Eine belegte Wirkung hat Astragalus nicht: Die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen, und laut der US-Gesundheitsbehörde NCCIH reichen die Belege für keinen Anwendungsbereich. Eine Cochrane-Übersicht (2016) sichtete 120 Studien zu Atemwegsinfekten bei Kindern und fand keine einzige, die ihre Qualitätskriterien erfüllte. In der EU darf die Wurzel nur in Nahrungsergänzungsmitteln verkauft werden, in Tee oder anderen Lebensmitteln gilt sie als neuartig. Stand: Oktober 2026.
Astragalus, botanisch Astragalus mongholicus oder Astragalus membranaceus, ist eine Tragant-Art aus dem Norden Chinas und der Mongolei. Er gehört zu den Hülsenfrüchtlern. Verwendet wird die getrocknete Wurzel, mehr dazu im Lexikon unter Astragalus.
In der traditionellen chinesischen Medizin heißt die Wurzel Huang Qi und wird seit Langem als Stärkungsmittel genutzt, oft gemischt mit anderen Kräutern. Inhaltsstoffe sind unter anderem Polysaccharide und Astragaloside.
Beworben wird Astragalus vor allem als Stärkungsmittel, ähnlich wie Echinacea, Eleuthero oder Reishi. Dazu kommt Werbung mit „längeren Telomeren“, den Schutzkappen der Chromosomen.
Nicht verwechseln: Tragant mit der Nummer E 413 ist ein Verdickungsmittel. Er wird aus dem getrockneten Pflanzensaft anderer, asiatischer Tragant-Arten gewonnen und hat mit der Astragalus-Wurzel in Kapseln nichts zu tun.
Für Astragalus gibt es keine amtliche Tagesmenge und keine Höchstmenge, weder vom BfR noch von der EFSA.
Laut NCCIH ist die Wurzel zum Einnehmen möglicherweise sicher. Eine gründliche Bewertung der Sicherheit gibt es aber nicht.
Die Stoffliste von Bund und Ländern führt die Wurzel in Liste C. Darin stehen Stoffe, deren Verwendung möglicherweise gesundheitsschädlich ist, was aber noch nicht abschließend beurteilt ist. Ein Grund dafür kann sein, dass ein Stoff wie hier nur in Nahrungsergänzung als nicht neuartig gilt. Die Liste ist eine Orientierungshilfe für Behörden, kein Gesetz.
Häufige Infekte oder anhaltende Erschöpfung können viele Ursachen haben. Lass sie ärztlich abklären, statt sie mit Präparaten zu überdecken.
Am Menschen ist wenig untersucht. Die meisten Hinweise stammen aus Labor- und Tierversuchen und aus Einzelfällen.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Immunsuppressiva wie Tacrolimus oder Ciclosporin | Astragalus kann ihre Wirkung möglicherweise abschwächen. Bei einem Menschen mit einer Nierenerkrankung sank der Tacrolimus-Spiegel um fast die Hälfte (Fallbericht). Nur nach Rücksprache mit deiner Praxis. |
| Gerinnungshemmer | Ein erhöhtes Blutungsrisiko ist laut Memorial Sloan Kettering Cancer Center denkbar, ob das am Menschen eine Rolle spielt, ist unbekannt. Frag vorher in der Praxis. |
| Blutdruckmittel und Entwässerungsmittel | Die Wirkung könnte sich verstärken, belegt ist das nicht. Frag vorher in der Praxis. |
| Krebsmedikamente | In Laborversuchen veränderte Astragalus, wie stark manche Krebsmittel wirken. Während einer Krebsbehandlung nur nach Absprache mit dem Behandlungsteam. |
Ob Astragalus in Schwangerschaft und Stillzeit sicher ist, weiß man kaum. Laut NCCIH deuten Tierversuche darauf hin, dass Astragalus dem Ungeborenen schaden kann. Nimm ihn in dieser Zeit nicht ein.
Für Kinder gibt es keine guten Studien. Die Cochrane-Übersicht von 2016 fand keine einzige ausreichend aufgebaute Studie zu Kindern mit häufigen Atemwegsinfekten.
| Thema | Was gilt |
|---|---|
| EU-Katalog für neuartige Lebensmittel | Die Wurzel und alkoholische Wurzelextrakte sind in Nahrungsergänzungsmitteln kein neuartiges Lebensmittel. In anderen Lebensmitteln gilt das nicht. |
| Cycloastragenol | Der aus der Wurzel isolierte Reinstoff ist ein noch nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel. Das ergab 2026 eine Anfrage in Tschechien. |
| Stoffliste von Bund und Ländern | Wurzel: nur in Nahrungsergänzung nicht neuartig, deshalb in Liste C. Für andere Lebensmittel gilt sie als möglicherweise gesundheitsschädlich, noch nicht abschließend beurteilt. Nicht verbindlich. |
| EU-Schnellwarnsystem RASFF | Irland nahm 2025 ein flüssiges Nahrungsergänzungsmittel mit Astragalus als nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel vom Markt. Kroatien meldete 2022 Extraktpulver mit einem Schimmelpilzgift. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Angaben zu Pflanzen stehen bei der EU „on hold“. |
Für dich heißt das: Kapseln mit Astragalus-Wurzel dürfen als Nahrungsergänzung verkauft werden, Produkte mit isoliertem Cycloastragenol nicht. Als Tee oder Zutat in Getränken und Snacks ist sie nicht zugelassen, und als Lebensmittel darf sie nicht mit Krankheiten beworben werden.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Viele Studien stammen aus China, sind klein und oft nicht verblindet.
Die Forschenden durchsuchten englische und chinesische Datenbanken und sichteten 120 Studien im Volltext. Keine einzige verglich Astragalus allein mit Placebo bei Kindern, wie es die Übersicht verlangte. Eine Aussage zum Nutzen ist deshalb nicht möglich.
22 Studien mit 1.323 Erkrankten, fast alle als Zusatz zu einer üblichen Behandlung. Einzelne Laborwerte änderten sich, die Ergebnisse waren aber uneinheitlich. Die Qualität der Studien war insgesamt niedrig, feste Schlüsse ließen sich nicht ziehen.
Laut NCCIH fand eine Übersicht (2024) mit 20 Studien und 953 Erwachsenen niedrigere Nüchtern-Zuckerwerte, wenn Astragalus zu Metformin dazukam. Die meisten Studien waren von geringer Qualität. Eine Übersicht zu Immunwerten (2023) mit 19 kleinen, sehr unterschiedlichen Studien erlaubt ebenfalls keine sicheren Schlüsse.
Telomere sind die Schutzkappen an den Enden der Chromosomen. In einer Studie (2016) nahmen 117 Menschen zwischen 53 und 87 Jahren ein Präparat mit einem Wirkstoff aus der Wurzel oder Placebo. Mit der niedrigen Menge waren die Telomere nach einem Jahr etwas länger, mit der hohen Menge nicht. Zwei Autoren arbeiteten beim Hersteller, und ob längere Telomere gesünder machen, zeigt die Studie nicht.
Belegt ist keine, und eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht. Laut NCCIH reichen die Belege für keinen Anwendungsbereich, die Studien sind klein und oft von geringer Qualität.
Nein. Beides kommt aus derselben Pflanzengattung, E 413 ist aber ein Verdickungsmittel aus dem Pflanzensaft anderer Tragant-Arten. Astragalus-Präparate enthalten die Wurzel.
Belegt ist das nicht. Eine Studie mit 117 Menschen fand nur mit der niedrigen Menge etwas längere Telomere, zwei Autoren arbeiteten beim Hersteller. Der isolierte Stoff Cycloastragenol ist in der EU nicht zugelassen.
Beschrieben sind Müdigkeit, Kopfschmerzen und niedriger Blutdruck. Leberschäden sind laut LiverTox nicht bekannt, gründlich bewertet ist die Sicherheit aber nicht.
Menschen mit Autoimmunerkrankungen, mit Immunsuppressiva und Schwangere. Nimmst du andere Medikamente, frag vorher in der Praxis oder Apotheke.
Ja, die Wurzel darf in Nahrungsergänzungsmitteln verkauft werden. Als Tee oder in anderen Lebensmitteln gilt sie dagegen als neuartig und bräuchte eine Zulassung.
Eine amtliche Tagesmenge gibt es nicht. Mengen aus Studien sind Studienbedingungen, kein Rat.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.