Eine belegte Wirkung von Kava Kava gibt es nicht: Ältere kurze Studien zu Angst fielen eher positiv aus, eine Studie mit 171 Teilnehmenden über 16 Wochen (2020) fand keinen Unterschied zu Placebo. In Deutschland ist Kava als Lebensmittel nicht verkehrsfähig, und 2019 hat das BfArM auch die Zulassungen der Kava-Arzneimittel widerrufen – weil Belege für einen Nutzen fehlen und schwere Leberschäden bis hin zu Todesfällen berichtet wurden. Stand: Oktober 2026.
Kava Kava, auf Deutsch Rauschpfeffer, gehört zu den Pfeffergewächsen. Der botanische Name ist Piper methysticum. Verwendet wird der Wurzelstock.
Auf vielen Pazifikinseln wird aus der Wurzel ein Getränk zubereitet. Es spielt dort bei Zeremonien und im sozialen Leben eine wichtige Rolle.
Als kritische Inhaltsstoffe nennt die Pflanzenliste von Bund und Ländern die Kavapyrone, auch Kavalactone genannt, zum Beispiel Kavain. Mehr zur Pflanze im Lexikon: Kava Kava.
Kava betrifft zwei Rechtsbereiche: Lebensmittel und Arzneimittel. In beiden ist Kava in Deutschland seit über 20 Jahren ein Thema für die Behörden.
| Bereich | Was gilt |
|---|---|
| Lebensmittel und Nahrungsergänzung | Nicht verkehrsfähig. So bewertete es 2002 das damalige Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz (BgVV, Vorgänger des BfR), weil nach Kava-Arzneimitteln schwere Leberschäden aufgetreten waren. |
| Stoffliste von Bund und Ländern | Der Kava-Wurzelstock steht dort als Arzneistoff in Liste A: Eine Verwendung in Lebensmitteln wird wegen bekannter Risiken nicht empfohlen, egal in welcher Menge. Die Liste ist eine Orientierungshilfe der Behörden, kein Gesetz. |
| Arzneimittel | Das BfArM widerrief die Zulassungen 2002 und nach weiteren Verfahren 2007. Nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts NRW kamen Kava-Mittel 2015 unter strengen Auflagen zurück: nur für Erwachsene, zeitlich begrenzt und mit Kontrolle der Leberwerte. Im Dezember 2019 widerrief das BfArM die Zulassungen erneut, mit sofortiger Wirkung. Das Verfahren umfasst auch homöopathische Mittel bis zur Potenz D4. |
| Verschreibungspflicht | Kava-Wurzelstock, seine Zubereitungen und Kavain sind verschreibungspflichtig. Ausgenommen sind bestimmte homöopathische Zubereitungen. |
| EU | Eine EU-weite Regel für Kava in Lebensmitteln gibt es nicht. Im EU-Katalog für neuartige Lebensmittel steht Kava nicht. Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel der EMA bewertete das Nutzen-Risiko-Verhältnis 2017 als ungünstig. |
| Gesundheitsangaben | Eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht. |
Für dich heißt das: Kava-Produkte dürfen in Deutschland nicht als Lebensmittel verkauft werden, auch nicht als Getränkepulver, Tee oder Kapseln. Die Zulassungen der Kava-Arzneimittel sind seit Ende 2019 widerrufen, auch die homöopathischer Mittel bis zur Potenz D4.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Die meisten Studien sind älter, kurz und mit unterschiedlichen Extrakten gemacht.
Ein Cochrane-Review (2003) wertete 11 Studien mit 645 Teilnehmenden aus, die Behandlung dauerte zwischen 1 und 24 Wochen. Zusammengefasst sank ein Angst-Punktwert in 6 dieser Studien mit Kava stärker als mit Placebo. Die Autoren forderten Studien zur Sicherheit über längere Zeit.
171 Menschen mit generalisierter Angststörung nahmen in Australien 16 Wochen lang einen wässrigen Kava-Extrakt oder Placebo (2020). Die Angst ging in beiden Gruppen ähnlich zurück, mit Placebo sogar etwas stärker. Auffällige Leberwerte kamen mit Kava häufiger vor.
Das BfArM kam 2019 wie der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel der EMA zum Ergebnis: Für alkoholische Kava-Extrakte gibt es keine ausreichenden Belege bei Angststörungen. Zusammen mit dem Leberrisiko ergibt das eine negative Nutzen-Risiko-Bewertung.
Im Langzeitversuch des US-Toxikologieprogramms bekamen Ratten und Mäuse 2 Jahre lang einen Kava-Extrakt (2012). Bei männlichen Mäusen traten deutlich mehr Lebertumoren auf, bei weiblichen Mäusen etwas mehr. Ob das auf Menschen übertragbar ist, ist offen.
Für die früheren Kava-Arzneimittel verlangte das BfArM 2015 Warnhinweise zu zahlreichen Wechselwirkungen.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Alkohol | Nicht zusammen mit Kava. Das BfArM verlangte diesen Hinweis ausdrücklich. |
| Beruhigungs- und Schlafmittel (zum Beispiel Benzodiazepine) | Die dämpfenden Effekte können sich verstärken. Beschrieben ist ein Fall von Koma nach Kava zusammen mit Alprazolam (1996). |
| Medikamente, die die Leber belasten können | Kava kann mögliche Leberschäden verstärken. |
| Betablocker, bestimmte Antidepressiva, Migränemittel | Werden teils über dasselbe Leberenzym (CYP2D6) abgebaut. Wechselwirkungen sind möglich. |
Nimmst du Medikamente, verzichte auf Kava und sprich bei Fragen mit deiner Praxis oder Apotheke.
Verlässlich belegt ist keine. Ältere kurze Studien zu Angst fielen eher positiv aus, eine Studie mit 171 Teilnehmenden über 16 Wochen (2020) fand keinen Unterschied zu Placebo.
Als Lebensmittel und Nahrungsergänzung ist Kava nicht verkehrsfähig. Die Zulassungen der Kava-Arzneimittel hat das BfArM im Dezember 2019 widerrufen.
Am schwersten wiegen Leberschäden bis zum Leberversagen, teils mit Transplantation oder Tod. Zusammen mit Alkohol oder Beruhigungsmitteln können sich dämpfende Effekte verstärken.
Ja, es gibt Berichte über schwere Leberschäden: Dem BfArM lagen 2002 39 Verdachtsfälle vor, 3 davon tödlich. In einer Studie (2020) waren Leberwerte mit Kava häufiger auffällig als mit Placebo.
In Deutschland dürfen Kava-Erzeugnisse nicht als Lebensmittel verkauft werden. Das gilt auch für Getränkepulver und Tee.
Rauschpfeffer ist der deutsche Name für Kava Kava (Piper methysticum), eine Pfefferpflanze aus dem Südpazifik.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.