Undecylensäure ist eine Fettsäure aus Rizinusöl, bekannt als Wirkstoff in Cremes und Pudern bei Fußpilz: Dort blieb die Behandlung in Studien deutlich seltener erfolglos als mit Placebo. Als Kapsel zum Einnehmen, etwa für eine „Candida-Kur“, ist sie kaum untersucht, die letzten Studien am Menschen stammen aus den 1950er-Jahren. In der EU ist sie als Aromastoff zugelassen und in Kosmetik als Konservierungsstoff bis 0,2 %, als Nahrungsergänzung ist ihr Status nicht geklärt. Stand: Oktober 2026.
Undecylensäure, chemisch 10-Undecensäure, ist eine Fettsäure mit 11 Kohlenstoff-Atomen. Sie wird aus Rizinusöl gewonnen: Bei 500 bis 550 °C zerfällt die Ricinolsäure aus dem Öl, dabei entsteht unter anderem Undecylensäure.
Bekannt ist sie als Wirkstoff in Cremes, Pudern und Lösungen bei Fußpilz, auch als Zinksalz (Zinkundecylenat). In der Chemie ist sie außerdem ein wichtiger Grundstoff.
Als Kapsel zum Einnehmen wird Undecylensäure für eine „Candida-Kur“ gegen Hefepilze im Dickdarm beworben. Ähnlich beworben werden etwa Oregano-Öl und Grapefruitkern-Extrakt.
Für Undecylensäure zum Einnehmen gibt es keine amtliche Tagesmenge und keine Höchstmenge für Nahrungsergänzungsmittel.
Bewertet hat sie der Sachverständigenausschuss von FAO und WHO (JECFA) 1998, aber nur als Aromastoff: Bei den Mengen, die über Aromen ins Essen gelangen, sah er keine Sicherheitsbedenken. Über Kapseln sagt diese Bewertung nichts.
In den USA schreiben die Regeln für rezeptfreie Mittel bei Fußpilz zum Auftragen 10 bis 25 % Undecylensäure und ihre Salze vor. Das ist eine Konzentration für die Haut, keine Menge zum Einnehmen.
Treten Beschwerden auf, setz das Präparat ab und lass dich ärztlich beraten.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Arzneimittel bei Pilzinfektionen | Nicht untersucht. Undecylensäure-Kapseln ersetzen keine ärztlich verordnete Behandlung. |
| Medikamente allgemein | Studien zu Wechselwirkungen von Undecylensäure zum Einnehmen gibt es nicht. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat mit Undecylensäure in der Apotheke oder Praxis.
Zu Undecylensäure zum Einnehmen in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine Daten. Für Kinder auch nicht.
Präparate in Schwangerschaft und Stillzeit sowie für Kinder nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme. Pilzinfektionen in der Schwangerschaft gehören ärztlich behandelt.
Undecylensäure ist in der EU für einzelne Zwecke klar geregelt. Für Kapseln zum Einnehmen gibt es dagegen keine Einstufung.
| Bereich | Was gilt |
|---|---|
| Nahrungsergänzungsmittel | Kein Eintrag im EU-Novel-Food-Katalog und in der EU-Liste zugelassener neuartiger Lebensmittel. Eine Einstufung durch Behörden ist uns nicht bekannt. |
| Aromastoff | In der EU als Aromastoff zugelassen (FL-Nr. 08.039). Das gilt für die Verwendung als Aroma in Lebensmitteln. |
| Kosmetik | Als Konservierungsstoff bis 0,2 % erlaubt. |
| Arzneimittel in den USA | In der FDA-Monographie anerkannter Wirkstoff für rezeptfreie Mittel bei Fußpilz zum Auftragen. |
| EU-Schnellwarnsystem RASFF | Keine Meldung zu Undecylensäure gefunden. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. |
Ein fehlender Eintrag heißt nicht, dass Kapseln erlaubt sind. Der Hersteller muss belegen können, dass sein Produkt verkehrsfähig ist. Als Lebensmittel darf Undecylensäure nicht mit Krankheiten wie Pilzinfektionen beworben werden.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Zum Einnehmen gibt es kaum Daten.
Eine Cochrane-Übersicht (2007) fasste Studien zu Mitteln bei Fußpilz zum Auftragen zusammen. Mit Undecylensäure-Präparaten blieb die Behandlung deutlich seltener erfolglos als mit Placebo, das Risiko lag bei 29 % des Placebo-Werts. Das gilt für Cremes und Puder auf der Haut, nicht für Kapseln.
Studien am Menschen, die Undecylensäure-Kapseln bei Candida im Dickdarm testen, gibt es nach unserer Suche in der Literaturdatenbank Europe PMC nicht. Im Labor hemmte Undecylensäure ab einer bestimmten Konzentration, dass Candida-Hefen Fäden und Beläge (Biofilme) bilden (2016). Ob geschluckte Undecylensäure dort überhaupt so ankommt, ist nicht untersucht.
Candida gehört bei vielen Gesunden dazu: In einer US-Studie (2017) fand sie sich in 81 % von 317 Stuhlproben gesunder Freiwilliger. In einer Studie mit 42 Frauen (1990), bei denen ein „Candida-Syndrom“ mit Müdigkeit und Verdauungsbeschwerden vermutet wurde, besserten sich die allgemeinen Beschwerden mit einem Pilzmittel nicht stärker als mit einem Scheinmittel, um 25 % gegenüber 23 %.
Damals wurde Undecylensäure zum Einnehmen bei Schuppenflechte und Neurodermitis getestet. In einer Studie (1951) mit 31 Menschen war der Nutzen laut dem Autor zweifelhaft, und es traten Nebenwirkungen auf. Neuere Studien zum Einnehmen gibt es nach unserer Recherche nicht.
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Untersucht ist sie vor allem zum Auftragen bei Fußpilz: Dort blieb die Behandlung in Studien deutlich seltener erfolglos als mit Placebo. Zum Einnehmen gibt es keine aktuellen Studien und keine EU-zugelassene Gesundheitsangabe.
Belegt ist nichts. Studien am Menschen mit Kapseln bei Candida im Dickdarm sind uns nicht bekannt, nur Laborversuche, und Candida findet sich auch im Stuhl vieler Gesunder.
Eine amtliche Tagesmenge gibt es nicht. JECFA hat Undecylensäure 1998 nur für die Verwendung als Aromastoff bewertet, über Kapseln sagt das nichts.
Zum Einnehmen fehlen aktuelle Daten. In einer Studie von 1951 mit 31 Menschen traten Hautausschlag, Juckreiz und möglicherweise ein Herzereignis auf, auf der Haut sind Allergien beschrieben.
Das ist ungeklärt. Im EU-Novel-Food-Katalog gibt es keinen Eintrag. Zugelassen ist sie in der EU als Aromastoff und in Kosmetik als Konservierungsstoff bis 0,2 %.
Aus Rizinusöl. Bei 500 bis 550 °C zerfällt die Ricinolsäure aus dem Öl, dabei entsteht unter anderem Undecylensäure.
Nein. Sie entsteht erst beim Spalten des Öls bei großer Hitze und ist ein eigener Stoff.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.