Eine belegte Wirkung von Lumbrokinase gibt es nicht: Das Enzym aus Regenwürmern spaltet im Labor Fibrin, den Faserstoff in Blutgerinnseln. Studien am Menschen stammen fast alle aus China und sind oft von geringer Qualität. In der EU ist es nicht als Lebensmittel zugelassen, und mit Blutverdünnern ist ein höheres Blutungsrisiko möglich.
Lumbrokinase ist ein Sammelname für mehrere eiweißspaltende Enzyme aus Regenwürmern, etwa aus dem Rotwurm (Lumbricus rubellus).
Im Labor spalten diese Enzyme Fibrin. Fibrin bildet das Netz, das ein Blutgerinnsel zusammenhält. Darauf beruht das Interesse an Lumbrokinase.
Ein Stoff, der die Blutgerinnung beeinflussen soll, ist rechtlich eher in der Nähe eines Arzneimittels. Ohne Zulassung fehlt eine behördliche Prüfung von Qualität und Sicherheit.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen.
Eine Auswertung von 35 Studien aus den Jahren 2010 bis 2024 (2025), fast alle aus China, untersuchte Lumbrokinase bei Menschen mit akutem Schlaganfall, jeweils zusätzlich zur üblichen Therapie. Einige Bewertungsskalen fielen besser aus. Die Studien waren sehr unterschiedlich und hatten oft ein hohes Risiko für Verzerrungen.
Eine kleine Pilotstudie mit 10 Menschen mit stabiler Angina pectoris (2009) hatte keine Vergleichsgruppe. Belastbare Aussagen erlaubt sie nicht.
In einer Herstellerstudie mit 20 Gesunden (2016) änderten sich über zwei Wochen die Gerinnungswerte nicht nennenswert, Blutungen traten nicht auf.
Eine große, placebokontrollierte Studie aus China ist angekündigt. Ergebnisse lagen bei Redaktionsschluss nicht vor.
Formale Studien zu Wechselwirkungen gibt es nicht. Aus der Wirkweise ergibt sich aber ein möglicher Zusatzeffekt auf die Blutgerinnung.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Gerinnungshemmer (zum Beispiel Phenprocoumon, Apixaban, Rivaroxaban) | Mögliches zusätzliches Blutungsrisiko. Nicht ohne ärztliche Rücksprache kombinieren. |
| Thrombozytenhemmer (zum Beispiel ASS, Clopidogrel) | In chinesischen Studien oft zusammen gegeben, die Sicherheit ist aber nicht gut untersucht. |
Nimmst du Medikamente, sprich vor jedem Lumbrokinase-Produkt mit deiner Praxis oder Apotheke.
Belegt ist keine. Im Labor spaltet das Enzym Fibrin, den Faserstoff in Blutgerinnseln. Studien am Menschen stammen fast alle aus China und haben oft eine geringe Qualität.
Als Lebensmittel ist es in der EU nicht zugelassen. Eine klare behördliche Einstufung gibt es nach unserer Recherche nicht.
Im Labor spaltet es Fibrin. Ob das beim Menschen einen Nutzen hat, zeigen bisher nur Studien aus China mit oft geringer Qualität.
Nicht ohne ärztliche Rücksprache. Zusammen ist ein höheres Blutungsrisiko möglich.
Aus Regenwürmern, zum Beispiel aus dem Rotwurm Lumbricus rubellus.
Weil es Fibrin abbaut, ist ein höheres Blutungsrisiko denkbar, vor allem mit blutverdünnenden Medikamenten. In den bisherigen Studien war es nicht deutlich erhöht, Langzeitdaten fehlen.
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