Für Gerstengras hat die EU keine Gesundheitsangabe zugelassen, und eine Übersicht von 2026 nennt die Studien am Menschen klein, kurz und vorläufig. Getrocknetes Gras enthält Mineralstoffe wie Kalium, amtliche Nährwerte gibt es aber nicht, und die Gehalte schwanken stark. Wichtiger sind die Risiken: In 4 von 11 amtlich untersuchten Präparaten aus Gersten- oder Weizengras steckten krankmachende E. coli. Stand: Oktober 2026.
Gerstengras sind die jungen Blätter der Gerste (Hordeum vulgare). Geerntet wird es etwa drei bis sechs Wochen nach der Keimung, bevor sich Ähren bilden. Meist wird es direkt getrocknet und gemahlen, seltener als frischer oder tiefgekühlter Saft verkauft (BZfE).
Das Pulver wird in Wasser, Smoothies, Joghurt oder Müsli gerührt und mit mehr Leistung und Abwehrkräften beworben. Laut Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) gibt es kaum Studien, die einen Nutzen für die Gesundheit belegen. Sehr ähnlich ist Weizengras, mehr zur Pflanze steht im Lexikon unter Gerstengras.
Amtliche Nährwerte gibt es für Gerstengras nicht. Weder die deutsche Nährwertdatenbank BLS 4.0 noch die US-Datenbank USDA (SR Legacy) führen es.
Eine Übersichtsarbeit (2018) nennt Werte aus Analysen von getrocknetem Gerstengras. Sie zeigen, was drinstecken kann, sind aber nur ein Anhalt: Sorte, Boden, Erntezeitpunkt und Trocknung verändern die Gehalte stark (BZfE).
| Inhaltsstoff | je 100 g Pulver | je 5 g Pulver |
|---|---|---|
| Eiweiß | 27,3 g | 1,4 g |
| Ballaststoffe | 29,5 g | 1,5 g |
| Kalium | 3.384 mg | 169 mg |
| Calcium | 479 mg | 24 mg |
| Magnesium | 183 mg | 9 mg |
| Eisen | 23,3 mg | 1,2 mg |
| Vitamin C | 252 mg | 13 mg |
Werte: Zeng et al. (2018), Übersichtsarbeit nach Analysen aus China; je 5 g von uns umgerechnet und gerundet. Andere Analysen fanden für Vitamin C Unterschiede um mehr als das 50-Fache, je nach Alter der Pflanzen.
Laut BZfE sind die Inhaltsstoffe der Gräser meist nicht höher konzentriert als in frischem Obst und Gemüse. Für die empfohlenen Tagesmengen einzelner Vitamine und Mineralstoffe bräuchte man sehr viel Pulver. Wer abwechslungsreich mit viel Obst, Gemüse und Vollkorn isst, braucht kein Gras-Pulver.
Gerste gehört zu den glutenhaltigen Getreiden, die in der EU in der Zutatenliste hervorgehoben werden müssen. Das Gluten steckt im Korn. Gerstengras wird geerntet, bevor sich Ähren und Körner bilden.
Ob ein Pulver trotzdem Gluten enthält, zeigt erst eine Analyse. 2015 rief ein Händler in Großbritannien ein Gerstengras-Pulver zurück: Es war als „glutenfrei“ gekennzeichnet, enthielt aber Gluten (Coeliac UK).
Der Hinweis „glutenfrei“ ist in der EU nur erlaubt, wenn ein Lebensmittel höchstens 20 mg Gluten pro kg enthält.
Eine amtliche Tagesmenge für Gerstengras gibt es nicht.
Laut BZfE werden meist ein bis zwei gehäufte Teelöffel Pulver in Wasser aufgelöst. Das ist eine übliche Zubereitung, kein Rat. Das BZfE schlägt vor, junges Gras lieber in kleinen Mengen in der Küche zu nutzen, fein geschnitten wie Petersilie oder Schnittlauch.
Mischst du Pulver in Smoothies oder Brei, bewahre sie laut Verbraucherzentrale bei höchstens 7 Grad auf und verbrauche sie am selben Tag. Treten nach dem Verzehr Durchfall, Erbrechen oder Fieber auf, geh in eine Arztpraxis.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Gerinnungshemmer wie Phenprocoumon oder Warfarin (Vitamin-K-Antagonisten) | Wie viel Vitamin K Gerstengras enthält, steht in keiner amtlichen Datenbank. Laut DGE liefern vor allem grüne Gemüse viel Vitamin K. Nimm Gras-Pulver nur nach Rücksprache mit deiner Praxis. |
| Mittel, die Kalium im Körper halten (z. B. ACE-Hemmer, Sartane, kaliumsparende Entwässerungsmittel) | Gras-Pulver kann Kalium liefern (siehe Tabelle). Zusammen mit diesen Mitteln oder bei Nierenerkrankung vorher ärztlich abklären. |
| Mittel, die die Abwehr dämpfen (Immunsuppressiva) | Wegen möglicher Keime rät das BfR Menschen mit geschwächter Abwehr, Gras-Präparate nur nach ärztlicher Rücksprache zu verzehren. |
| Andere Medikamente | Gezielte Studien zu Wechselwirkungen liegen uns nicht vor. Frag vorher in der Apotheke. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Apotheke oder Praxis.
Das BfR rät Schwangeren, Nahrungsergänzungsmittel aus getrockneten Gras- und Blattprodukten nur nach ärztlicher Rücksprache zu verzehren. Ob getrocknete Gras-Produkte ein Risiko durch Listerien bergen, lässt sich laut BfR mangels Daten nicht abschätzen.
Für Stillzeit und Kinder gibt es keine eigene Bewertung. Präparate dann nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
| Thema | Was gilt |
|---|---|
| Saft und Saftpulver aus den jungen Blättern | Laut Novel-Food-Katalog der EU kein neuartiges Lebensmittel (POL-NF-00409): als Lebensmittel erlaubt. |
| Junge Triebe, Wurzeln und Früchte | Laut Katalog in Nahrungsergänzungsmitteln nicht neuartig. |
| Gesundheitsangaben | Keine für Gerstengras. Die Angaben zu Gerste gelten für Beta-Glucane und Ballaststoffe aus dem Korn. |
| Allergen-Kennzeichnung | Gerste und Erzeugnisse daraus müssen in der Zutatenliste hervorgehoben werden. „Glutenfrei“ nur bei höchstens 20 mg Gluten pro kg. |
| Keime | Das BfR rät Schwangeren und Menschen mit geschwächter Abwehr, Gras-Präparate nur nach ärztlicher Rücksprache zu verzehren. |
Als Lebensmittel darf Gerstengras nicht mit Krankheiten oder mit Wirkungen beworben werden, die nicht zugelassen sind.
Das BZfE schreibt über Gersten- und Weizengras: kein Superfood. Hier steht, was hinter den verbreiteten Versprechen steckt – ohne Versprechen.
Eine Übersichtsarbeit (2026) wertete Labor-, Tier- und Humanstudien zu jungen Gerstenblättern aus. Die wenigen klinischen Studien deuten auf kleine Veränderungen bei Blutfett- und Zuckerwerten hin, waren aber meist klein und kurz. Die Autoren nennen die Daten vorläufig.
In einer Studie aus China (2025) bekamen Menschen mit zu hoher Harnsäure drei Monate lang ein Gerstengras-Präparat zusätzlich zu einem Ernährungsplan oder nur den Ernährungsplan. Ausgewertet wurden 74 von 90 Teilnehmenden. Mit Gerstengras lag die Harnsäure im Blut stärker unter dem Ausgangswert. Ein Scheinmittel gab es nicht, die Teilnehmenden wussten also, was sie bekamen.
Gras-Pulver wird oft als „basisch“ beworben. Der Körper hält den pH-Wert des Blutes aber selbst konstant, überschüssige Säuren scheiden Nieren und Lunge aus. Laut Verbraucherzentrale ist nicht belegt, dass eine dauerhafte „latente Azidose“ überhaupt Beschwerden auslöst.
Der grüne Blattfarbstoff wird gern als Grund für Gras-Pulver genannt. Was der Körper mit Chlorophyll aus dem Essen macht, ist laut BZfE kaum untersucht.
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
Eine belegte Wirkung gibt es nicht, die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. Laut einer Übersicht von 2026 sind die Studien am Menschen klein und kurz, die Daten vorläufig.
Das Gluten steckt im Korn, und Gerstengras wird vor der Kornbildung geerntet. 2015 wurde aber ein als „glutenfrei“ gekennzeichnetes Gerstengras-Pulver wegen Gluten zurückgerufen. Bei Zöliakie nur Produkte mit dem Hinweis „glutenfrei“ (höchstens 20 mg Gluten pro kg).
Eine amtliche Tagesmenge gibt es nicht. Üblich sind laut BZfE ein bis zwei gehäufte Teelöffel Pulver in Wasser – das ist keine Empfehlung.
Das größte bekannte Risiko sind Keime: In 4 von 11 amtlich untersuchten Gras-Präparaten steckten krankmachende E. coli. Schwangere und Menschen mit geschwächter Abwehr sollen solche Präparate laut BfR nur nach ärztlicher Rücksprache nehmen.
Der Körper hält den pH-Wert des Blutes selbst konstant. Dass eine dauerhafte „latente Azidose“ Beschwerden auslöst, ist laut Verbraucherzentrale nicht belegt.
Nur nach Rücksprache mit deiner Praxis. Der Vitamin-K-Gehalt ist nicht amtlich erfasst, und grünes Blattgemüse liefert laut DGE viel Vitamin K.
Gerstengras stammt von der Gerste, Weizengras vom Weizen. Beides sind junge Gräser vor der Ährenbildung, das BfR fasst Präparate aus beiden bei den Keim-Risiken zusammen.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.