Banaba-Blattextrakt stammt aus den Blättern eines tropischen Baums und hat keine belegte Wirkung: Die Studien am Menschen waren klein und kurz, etwa mit 24 oder 31 Teilnehmenden. Mit Diabetes-Medikamenten könnte der Zucker im Blut zu stark fallen, deshalb nur nach ärztlichem Rat. In der EU ist Banaba nicht einheitlich geregelt: Italien führt das Blatt als Pflanze für Nahrungsergänzung, Slowenien und Kroatien wiesen Extrakte 2024 und 2026 als nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel zurück. Stand: Oktober 2026.
Banaba (Lagerstroemia speciosa) ist ein tropischer Baum aus der Familie der Weiderichgewächse. In der Volksmedizin wird eine Abkochung der Blätter seit Langem bei Zuckerkrankheit genutzt, die erste Studie dazu erschien 1940 auf den Philippinen.
Als wichtigster Inhaltsstoff gilt Corosolsäure, daneben Gerbstoffe aus der Gruppe der Ellagitannine. In der Werbung wird Corosolsäure oft mit einem körpereigenen Hormon des Zuckerstoffwechsels verglichen. Belegt ist das nicht.
Verkauft wird Banaba als Kapsel oder Pulver, auch in Mischungen mit anderen Pflanzen. Ähnlich beworben werden zum Beispiel Ceylon-Zimt-Extrakt, Gymnema und Bittermelone.
Für Banaba hat die EU keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen. Angaben zu Pflanzenstoffen hat die EU noch nicht abschließend geprüft, sie stehen „on hold“.
Banaba ist in der EU nicht einheitlich geregelt. Eine Entscheidung der EU gibt es nicht, und die Länder gehen unterschiedlich damit um.
| Frage | Stand |
|---|---|
| EU-Novel-Food-Katalog | Kein Eintrag für Banaba, Lagerstroemia speciosa oder Corosolsäure. |
| EU-Liste zugelassener neuartiger Lebensmittel | Kein Eintrag. |
| Italien | Das Blatt steht auf der Liste der Pflanzen, die in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet werden dürfen (Fassung, die Italien 2017 bei der EU-Kommission gemeldet hat). |
| Slowenien (2024) und Kroatien (2026) | Wiesen Banaba-Blattextrakt an der Grenze als nicht zugelassenes neuartiges Lebensmittel zurück (EU-Schnellwarnsystem RASFF). Im Fall aus Slowenien konnte der Importeur nicht belegen, dass der Extrakt vor 1997 in der EU nennenswert verzehrt wurde. |
| Stoffliste für Pflanzen (BVL, Deutschland) | Kein Eintrag. Die Liste ist eine Orientierungshilfe der Behörden und nicht rechtsverbindlich. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Angaben zu Pflanzenstoffen stehen „on hold“. |
Ein fehlender Eintrag heißt nicht, dass Kapseln erlaubt sind. Der Hersteller muss belegen können, dass sein Produkt verkehrsfähig ist. Als Lebensmittel darf Banaba nicht mit Krankheiten wie Diabetes beworben werden.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Viele Arbeiten sind Labor- und Tierstudien, Studien am Menschen sind klein und kurz.
In einer Studie aus Japan (2006) bekamen 31 Menschen, die meisten mit Diabetes, einmalig reine Corosolsäure oder ein Scheinmittel vor einem Zuckerbelastungstest. Mit Corosolsäure lag der Zucker im Blut 90 Minuten danach niedriger, in der ersten halben Stunde gab es keinen Unterschied.
In einer Studie (2003) bekamen Menschen mit Typ-2-Diabetes 2 Wochen lang einen Banaba-Extrakt in unterschiedlichen Mengen, die Zuckerwerte lagen danach niedriger. Länger lief die Studie nicht.
In einer Studie aus Mexiko (2022) mit 24 Menschen mit metabolischem Syndrom lagen in der Banaba-Gruppe nach 12 Wochen Nüchternzucker, Blutfette und Blutdruck niedriger als vorher. Mit je 12 Personen pro Gruppe ist die Studie sehr klein.
Zum Gewicht gibt es fast nur Studien mit Mischungen aus mehreren Pflanzen, etwa eine Studie des Herstellers einer Mischung aus vier Extrakten (2014). Welchen Anteil Banaba hatte, lässt sich nicht trennen.
Eine Übersicht zu Corosolsäure (2026) sieht eine große Lücke zwischen vielen Labor- und Tierdaten und belastbaren Studien am Menschen. Die getesteten Präparate reichten von einfachen Wasserauszügen bis zu reiner Corosolsäure und sind kaum vergleichbar.
Studien zu Wechselwirkungen gibt es kaum. Die Tabelle beruht auf dem, was über Banaba und Corosolsäure bekannt ist.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Diabetes-Medikamente | In Studien lagen die Zuckerwerte mit Banaba niedriger. Zusammen mit Diabetes-Medikamenten könnte der Zucker zu stark fallen. Nur nach ärztlicher Rücksprache. |
| Schmerzmittel wie Diclofenac, vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion | Im Fallbericht von 2010 kam es unter beiden Mitteln zu akutem Nierenversagen. Ob Corosolsäure dazu beitrug, ist nicht geklärt. |
| Andere Medikamente | Nicht untersucht. Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Banaba-Präparat in der Apotheke oder Praxis. |
Ein Extrakt aus den Blättern des tropischen Banaba-Baums (Lagerstroemia speciosa). Er wird vor allem mit Zuckerwerten beworben; eine belegte Wirkung oder eine EU-zugelassene Gesundheitsangabe gibt es nicht.
Belegt ist keine. Die wenigen Studien am Menschen waren klein und kurz, etwa mit 24 oder 31 Teilnehmenden, und zeigten teils niedrigere Zuckerwerte.
In einer Studie mit 31 Menschen lag der Zucker 90 Minuten nach einem Belastungstest mit reiner Corosolsäure niedriger als mit Scheinmittel. Große und lange Studien fehlen.
Das ist nicht einheitlich geregelt. Im EU-Novel-Food-Katalog gibt es keinen Eintrag, Italien führt das Blatt als Pflanze für Nahrungsergänzung, Slowenien und Kroatien wiesen Extrakte als nicht zugelassen zurück.
Nur nach ärztlicher Rücksprache. Zusammen könnten die Zuckerwerte zu stark fallen, und Banaba ersetzt keine Diabetes-Behandlung.
Ein Pflanzenstoff aus den Banaba-Blättern, der als wichtigster Inhaltsstoff gilt. Die Werbung vergleicht ihn gern mit einem körpereigenen Hormon, belegt ist das nicht.
Dazu gibt es fast nur Studien mit Mischungen aus mehreren Pflanzen. Welchen Anteil Banaba daran hatte, lässt sich nicht trennen.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.