5-HTP (5-Hydroxytryptophan) ist eine Vorstufe von Serotonin und in der EU nur als Griffonia-Samen oder Extrakt daraus mit höchstens 30 % 5-HTP erlaubt, reines 5-HTP ist nicht zugelassen. Eine geprüfte Wirkung gibt es nicht: Die EFSA hat beantragte Angaben zu Stimmung, Aufmerksamkeit und Sättigung 2009 und 2011 nicht bestätigt. Zusammen mit Antidepressiva wie MAO-Hemmern droht ein gefährliches Serotonin-Syndrom. Stand: Oktober 2026.
5-HTP steht für 5-Hydroxytryptophan. Der Körper stellt es selbst aus der Aminosäure Tryptophan her. Aus 5-HTP entsteht der Botenstoff Serotonin, daraus später Melatonin.
Die Vorstufe davor findest du unter L-Tryptophan, das Ende der Kette unter Melatonin.
Präparate enthalten meist Samen oder Extrakt der afrikanischen Schwarzbohne (Griffonia simplicifolia). Als Arzneimittel heißt der Stoff Oxitriptan.
Beworben werden Präparate vor allem für Stimmung, Schlaf und Appetit. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Nahrungsergänzungsmittel Lebensmittel sind und nicht mit Krankheiten wie Depressionen oder Schlafstörungen beworben werden dürfen.
Kurz gesagt: In der EU ist 5-HTP nur als Teil der Griffonia-Samen oder von Extrakten daraus erlaubt. Der Extrakt darf höchstens 30 % 5-HTP enthalten, und das gilt nur für Nahrungsergänzungsmittel.
| Form | Status in der EU | Was das heißt |
|---|---|---|
| Samen der afrikanischen Schwarzbohne und Extrakte daraus mit höchstens 30 % 5-HTP | In Nahrungsergänzungsmitteln nicht neuartig (Novel-Food-Katalog) | Darf in Nahrungsergänzungsmitteln verkauft werden. Für andere Lebensmittel fehlt eine Zulassung. |
| Extrakte mit mehr als 30 % 5-HTP | Neuartiges Lebensmittel, nicht zugelassen | Nicht verkehrsfähig. |
| Reines 5-HTP, chemisch hergestellt oder aus den Samen gewonnen | Neuartiges Lebensmittel, nicht zugelassen | Nicht verkehrsfähig. |
| Oxitriptan als Arzneimittel | Verschreibungspflichtig: in Frankreich zugelassen für eine seltene Form von Muskelzuckungen nach Sauerstoffmangel, in Deutschland in der Liste verschreibungspflichtiger Stoffe (AMVV) | Ein Arzneimittel unter ärztlicher Aufsicht, kein Nahrungsergänzungsmittel. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen | Angaben zu Stimmung, Aufmerksamkeit und Sättigung hat die EFSA 2009 und 2011 nicht bestätigt, die EU hat sie abgelehnt. |
Behörden kontrollieren das: Im EU-Schnellwarnsystem RASFF haben wir von 2020 bis Oktober 2026 mindestens 32 Meldungen zu 5-HTP oder Griffonia-Extrakt in Nahrungsergänzungsmitteln gefunden, meist als nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel.
Eine amtliche Höchstmenge für 5-HTP in Nahrungsergänzungsmitteln gibt es nicht. Geregelt ist nur der Gehalt im Extrakt.
Laut Verbraucherzentrale gibt es 5-HTP in Deutschland auch als bilanzierte Diät. Solche Produkte dürfen nur unter ärztlicher Aufsicht verwendet werden.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Viele Versprechen zu 5-HTP beruhen auf alten, kleinen Studien.
Eine Auswertung von 2020 fand 13 Studien an Menschen mit Depressionen, nur wenige davon mit Placebogruppe. Die Ergebnisse schwankten stark, die Autoren nennen die Studien insgesamt schwach. Die EFSA betont, dass sich Ergebnisse bei Erkrankten nicht auf Gesunde übertragen lassen. Die französische Fachinformation stellt klar: Das Arzneimittel Oxitriptan ist kein Mittel für depressive Zustände.
Kontrollierte Schlafstudien mit Erwachsenen gibt es nach unserer Recherche nicht. Laut Verbraucherzentrale erfüllen vorhandene Studien die Anforderungen nicht, zum Beispiel fehlte eine Kontrollgruppe.
Für die beantragte Angabe zur Sättigung lagen der EFSA 2011 keine Unterlagen vor, aus denen sie Schlüsse ziehen konnte. Die EU hat die Angabe abgelehnt.
In einer Studie von 2026 mit 112 Erwachsenen veränderte eine einmalige Gabe 5-HTP die Ablenkbarkeit nicht – weder bei vielen noch bei wenigen ADHS-Merkmalen. 19,6 % der 5-HTP-Gruppe hatten Nebenwirkungen.
Fazit: Für 5-HTP als Nahrungsergänzung gibt es keine geprüfte Wirkung. Gut dokumentiert ist dagegen das Risiko zusammen mit MAO-Hemmern.
Die Verunreinigung aus diesem Fall („Peak X“) fanden Forschende 2003 auch in 6 frei verkäuflichen Produkten. Ein Übersichtsartikel von 2004 sah dagegen außer einem ungeklärten Fall keine gesicherten Vergiftungsfälle durch 5-HTP und hält den Befund für überbewertet. Bekannt ist EMS seit 1989: Damals löste verunreinigtes L-Tryptophan eines Herstellers in den USA einen Ausbruch aus.
5-HTP kann laut Memorial Sloan Kettering Cancer Center (MSKCC) den Wert 5-HIES im Urin erhöhen. Diesen Wert misst die Praxis bei Verdacht auf bestimmte Tumoren. Sag deshalb vor einem Test, dass du 5-HTP nimmst.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| MAO-Hemmer (zum Beispiel Tranylcypromin, Moclobemid) | In der französischen Fachinformation zu 5-HTP als Arzneimittel sind nicht selektive MAO-Hemmer ausgeschlossen, von selektiven wird abgeraten. Es droht ein Serotonin-Syndrom, eine ernste Reaktion auf zu viel Serotonin. |
| Andere Antidepressiva (zum Beispiel SSRI, SNRI, trizyklische) und Mittel gegen Angst | Laut MSKCC kann das Risiko für Nebenwirkungen steigen, belegt ist das bisher vor allem theoretisch. 5-HTP nur unter Aufsicht der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes. |
| Linezolid (Antibiotikum) | Ein Fallbericht beschreibt ein Serotonin-Syndrom mit Linezolid und 5-HTP. Die französische Fachinformation rät von der Kombination ab. |
| Carbidopa oder Benserazid (Parkinson-Mittel) | Sie erhöhen laut Fachinformation die Menge an 5-HTP im Blut. Ein Fallbericht beschreibt eine sklerodermieähnliche Erkrankung mit Carbidopa und 5-HTP. |
| Johanniskraut, SAM-e und andere Mittel, die auf Serotonin wirken | Laut MSKCC nicht kombinieren, weil sich die Effekte auf Serotonin addieren können. Mehr zu Johanniskraut. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor 5-HTP in der Apotheke oder Praxis. Frag auch nach, wenn du dir nicht sicher bist, ob dein Medikament auf Serotonin wirkt.
Eine geprüfte Wirkung gibt es nicht. Die EFSA hat beantragte Angaben zu Stimmung, Aufmerksamkeit und Sättigung 2009 und 2011 nicht bestätigt, die Studien zu Depressionen sind klein und schwach.
Nur als Samen oder Extrakt der afrikanischen Schwarzbohne mit höchstens 30 % 5-HTP in Nahrungsergänzungsmitteln. Reines 5-HTP und stärkere Extrakte sind in der EU nicht zugelassen.
Extrakte mit mehr als 30 % 5-HTP und reines 5-HTP gelten in der EU als nicht zugelassene neuartige Lebensmittel. 2025 fiel im EU-Schnellwarnsystem zum Beispiel ein Extrakt mit 99 % 5-HTP auf.
Am häufigsten Übelkeit, Erbrechen und Durchfall, dazu Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und Herzrasen. In einer Studie von 2026 hatten 19,6 % der Teilnehmenden mit 5-HTP Beschwerden.
Nicht ohne ärztliche Aufsicht. Mit MAO-Hemmern droht ein gefährliches Serotonin-Syndrom, auch bei anderen Antidepressiva raten Fachleute von der Kombination ab.
Eine geprüfte Wirkung gibt es nicht, kontrollierte Schlafstudien mit Erwachsenen sind uns nicht bekannt. Schläfst du länger schlecht, lass das ärztlich abklären.
L-Tryptophan ist eine Aminosäure aus dem Essen, aus der der Körper 5-HTP herstellt. 5-HTP ist der nächste Schritt auf dem Weg zu Serotonin.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.