Eine belegte Wirkung von Germanium-132 gibt es nicht, und Germanium ist kein Nährstoff: Unter den 17 Mineralstoffen, die die EU für Nahrungsergänzungsmittel erlaubt, fehlt es. Nach monatelanger Einnahme von Germanium-Präparaten sind mindestens 31 Fälle von Nierenversagen beschrieben, einige endeten tödlich. Stand: Oktober 2026.
Germanium ist ein chemisches Element, das zum Beispiel in der Elektronik für Halbleiter genutzt wird. In der Natur ist es laut dem früheren Bundesinstitut BgVV in sehr geringen Mengen weit verbreitet, auch in Pflanzen und tierischen Lebensmitteln.
Germanium ist kein Nährstoff. Der Körper braucht es nicht, und ein Mangel ist weder bei Menschen noch bei Tieren bekannt.
Germanium-132, kurz Ge-132, ist eine organische Germaniumverbindung, chemisch Carboxyethylgermanium-Sesquioxid. Sie wurde in den 1960er-Jahren entwickelt und dient heute laut einem japanischen Hersteller als Rohstoff für Nahrungsergänzung und Kosmetik.
Seit den 1970er-Jahren wurden Germanium-Präparate erst in Japan, dann auch anderswo als Elixier verkauft, etwa mit Versprechen zu Krebs und Aids. Belegt ist davon nichts. Eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht.
Welche Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln stecken dürfen, legt die EU in einer festen Liste fest. In Deutschland gilt sie über die Nahrungsergänzungsmittelverordnung. Erlaubt sind zum Beispiel Zink und Selen – Germanium steht nicht auf der Liste.
| Wo | Was gilt |
|---|---|
| Nahrungsergänzungsmittel | Nicht erlaubt. Germanium gehört nicht zu den 17 Mineralstoffen, die die EU für Nahrungsergänzungsmittel zugelassen hat, und keine Germaniumverbindung steht auf der Liste der erlaubten Formen. |
| EU-Katalog und EU-Liste neuartiger Lebensmittel | Kein Eintrag, also auch keine Zulassung als neuartiges Lebensmittel. |
| Bewertung in Deutschland | Das BgVV, Vorläufer des heutigen BfR, warnte im Jahr 2000 ausdrücklich vor Ge-132-Kapseln. 2002 lehnte es Germanium in Nahrungsergänzungsmitteln generell ab, weil verlässliche Daten fehlen. |
| USA | Die FDA kann Germanium-Präparate an der Grenze ohne weitere Prüfung zurückhalten, auch unter dem Namen Ge-132. Ihre Begründung: Germanium hat bei längerer Einnahme die Nieren geschädigt und zu Todesfällen geführt, auch in den empfohlenen Mengen. |
| Gesundheitsangaben | Keine. Für Germanium hat die EU keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen. |
Für dich heißt das: Germanium-Präparate zum Einnehmen dürfen in der EU nicht als Nahrungsergänzung verkauft werden. Angebote aus dem Netz hat keine Behörde auf Gehalt und Reinheit geprüft.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Zu Ge-132 gibt es vor allem Labor- und Tierversuche.
Germanium wurde als Nahrungsergänzung verkauft, als würde es dem Körper fehlen. Laut einer Übersicht (1991) ist aber kein Bedarf bekannt, und bei keinem Tier wurde ein Mangel nachgewiesen. Über das normale Essen nimmt jeder ohnehin Spuren davon auf.
In einer Studie aus Südkorea (2020) bekamen 130 Erwachsene 8 Wochen lang eine organische Germaniumverbindung aus Hefe oder ein Scheinmittel. Gemessen wurden nur Laborwerte von Abwehrzellen, nicht, ob jemand seltener krank wurde. Bezahlt hat die Studie ein Pharmaunternehmen, und das Mittel war kein Ge-132.
Befürworter von Ge-132 schrieben 2004 selbst, dass es trotz vieler Tierversuche keine klinischen Studien am Menschen gibt. Zwei der Autoren arbeiteten bei einem Chemieunternehmen. Ein anderer Germanium-Wirkstoff wurde in Krebsstudien geprüft: 40 % der Behandelten hatten deutliche Nervenstörungen, die Ergebnisse waren überwiegend enttäuschend (Übersicht 1991).
Forschende eines japanischen Ge-132-Herstellers fassten 2025 Labor- und Tierversuche zusammen. Sie schreiben selbst, dass erst Studien am Menschen zeigen müssen, ob sich die Befunde übertragen lassen.
Forschende eines Herstellers argumentieren (2026), die schweren Vergiftungen gingen auf anorganisches Germanium zurück, und Produkte aus einer japanischen Fallserie von 1987 seien mit Germaniumdioxid verunreinigt gewesen. Fachleute der FDA fanden 1997 dagegen keinen schlüssigen Beleg, dass organische Verbindungen die Nieren weniger schädigen. Langzeitstudien zur Sicherheit von Ge-132 am Menschen fehlen.
Studien zu Wechselwirkungen gibt es nicht. Weil Germanium vor allem die Nieren schädigt, liegt Vorsicht bei allem nahe, was die Nieren zusätzlich fordert.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Medikamente, die die Nieren belasten können | Nicht untersucht. Weil beide die Nieren belasten können, ist hier besondere Vorsicht nötig. Nur nach Rücksprache mit deiner Praxis. |
| Medikamente, die über die Nieren ausgeschieden werden | Arbeiten die Nieren schlechter, können sich solche Mittel im Körper anreichern. Bei Nierenwerten außerhalb der Norm muss die Praxis die Menge oft anpassen. |
| Andere Medikamente, die du regelmäßig nimmst | Wechselwirkungen sind nicht untersucht. Frag vorher in deiner Praxis oder Apotheke. |
Nimmst du Medikamente, sprich vor jedem Produkt mit Germanium mit deiner Praxis oder Apotheke.
Belegt ist keine. Es gibt fast nur Labor- und Tierversuche, und die EU hat für Germanium keine Gesundheitsangabe zugelassen.
Ein chemisches Element, das zum Beispiel in der Elektronik genutzt wird. In Spuren steckt es in vielen Lebensmitteln, lebensnotwendig ist es nicht.
Nicht als Nahrungsergänzung. Germanium steht nicht unter den 17 Mineralstoffen, die die EU dafür erlaubt, und eine Zulassung als neuartiges Lebensmittel gibt es nicht.
Das ist nicht geklärt. Hersteller sehen das Problem beim anorganischen Germaniumdioxid, FDA-Fachleute fanden 1997 keinen schlüssigen Beleg für ein geringeres Risiko, und manche Produkte waren verunreinigt.
Am schwersten wiegen Nierenschäden bis zum Nierenversagen: Mindestens 31 Fälle sind beschrieben, einige endeten tödlich. Dazu kamen Muskelschwäche, Nervenstörungen und Blutarmut.
Nein. Ein Mangel ist weder bei Menschen noch bei Tieren bekannt, und über das Essen nimmt man ohnehin Spuren auf.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.