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FODMAP einfach erklärt: High vs. Low FODMAP im Alltag

Aktualisiert

KI-generiertes Symbolbild: Schale Reis mit gebratenen Hähnchenstreifen, Zucchini, Karottenstreifen und Schnittlauch, eine Gabel liegt darin, auf grauem Beton
Kurz erklärt: Was FODMAPs sind, welche Lebensmittel high oder low sind und wie ein Tag in der Auslassphase aussieht – mit Tagesplan und Antworten auf häufige Fragen.
Wichtig vorab: Lass Bauchbeschwerden zuerst ärztlich abklären, denn hinter ähnlichen Symptomen können auch andere Ursachen wie eine Zöliakie stecken. Die Diät selbst gelingt am besten mit einer Ernährungsfachkraft.

Was genau sind FODMAPs?

Der Begriff stammt von Forschenden der australischen Monash University. Er steht für bestimmte Kohlenhydrate und Zuckeralkohole:

Sie werden im Dünndarm schlecht aufgenommen und im Dickdarm von Bakterien vergoren. Dabei entstehen Gase. Bei einem empfindlichen Darm kann das zu Schmerzen, Blähbauch, Durchfall oder Verstopfung führen.

Das 3-Phasen-Konzept der FODMAP-Diät

Low-FODMAP ist keine Dauerdiät. Sie läuft in drei klar getrennten Phasen.

Phase 1: Die Auslassphase (Eliminationsphase)

Für 2 bis 6 Wochen lässt du Lebensmittel mit viel FODMAPs weg. Werden die Beschwerden nicht besser, ist FODMAP eher nicht der Auslöser – dann brich die Phase ab.

Phase 2: Die Testphase (Reexposition)

Geht es dir besser, testest du die FODMAP-Gruppen einzeln wieder, z. B. an drei Tagen hintereinander steigende Mengen Milch. So findest du heraus, welche Gruppe in welcher Menge Probleme macht. Viele vertragen mehr, als sie denken.

Phase 3: Die Langzeiternährung

Du meidest nur noch deine persönlichen Auslöser – und nur in der Menge, die Beschwerden macht. Alles andere kommt zurück auf den Teller.

High FODMAP vs. Low FODMAP im Alltag

Eine grobe Übersicht für Phase 1:

Viel FODMAPs (High-FODMAP)

  • Weizen, Roggen & Gerste
  • Zwiebeln & Knoblauch (auch als Pulver)
  • Äpfel, Birnen, Wassermelone, Kirschen, Pfirsiche
  • Milch, Frischkäse, Quark
  • Blumenkohl, Pilze, Spargel
  • Xylit, Sorbit, Honig

Wenig FODMAPs (Low-FODMAP)

  • Haferflocken, Reis, Quinoa, Kartoffeln
  • Schnittlauch oder das Grün der Frühlingszwiebel
  • Nicht zu reife Bananen, Kiwis, Blaubeeren, Orangen
  • Laktosefreie Milch, gereifter Hartkäse (z. B. Parmesan)
  • Möhren, Zucchini, Paprika, Gurken, Spinat
  • Ahornsirup

Beispielhafter Tagesplan: Ein Tag in der Eliminationsphase

Typische Fehler: Phase 1 monatelang durchziehen. Ohne ärztliche Abklärung starten. Nach der Testphase trotzdem alles meiden.

Tipp: Geht es dir nach 2–6 Wochen besser, wechsle zügig in Phase 2. Je mehr du wieder essen kannst, desto vielfältiger und darmfreundlicher bleibt deine Ernährung.

Eine ganze Woche zum Nachkochen findest du im Low-FODMAP-Wochenplan: 28 Rezepte, werktags in höchstens 45 Minuten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur FODMAP Diät

Wofür steht FODMAP?

Für „Fermentable Oligosaccharides, Disaccharides, Monosaccharides and Polyols“, also vergärbare Mehr-, Zwei- und Einfachzucker sowie Zuckeralkohole.

Für wen ist die Low-FODMAP-Diät geeignet?

Vor allem für Menschen mit ärztlich festgestelltem Reizdarm. Zum Abnehmen ist sie nicht gedacht, und ohne Beschwerden bringt sie nichts.

Ist die FODMAP-Diät eine dauerhafte Ernährungsform?

Nein. Die strenge Auslassphase dauert nur 2 bis 6 Wochen. Dauerhaft auf alle FODMAPs zu verzichten, würde viele präbiotische Ballaststoffe vom Speiseplan nehmen.

Low-FODMAP Lebensmittel – Ampelliste

Eigene Einstufung von SmarTasty: Jedes Lebensmittel wird mit derselben festen Regel geprüft wie unsere Rezepte mit dem Etikett „FODMAP“.

Low-FODMAP Lebensmittel – Ampelliste als PDF (A4, zum Ausdrucken)

Gemüse & Kartoffeln

LebensmittelAmpel
ZucchiniGrün
KarottenGrün
GurkeGrün
PaprikaGrün
Hokkaido-KürbisGrün
KartoffelnGrün
SüßkartoffelGelb
PastinakeGrün
BrokkoliGelb
BlumenkohlRot
RosenkohlGelb
FenchelGelb
SpargelRot
Rote BeteGelb
FeldsalatGrün
KopfsalatGrün
RucolaGrün
SpinatGrün
Pak ChoiGrün
RadieschenGrün
TomatenGrün
AubergineGrün
AvocadoGelb
ChampignonsRot
Shiitake und andere PilzeRot
ZwiebelnRot
KnoblauchRot
LauchRot
Frühlingszwiebel, nur das GrüneGrün
ErbsenRot
Grüne BohnenRot
Mais (Gemüsemais)Gelb
StaudensellerieGelb
OlivenGrün

Obst

LebensmittelAmpel
ÄpfelRot
BirnenRot
BananenGelb
HeidelbeerenGrün
ErdbeerenGrün
HimbeerenGrün
BrombeerenRot
KirschenRot
PflaumenRot
AprikosenRot
PfirsicheRot
WassermeloneRot
HonigmeloneGrün
WeintraubenGrün
KiwiGrün
AnanasGrün
OrangenGrün
ZitronenGrün
MangoRot
GranatapfelkerneGelb
RhabarberGrün
DattelnRot
RosinenRot

Getreide & Beilagen

LebensmittelAmpel
ReisGrün
HirseGrün
QuinoaGrün
BuchweizenGrün
HaferflockenGelb
Polenta (Maisgrieß)Grün
ReisnudelnGrün
Nudeln aus WeizenRot
WeizenbrotRot
DinkelbrotRot
RoggenbrotRot
SauerteigbrotRot
CouscousRot

Milchprodukte & Ei

LebensmittelAmpel
MilchRot
Laktosefreie MilchGrün
NaturjoghurtRot
Laktosefreier JoghurtGrün
QuarkRot
FrischkäseRot
MozzarellaGrün
FetaGrün
ParmesanGrün
Gouda, gereiftGrün
ButterGrün
SahneRot
EierGrün

Fleisch & Fisch

LebensmittelAmpel
Hähnchen, frischGrün
Rindfleisch, frischGrün
Frischer Fisch, z. B. LachsGrün
Thunfisch aus der DoseGrün
RäucherlachsGrün
SalamiGrün
KochschinkenGrün
GarnelenGrün

Hülsenfrüchte, Soja, Nüsse & Samen

LebensmittelAmpel
LinsenRot
KichererbsenRot
KidneybohnenRot
Tofu, festGrün
SeidentofuRot
TempehGrün
SojadrinkRot
ErdnüsseGrün
WalnüsseGrün
HaselnüsseGrün
MandelnGelb
CashewkerneGelb
PistazienGelb
KürbiskerneGrün
SonnenblumenkerneGrün
LeinsamenGrün
ChiasamenGrün
SesamGrün

Süßen, Würzen & Fertiges

LebensmittelAmpel
HonigRot
AhornsirupGrün
Zuckeraustauschstoffe (Sorbit, Xylit)Rot
ApfelessigGrün
BalsamicoGrün
SojasauceGrün
SenfGrün
HefeextraktGrün
GemüsebrüheZutatenliste prüfen
KetchupZutatenliste prüfen
KakaopulverGrün
ZartbitterschokoladeGrün
Frische Kräuter, z. B. PetersilieGrün
Getrocknete KräuterGrün
KnoblauchölGrün

Getränke

LebensmittelAmpel
KaffeeGrün
Schwarzer TeeGrün
Grüner TeeGrün
Kräutertee, z. B. PfefferminzeGrün
RotweinGrün
BierRot
ApfelsaftRot
OrangensaftGrün

Gut zu wissen

Quellen

  1. Update S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom (AWMF 021-016). Layer P. et al., DGVS und DGNM; Z Gastroenterol 2021;59(12):1323–1415, 2021
  2. FODMAPs: food composition, defining cutoff values and international application. Varney J. et al., J Gastroenterol Hepatol 2017;32 Suppl 1:53–61, 2017

Weiterlesen: Monash University: FODMAP-Forschung und App

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