaubt. Strontium gehört nicht zu den 17 Mineralstoffen, die die EU für Nahrungsergänzungsmittel zugelassen hat, und keine Strontiumverbindung steht auf der Liste der erlaubten Formen. |
| EU-Liste zugelassener neuartiger Lebensmittel | Keine Strontiumverbindung als Zutat zugelassen. Strontium taucht dort nur als Verunreinigung mit Grenzwert in einer Spezifikation auf. |
| Arzneimittel Strontiumranelat | EU-Zulassung ab 2004. Nach Prüfungen 2013 und 2014 nur noch bei schwerer Osteoporose ohne andere Möglichkeit und nie bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Im April 2020 nahm die EU-Kommission die Zulassung auf Wunsch des Herstellers zurück, der den Vertrieb aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt hatte. |
| Gesundheitsangaben | Keine. Für Strontium hat die EU keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen. |
Für dich heißt das: Strontium-Präparate zum Einnehmen dürfen in der EU nicht als Nahrungsergänzung verkauft werden. Angebote aus dem Netz hat keine Behörde auf Gehalt und Reinheit geprüft.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Große Studien gibt es nur zum Arzneimittel Strontiumranelat, nicht zu Strontiumcitrat.
In Studien mit Frauen nach den Wechseljahren gab es weniger Knochenbrüche. Eine Auswertung von Daten aus rund 7.500 Frauen zeigte aber mehr Herzinfarkte (1,7 gegenüber 1,1 von 100) und mehr Blutgerinnsel in den Venen (1,9 gegenüber 1,3 von 100) als mit Placebo. Deshalb schränkte die EMA den Einsatz 2014 stark ein.
Strontium ist schwerer als Calcium und hält Röntgenstrahlen stärker auf. Ersetzt Strontium 1 von 100 Calcium-Atomen im Knochen, zeigt die übliche Röntgenmessung der Knochen (DXA) rund 10 % höhere Werte, je nach Gerät (Studie 2010). Dieser Messeffekt erklärt laut Fachinformation etwa die Hälfte des gemessenen Anstiegs unter dem Arzneimittel über 3 Jahre.
Frauen mit geringer Knochenmasse nahmen ein Jahr lang Melatonin, Strontiumcitrat, Vitamin D3 und Vitamin K2 oder Placebo. Der DXA-Messwert an der Wirbelsäule lag danach höher. Welcher Stoff dafür verantwortlich ist und wie viel davon nur Messeffekt durch Strontium war, lässt sich nicht trennen.
Bei 10 Frauen, die Strontium-Präparate in Eigenregie nahmen, stieg der Strontium-Gehalt im Knochen schon nach einem Tag und noch nach 4 Jahren weiter an (2014). Die Werte unterschieden sich zwischen den Frauen stark.
Untersucht sind Wechselwirkungen nur beim Arzneimittel Strontiumranelat. Weil es um das Strontium selbst geht, gelten sie vermutlich auch für andere Verbindungen.
| Medikament oder Lebensmittel | Gut zu wissen |
|---|---|
| Antibiotika aus den Gruppen Tetracycline und Chinolone | Strontium kann sie bereits beim Schlucken binden, sie wirken dann schlechter. Beim Arzneimittel sollte die Einnahme während einer solchen Behandlung pausieren. |
| Calcium, Milch und Milchprodukte, Essen allgemein | Mit Calcium, Milch oder Essen kam etwa 60 bis 70 % weniger Strontium aus dem Arzneimittel im Blut an. |
| Säurebinder mit Aluminium oder Magnesium | Etwas weniger Strontium im Blut, je nach Zeitpunkt der Einnahme. |
| Osteoporose-Medikamente | Nicht ohne Rücksprache kombinieren. Die Behandlung gehört in ärztliche Hände. |
Nimmst du Medikamente, sprich vor einem Strontium-Präparat mit deiner Praxis oder Apotheke.
Als Nahrungsergänzung ist keine Wirkung belegt. Die bekannten Studien stammen vom Arzneimittel Strontiumranelat, das auch das Herzinfarkt-Risiko erhöhte.
Nein. Strontium gehört nicht zu den 17 Mineralstoffen, die die EU für Nahrungsergänzungsmittel zugelassen hat.
Strontiumranelat war ein verschreibungspflichtiges Osteoporose-Arzneimittel und ist seit 2020 in der EU nicht mehr zugelassen. Strontiumcitrat wird im Netz als Präparat angeboten und ist kaum untersucht.
Strontium hält Röntgenstrahlen stärker auf als Calcium. Schon wenn 1 von 100 Calcium-Atomen ersetzt ist, zeigt die DXA rund 10 % höhere Werte.
Nein. Radioaktiv ist Strontium-90 aus Atomunfällen, Präparate enthalten nicht radioaktives Strontium.
Lass dich ärztlich beraten. Es gibt zugelassene Medikamente, und eine Behandlung wird regelmäßig überprüft.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.