Eine belegte Wirkung hat Eierschalenmembran nicht: Die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen, und in einer Auswertung von 5 Studien mit 530 Menschen mit Kniearthrose gingen die Schmerzen nur wenig stärker zurück als mit Placebo – bezahlt hatten die Studien Hersteller. Zwei aufgeschlossene Formen, die Eimembran-Hydrolysate, sind in der EU als neuartige Lebensmittel zugelassen, mit höchstens 450 bzw. 500 mg am Tag für Erwachsene. Stand: Oktober 2026.
Unter der harten Kalkschale eines Hühnereis liegt eine dünne, fast durchsichtige Haut. Das ist die Eierschalenmembran. Du siehst sie, wenn du ein gekochtes Ei pellst.
Für Präparate werden Eierschalen aus der Lebensmittelindustrie getrennt: Die Membran wird mit Wasser und Technik von der Kalkschale gelöst, getrocknet und gemahlen. Sie besteht vor allem aus Eiweißen wie Kollagen und Elastin, dazu kommen Glykosaminoglykane, die auch im Knorpel vorkommen.
Mehr zum Rohstoff liest du im Lexikon unter Eierschalenmembran. Ähnlich vermarktet werden Kollagen und Glucosamin.
Im Handel gibt es zwei Arten: gemahlene Membran im natürlichen Zustand und aufgeschlossene Membran, ein sogenanntes Hydrolysat. Für die Hydrolysate gelten eigene Regeln, weil sie neuartige Lebensmittel sind.
| Form | Was ist das? | Status und Bedingungen |
|---|---|---|
| Eierschalenmembran (nativ) | Getrocknete, gemahlene Membran | Laut EU-Katalog kein neuartiges Lebensmittel. Keine besonderen Bedingungen. |
| Eimembran-Hydrolysat | Wasserlösliches Pulver mit mindestens 15 % Kollagen, 20 % Elastin und 5 % Glykosaminoglykanen | Zugelassen seit November 2018. Nahrungsergänzung für Erwachsene, höchstens 450 mg am Tag. |
| Eimembran-Hydrolysat (enzymatisch hergestellt) | Mit dem Enzym Papain aufgespaltenes Pulver, mindestens 70 % Eiweiß, davon 15 bis 30 % Kollagen | Zugelassen seit Juli 2026. Nahrungsergänzung für Erwachsene außer Schwangeren und Stillenden, höchstens 500 mg am Tag. |
| Eierschalenkalk | Erhitzte, gemahlene Kalkschale ohne Membran | Kein neuartiges Lebensmittel, wird zum Anreichern mit Calcium genutzt. Etwas anderes als die Membran. |
Quellen: EU-Katalog für neuartige Lebensmittel (Eintrag Gallus gallus domesticus) und Unionsliste der zugelassenen neuartigen Lebensmittel (Durchführungsverordnung (EU) 2017/2470, Fassung vom 10.08.2026).
Für die beiden Hydrolysate legt die EU Höchstmengen fest: 450 mg Eimembran-Hydrolysat am Tag für Erwachsene, 500 mg des enzymatisch hergestellten Hydrolysats für Erwachsene außer Schwangeren und Stillenden. Die EFSA hielt diese Mengen 2018 und 2025 für sicher. Die Höchstmengen sind keine Empfehlung.
Für native Eierschalenmembran gibt es keine amtliche Tagesmenge. In den Gelenk-Studien wurden 300 bis 500 mg am Tag untersucht. Das sind Studienbedingungen, kein Rat.
Treten Ausschlag, Juckreiz, Schwellungen oder Atemnot auf, setz das Präparat ab und lass dich ärztlich beraten.
| Medikament oder Präparat | Gut zu wissen |
|---|---|
| Schmerz- und Rheumamittel | Im Zulassungsverfahren fragte 2017 ein EU-Mitgliedstaat nach möglichen Wechselwirkungen mit Mitteln, die Menschen mit Gelenkschmerzen nehmen. Studien dazu gibt es nach unserer Recherche nicht. Frag in deiner Praxis oder Apotheke. |
| Andere Gelenk-Präparate wie Glucosamin, Chondroitin oder Kollagen | Kombinationen sind nicht untersucht. Achte bei Mischpräparaten auf alle Allergene auf der Packung. |
| Alle anderen Medikamente | Studien zu Wechselwirkungen gibt es nicht. Fehlende Daten heißen nicht, dass es keine gibt. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Apotheke oder Praxis.
Das enzymatisch hergestellte Hydrolysat ist für Schwangere und Stillende nicht zugelassen. Auf der Packung muss stehen, dass es nicht von Menschen unter 18 Jahren, Schwangeren und Stillenden verzehrt werden soll.
Das andere Hydrolysat ist für Erwachsene zugelassen. Zu nativer Membran in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine Daten. Sprich Präparate in dieser Zeit mit Ärztin, Arzt oder Hebamme ab, und gib sie Kindern nicht ohne ärztlichen Rat.
| Thema | Was gilt |
|---|---|
| Native Membran | Laut EU-Katalog nicht neuartig, also als Lebensmittel verkehrsfähig. |
| Eimembran-Hydrolysat | Zugelassenes neuartiges Lebensmittel (Durchführungsverordnung (EU) 2018/1647): nur Nahrungsergänzung, Erwachsene, höchstens 450 mg am Tag. |
| Eimembran-Hydrolysat (enzymatisch hergestellt) | Zugelassenes neuartiges Lebensmittel (Verordnung (EU) 2026/1427): nur Nahrungsergänzung, Erwachsene außer Schwangeren und Stillenden, höchstens 500 mg am Tag, Warnhinweis Pflicht. Bis Juli 2031 darf es nur der Antragsteller verkaufen. |
| Allergene | Eier und Erzeugnisse daraus müssen auf der Packung hervorgehoben werden (VO (EU) 1169/2011). |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. |
Für dich heißt das: Präparate mit nativer Membran sind erlaubt, für die Hydrolysate gelten die Höchstmengen. Mit Aussagen zu Krankheiten wie Arthrose darf keines davon beworben werden.
Mythen-Check: Was stimmt an verbreiteten Aussagen zu Eierschalenmembran – und was zeigen Studien?
Eine Auswertung (2024) fand 7 Studien mit 592 Menschen mit Kniearthrose und fasste 5 davon mit 530 Teilnehmenden zusammen. Schmerzen und Beweglichkeit waren mit Eierschalenmembran etwas besser als mit Placebo, der Unterschied war klein. Laut den Autoren bezahlten Hersteller die Studien, die Ergebnisse seien deshalb vorsichtig zu bewerten.
In einer Studie (2009) mit 67 Menschen besserten sich mit 500 mg am Tag Schmerzen und Steifigkeit, der Gesamtwert für das Knie aber nicht deutlich. In einer Studie (2021) mit 150 Menschen über 12 Wochen unterschied sich die Hauptmessung der Schmerzen nicht von Placebo, nur einzelne Fragebogen-Werte. Mit dem Hydrolysat (2019, 88 Menschen) gab es ohne Umrechnung der Werte keine deutlichen Unterschiede.
Die Membran enthält Bausteine, die auch im Knorpel vorkommen. Dass geschluckte Membran Knorpel aufbaut, zeigen die Studien am Menschen nicht: Sie fragten vor allem nach Schmerzen und Beweglichkeit. Hinweise darauf stammen aus Tierversuchen, etwa mit Mäusen und Ratten (2024).
Ein Hersteller wollte sein Hydrolysat als „Kollagenpeptide aus Eimembran“ verkaufen. Die EU-Kommission lehnte den Namen 2026 ab: Bei nur 15 bis 30 % Kollagen könne er Verbraucher irreführen. Heute heißt das Produkt „Eimembran-Hydrolysat (enzymatisch hergestellt)“.
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
Belegt ist keine, und die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. In Studien mit Menschen mit Kniearthrose gingen die Schmerzen nur wenig stärker zurück als mit Placebo, bezahlt hatten die Studien Hersteller.
Für die zugelassenen Hydrolysate gelten EU-Höchstmengen von 450 bzw. 500 mg am Tag für Erwachsene. Für native Membran gibt es keine amtliche Menge, in Studien waren es 300 bis 500 mg.
Nein, nicht ohne ärztliche Rücksprache. Native Membran enthält Eiweiße aus dem Eiklar, und die EFSA stuft auch die Hydrolysate als möglicherweise allergen ein.
Nein. Die Membran enthält Kollagen, aber auch viel Elastin und andere Eiweiße. Im enzymatischen Hydrolysat sind es 15 bis 30 % Kollagen.
Ja. Native Membran gilt nicht als neuartig, und zwei Hydrolysate sind als neuartige Lebensmittel zugelassen, mit Höchstmengen für Nahrungsergänzungsmittel.
Das enzymatisch hergestellte Hydrolysat ist für Schwangere und Stillende nicht zugelassen, zu den anderen Formen fehlen Daten. Sprich mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.