Yohimbin stammt aus der Rinde des afrikanischen Yohimbe-Baums: In der EU ist die Rinde mit allen Zubereitungen seit 2019 in Lebensmitteln verboten, und Arzneimittel mit Yohimbin sind in Deutschland verschreibungspflichtig. Trotzdem zählt das EU-Schnellwarnsystem von 2017 bis Oktober 2026 schon 106 Meldungen zu Produkten damit, meist Nahrungsergänzungsmitteln, 15 davon allein 2026. Bei einem Giftnotruf in Kalifornien ging es in 238 Fällen um Beschwerden nach Yohimbin, am häufigsten Magen-Darm-Probleme, Herzrasen, Angst und hoher Blutdruck. Stand: Oktober 2026.
Yohimbin ist ein Alkaloid aus der Rinde des Yohimbe-Baums, botanisch Pausinystalia johimbe. Der immergrüne Baum wächst in West- und Zentralafrika. Die Rinde wurde dort traditionell als Mittel für die Lust und als mildes Rauschmittel verwendet.
Im Körper blockiert Yohimbin bestimmte Bindestellen von Nervenzellen, die Alpha-2-Rezeptoren, und putscht so auf. Die Stoffliste von Bund und Ländern stuft die Pflanze als sehr giftig ein und beschreibt, dass Yohimbin ängstliche Unruhe und Reizbarkeit auslösen kann.
Im Netz wird Yohimbin vor allem für die Potenz, zum Abnehmen und vor dem Training beworben. Verkauft wird es als Rindenextrakt oder als Yohimbinhydrochlorid, das ist die isolierte Form. Eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht. Ähnliche Versprechen prüfen wir bei Tongkat Ali, Epimedium und Tribulus.
Für Yohimbe gilt ein ausdrückliches Verbot: Die Rinde und alles, was daraus hergestellt wird, darf in der EU in keinem Lebensmittel stecken.
| Wo | Was gilt |
|---|---|
| EU, Lebensmittel | Seit Mai 2019 stehen Yohimberinde und Zubereitungen daraus in Anhang III Teil A der Verordnung (EG) Nr. 1925/2006. Damit ist ihre Verwendung in Lebensmitteln verboten, auch in Nahrungsergänzungsmitteln (Verordnung (EU) 2019/650). |
| Wie es zum Verbot kam | Deutschland beantragte 2009 eine Prüfung. Die EFSA kam 2013 zu dem Schluss, dass die Daten nicht reichen, um die Sicherheit zu beurteilen, und konnte keine unbedenkliche Tagesmenge nennen. 2015 kam Yohimbe unter EU-Beobachtung. Weil niemand Daten zur Sicherheit nachreichte, folgte das Verbot. |
| Deutschland, Arzneimittel | Yohimbinsäure und ihre Ester, dazu gehört Yohimbin, sind laut Arzneimittelverschreibungsverordnung verschreibungspflichtig. Die frühere Kommission E bewertete die Yohimberinde wegen ihrer Risiken negativ. |
| EU-Schnellwarnsystem RASFF | 106 Meldungen von 2017 bis Oktober 2026, die meisten aus Polen und Belgien. Oft steckten weitere verbotene Stoffe mit drin, etwa DMAA oder Ephedra. 2022 meldete Belgien auch Kräutertees mit Yohimberinde. |
| Sport | Yohimbin steht nicht namentlich auf der Verbotsliste 2026 der WADA. Mit dabei waren in Produkten aber oft Stoffe, die dort verboten sind, etwa DMAA und Ephedrin. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. |
Für dich heißt das: Produkte mit Yohimbe oder Yohimbin dürfen in der EU nicht als Lebensmittel verkauft werden. Was im Netz trotzdem angeboten wird, hat keine Behörde auf Gehalt und Reinheit geprüft.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Laut der US-Gesundheitsbehörde NCCIH reichen die Daten nicht, um Yohimbe als Nahrungsergänzung für irgendeinen Zweck zu beurteilen.
Eine Auswertung von 7 Studien (1998) fand mit Yohimbin-Tabletten häufiger eine Besserung als mit Placebo. Das betrifft das Arzneimittel mit bekanntem Gehalt unter ärztlicher Kontrolle, nicht Rindenextrakte oder Pulver aus dem Netz.
In einer Studie mit 20 Fußballprofis (2006) sank der Körperfettanteil mit Yohimbin, Gewicht, Muskelmasse und Leistung änderten sich aber nicht. Eine Übersicht (2011) fand keine überzeugenden Belege für Abnehmen, Muskelaufbau oder Leistung.
Eine Analyse von 49 Präparaten aus den USA (2016) fand stark schwankende Gehalte, in manchen gar kein Yohimbin. Nur 11 nannten auf dem Etikett, wie viel drin ist, und die meisten dieser Angaben stimmten nicht. In 39 % fehlten typische Begleitstoffe der Rinde – das Yohimbin war also künstlich hergestellt oder stark aufbereitet.
Der Giftnotruf von Kalifornien zählte von 2000 bis 2006 insgesamt 238 Fälle mit Beschwerden nach Yohimbin, fast alle nach pflanzlichen Produkten. Häufig waren Magen-Darm-Beschwerden (46 %), Herzrasen (43 %), Angst oder Unruhe (33 %) und hoher Blutdruck (25 %). Schwere Verläufe kamen häufiger vor als bei anderen Anrufen.
Die wichtigsten bekannten Wechselwirkungen betreffen Medikamente für die Psyche und den Kreislauf.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| MAO-Hemmer und trizyklische Antidepressiva | Laut NCCIH nicht zusammen mit Yohimbe nehmen, es kann gefährlich wechselwirken. |
| Andere Antidepressiva, etwa Bupropion | In einer Überwachung von Giftnotruf-Anrufen (2008) gab es den Verdacht auf eine Wechselwirkung zwischen Yohimbe und Bupropion. Nur nach Rücksprache mit der behandelnden Praxis. |
| Blutdruckmittel | Yohimbin kann den Blutdruck steigen lassen. Wer wegen hohen Blutdrucks behandelt wird, sollte Yohimbin meiden. |
| Anregende Stoffe wie Koffein, Synephrin oder Aufputschmittel | Yohimbin-Produkte aus dem Netz enthielten oft weitere anregende Stoffe. In derselben Giftnotruf-Auswertung (2008) wurde Yohimbe auch zusammen mit Methamphetamin eingenommen. Wie sich das addiert, ist nicht systematisch untersucht. |
Nimmst du Medikamente, sprich vor jedem Produkt mit Yohimbe oder Yohimbin mit deiner Praxis oder Apotheke.
Yohimbin blockiert bestimmte Bindestellen an Nervenzellen und putscht auf. Als Arzneimittel wurde es bei Erektionsstörungen untersucht. Für Abnehmen, Muskelaufbau oder Sport gibt es keine überzeugenden Belege, und eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht.
Als Lebensmittel oder Nahrungsergänzung nicht: Yohimbe ist seit 2019 EU-weit in Lebensmitteln verboten. Arzneimittel mit Yohimbin sind verschreibungspflichtig.
Es kann Herzrasen, hohen Blutdruck, Angst und Unruhe auslösen, selten auch Herzrhythmusstörungen und Krampfanfälle. Beim Giftnotruf in Kalifornien gab es 238 Fälle mit Beschwerden.
Das ist nicht belegt. Es gibt nur sehr kleine Studien, etwa mit 20 Fußballprofis, und eine Übersicht fand keine überzeugenden Belege.
Eine Dosis nennen wir nicht. Die EFSA konnte 2013 keine unbedenkliche Tagesmenge nennen, als Arzneimittel legt die Praxis die Menge fest.
Namentlich steht es nicht auf der Verbotsliste 2026 der WADA. Yohimbin-Produkte enthielten aber oft Stoffe wie DMAA oder Ephedrin, die im Sport verboten sind.
Yohimbe ist der Baum beziehungsweise seine Rinde, Yohimbin ihr wichtigster Wirkstoff. Für beide gilt: in Lebensmitteln nicht erlaubt.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.