AFA-Algen haben keine belegte Wirkung, die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. Das größere Thema sind Algengifte: In den USA lagen in 63 von 87 untersuchten Proben die Microcystine über dem Orientierungswert von 1 µg pro Gramm. Kinder sollten AFA-Produkte laut Verbraucherzentrale nicht essen, Schwangere und Stillende darauf verzichten. Stand: Oktober 2026.
AFA steht für Aphanizomenon flos-aquae. Das ist ein Cyanobakterium, früher sagte man Blaualge. Wie Spirulina zählt AFA nicht zu den echten Algen, weil die Zellen keinen echten Zellkern haben.
Geerntet wird AFA wild, vor allem im Upper Klamath Lake im US-Bundesstaat Oregon. Getrocknet kommt es als Pulver, Presslinge oder Kapseln in den Handel.
Im Internet werden AFA-Algen mit sehr vielen Versprechen angepriesen, von Konzentration und Gedächtnis bis zu Allergien. Belege dafür gibt es laut Verbraucherzentrale nicht. Das BgVV, Vorgänger des Bundesinstituts für Risikobewertung, nannte solche Aussagen schon 2001 nicht belegt und möglicherweise irreführend.
Getrocknete AFA bestehen laut Verbraucherzentrale zu 57 bis 62 % aus Eiweiß, dazu kommen Kohlenhydrate, etwas Fett und Farbstoffe wie Chlorophyll. Bei 1,5 g am Tag sind das aber knapp 1 g Eiweiß.
Das BgVV hielt es 2001 deshalb für unwahrscheinlich, dass Tabletten die Versorgung mit Eiweiß oder Nährstoffen verbessern. Auch die Omega-3-Fettsäure aus 1,5 g AFA bringt laut Verbraucherzentrale höchstens ein Zehntel der Menge, die die DGE nennt. Jod enthalten AFA wenig, weil sie aus Süßwasser stammen.
Eine amtliche Tagesmenge für AFA-Algen gibt es nicht.
Hersteller empfahlen laut einer Kommission der Deutschen Forschungsgemeinschaft bis zu 3 g am Tag. Bei den gemessenen Microcystin-Gehalten kann schon das zu viel Algengift liefern, schrieb die Kommission 2005.
Zum Einordnen: Die WHO leitete für Microcystin-LR eine vorläufige tolerierbare Menge von 0,04 µg pro kg Körpergewicht am Tag ab. Für einen Erwachsenen mit 60 kg sind das 2,4 µg. Der US-Orientierungswert von 1 µg pro g AFA geht davon aus, dass jemand 2 g AFA am Tag isst und sonst keine Microcystine aufnimmt.
Das größte Risiko sind Microcystine. Diese Gifte bildet vor allem eine andere Blaualge, Microcystis aeruginosa. Sie wächst im selben See und kann bei der Ernte mit in das Produkt gelangen.
Mikroalgen können laut BgVV außerdem Schwermetalle und andere Schadstoffe anreichern. Treten Beschwerden auf, setz das Produkt ab und lass dich ärztlich beraten.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Mittel, die das Immunsystem dämpfen (Immunsuppressiva) | Laut Verbraucherzentrale sind Wechselwirkungen möglich. Nur nach ärztlicher Rücksprache. |
| Blutverdünner | Laut Verbraucherzentrale sind Wechselwirkungen möglich. Frag vorher in der Apotheke. |
| Verschriebene Medikamente allgemein | BgVV und Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte warnten 2002, dass AFA-Präparate keine Therapie ersetzen. Setz nichts ohne Rücksprache ab. |
Gezielte Studien zu Wechselwirkungen gibt es kaum. Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Apotheke oder Praxis.
Laut Verbraucherzentrale sollten Kinder grundsätzlich keine AFA-Produkte essen. Schwangere und Stillende sollten zum Schutz des Kindes darauf verzichten.
Die US-Behörde FDA rät, vor Algen-Präparaten für Kinder die Kinderarztpraxis zu fragen. In Schwangerschaft und Stillzeit sprich mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
| Thema | Was gilt |
|---|---|
| Lebensmittel | Laut Novel-Food-Katalog der EU ist Aphanizomenon flos-aquae var. flos-aquae kein neuartiges Lebensmittel (POL-NF-00139). Ein zweiter Eintrag zur Art nennt sie in Nahrungsergänzungsmitteln nicht neuartig (POL-NF-09483). AFA darf ohne Zulassung verkauft werden. |
| Algengifte | Einen EU-Höchstgehalt für Microcystine in Lebensmitteln gibt es nicht. Oregon legte 1 µg pro g für Algenprodukte fest – ein US-Wert, kein EU-Recht. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Eine beantragte Angabe zur Stimmung steht „on hold“. |
| Bewertung in Deutschland | Das BgVV hielt 2001 die Unbedenklichkeit von Algenerzeugnissen für nicht garantiert. Die DFG-Kommission sah 2005 bei regelmäßigem Verzehr eine Gefährdung als nicht ausgeschlossen. |
Als Lebensmittel dürfen AFA-Produkte nicht mit Krankheiten beworben werden. Ein Versprechen auf der Packung ist deshalb kein geprüfter Fakt.
Studien am Menschen gibt es kaum, und die vorhandenen sind sehr klein. Hier steht, was untersucht wurde – ohne Versprechen.
AFA wurde unter anderem für Kinder mit ADHS beworben. Laut DFG-Kommission sind solche Effekte wissenschaftlich nicht erwiesen. Belastbare Studien am Menschen gibt es nach unserer Recherche nicht.
In einer Studie (2007) nahmen 12 gesunde Erwachsene einmal einen AFA-Extrakt oder ein Scheinmittel. Die Zahl bestimmter Stammzellen im Blut lag eine Stunde später um 18 % höher, der Anstieg war vorübergehend. Ob das irgendeinen Nutzen hat, wurde nicht untersucht.
Eine Analyse (2006) fand in AFA fast nur Pseudo-Vitamin-B12. Ein Test, der nur echtes B12 erfasst, zeigte rund 5 % des Werts eines älteren Messverfahrens. Die Autoren halten AFA für ungeeignet, um sich vegan mit B12 zu versorgen.
Mengen von 1,5 bis 3 g am Tag liefern nur wenig Eiweiß, Vitamine und Fettsäuren. Nach BgVV und Verbraucherzentrale ist ein Nutzen für die Versorgung deshalb fraglich.
Eine belegte Wirkung gibt es nicht, die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. Die wenigen Studien am Menschen sind sehr klein, eine hatte 12 Teilnehmende.
Sie können mit Microcystinen belastet sein, die die Leber schädigen. In den USA lagen 63 von 87 Proben über dem Orientierungswert von 1 µg pro Gramm.
Kaum nutzbares. Sie enthalten vor allem Pseudo-Vitamin-B12, das der Mensch nicht als Vitamin nutzen kann. Bei veganer Ernährung brauchst du ein B12-Präparat.
Laut Verbraucherzentrale nein. Auch Schwangere und Stillende sollten darauf verzichten.
Eine amtliche Tagesmenge gibt es nicht. Hersteller empfahlen bis zu 3 g – bei belasteten Produkten kann das laut DFG-Kommission schon zu viel Algengift sein.
Beides sind Cyanobakterien. AFA wird wild in einem See geerntet, in dem auch eine giftige Blaualge wächst. Spirulina wird gezüchtet.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.