Algenöl ist die vegane Quelle für die Omega-3-Fettsäure DHA, manche Öle liefern auch EPA. Für EPA und DHA gelten drei EU-Angaben ab 250 mg am Tag, und in einer Studie stiegen die DHA-Werte im Blut mit Algenöl so stark wie mit derselben Menge DHA aus Lachs. Schwangere und Stillende sollen laut DGE im Mittel mindestens 200 mg DHA am Tag aufnehmen. Stand: Oktober 2026.
Algenöl für Omega-3-Präparate stammt meist aus Schizochytrium. Diese Einzeller gelten im Handel als Mikroalgen, gehören biologisch aber zu den Netzschleimpilzen, die als pilzähnlich gelten (EU-Katalog für neuartige Lebensmittel).
Die meisten zugelassenen Öle liefern vor allem DHA, laut EU-Vorgaben mindestens 32 bis 35 % DHA. Ein eigenes Öl aus Schizochytrium enthält zusätzlich EPA, mindestens 10 % neben 15 % DHA. Welche Sorte drin ist, steht auf der Packung.
Welche Aussagen erlaubt sind, legt die EU fest. Sie gelten für EPA und DHA, egal aus welchem Öl. Drei davon im Wortlaut:
Die Herz-Angabe gilt bei einer Aufnahme von 250 mg EPA und DHA am Tag, die beiden DHA-Angaben bei 250 mg DHA am Tag. Zwei weitere zugelassene Angaben gelten erst ab 2 bis 3 g am Tag – deutlich mehr, als das BfR insgesamt empfiehlt. Wir zeigen sie deshalb nicht.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät, im Mittel nicht mehr als 1,5 g EPA und DHA am Tag aufzunehmen – aus allen Quellen zusammen, also Fisch, angereicherte Lebensmittel und Präparate.
Die EFSA hält 250 mg EPA und DHA am Tag für Erwachsene für angemessen (2010). Für Algenöle legt die EU je nach Sorte Höchstmengen in Nahrungsergänzungsmitteln fest. Die EFSA sieht bei DHA allein bis etwa 1 g am Tag und bei EPA und DHA zusammen bis 5 g keine Sicherheitsbedenken für Erwachsene.
| Öl | Höchstmenge pro Tag | Hinweise |
|---|---|---|
| Öl aus der Mikroalge Schizochytrium (mehrere Stämme) | meist 250 mg DHA, Schwangere und Stillende 450 mg DHA | Gehalt mindestens 32 bis 35 % DHA |
| Einzelne Schizochytrium-Stämme | bis 1 g DHA | Pflichthinweis: nicht für Kinder unter 3 Jahren |
| DHA- und EPA-reiches Öl aus Schizochytrium | 3 g DHA und EPA für Erwachsene, 450 mg für Schwangere und Stillende, 250 mg für Kinder von 18 Monaten bis 18 Jahren | mindestens 15 % DHA und 10 % EPA |
| Empfehlung aus allen Quellen | höchstens 1,5 g EPA und DHA im Mittel | BfR 2009 |
Quelle der Höchstmengen: EU-Liste der zugelassenen neuartigen Lebensmittel. Die Höchstmengen sind keine Empfehlung, eine amtliche Tagesmenge für Algenöl gibt es nicht.
Ob du überhaupt ein Präparat brauchst, klärst du am besten in der Praxis oder Apotheke. Wie du Omega-3 über das Essen bekommst, steht im Ratgeber Omega-3: Bedarf, Quellen, Algenöl und Fischöl.
Hast du Herzrhythmusstörungen oder Beschwerden mit einem Präparat, sprich mit deiner Praxis.
| Medikament oder Situation | Gut zu wissen |
|---|---|
| Gerinnungshemmer (zum Beispiel Phenprocoumon, Warfarin) | Bei höheren Mengen vorher ärztlich besprechen. Deine Praxis kontrolliert die Gerinnungswerte bei Bedarf. |
| Thrombozytenhemmer (zum Beispiel ASS, Clopidogrel) | Ebenfalls vorher Rücksprache halten. |
| Geplante Operation | Sag deiner Praxis vorher, dass du Omega-3-Präparate nimmst. |
| Andere Omega-3-Präparate | Fischöl, Krillöl und angereicherte Lebensmittel zählen zur BfR-Empfehlung von 1,5 g am Tag dazu. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Apotheke oder Praxis.
Schwangere und Stillende sollen laut DGE im Mittel mindestens 200 mg DHA am Tag aufnehmen. Das geht über ein- bis zweimal pro Woche fetten Seefisch. Wer keinen Fisch isst, soll in der Schwangerschaft DHA als Präparat nehmen (Netzwerk Gesund ins Leben). Die EFSA nennt für Schwangere 100 bis 200 mg DHA zusätzlich zu den 250 mg EPA und DHA für Erwachsene.
Für vegetarisch oder vegan lebende Schwangere ist Algenöl damit die naheliegende DHA-Quelle. Die EU-Zulassung erlaubt für Schwangere und Stillende je nach Öl bis 450 mg am Tag in Präparaten.
Für Kinder gelten bei manchen Ölen eigene Grenzen, einige sind erst ab 3 Jahren erlaubt. Präparate in Schwangerschaft und Stillzeit oder für Kinder nur nach Rücksprache mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
| Produkt | Status |
|---|---|
| Öle aus Schizochytrium (mehrere Stämme) | Zugelassene neuartige Lebensmittel, jedes Öl mit eigenen Höchstmengen. |
| Konzentrat als Ethylester aus Schizochytrium | Noch nicht zugelassen (EU-Katalog für neuartige Lebensmittel). |
| Öl aus Ulkenia | Zugelassen für bestimmte Lebensmittel wie Backwaren und Getränke, nicht für Nahrungsergänzung. |
| Gesundheitsangaben | Nur die Angaben für EPA und DHA, keine eigenen für Algenöl. |
Für dich heißt das: Algenöl-Präparate in der EU müssen eines der zugelassenen Öle enthalten und die Höchstmengen einhalten. Mit Krankheiten darf kein Präparat beworben werden.
Mythen-Check: Ist Algenöl ein vollwertiger Ersatz für Fisch? Was zeigen Studien – an wem, mit welchem Ergebnis?
In einer Studie (2008) mit 32 Erwachsenen bekamen alle zwei Wochen lang 600 mg DHA am Tag, aus Algenöl-Kapseln oder gegartem Lachs. Die DHA-Werte stiegen in beiden Gruppen gleich stark, im Blutplasma um etwa 80 % und in den roten Blutkörperchen um etwa 25 %.
Bei 165 Menschen, die lange vegan lebten, lag der Omega-3-Index im Mittel bei 3,7 %. 46 von ihnen mit niedrigen Werten nahmen vier Monate lang 254 mg DHA und EPA aus Algen am Tag, ihr Index stieg von 3,1 auf 4,8 % (Studie von 2015).
Eine Auswertung (2012) von 11 Studien mit 485 Gesunden fand mit im Mittel 1,7 g DHA aus Algenöl am Tag niedrigere Triglyceride, aber etwas höheres LDL- und HDL-Cholesterin. Was das für das Herz bedeutet, ist offen.
Sie liefern die Omega-3-Fettsäure ALA. Daraus bildet der Körper nur wenig DHA, wie viel hängt auch von den Genen ab (Netzwerk Gesund ins Leben). Als vegane Quelle für DHA selbst bleibt Algenöl.
Ein Cochrane-Review (2018) mit 70 Studien und rund 19.900 Frauen fand mit Omega-3 in der Schwangerschaft etwas seltener Frühgeburten. Die meisten Studien nutzten Fischöl, nicht Algenöl.
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
Algenöl liefert DHA und teils EPA. EPA und DHA tragen zu einer normalen Herzfunktion bei. Das gilt ab 250 mg am Tag, eine eigene Wirkung von Algenöl darüber hinaus ist nicht belegt.
In einer Studie stiegen die DHA-Werte mit 600 mg DHA aus Algenöl so stark wie mit derselben Menge aus Lachs. Viele Algenöle liefern aber vor allem DHA und wenig EPA, das zeigt die Packung.
Eine amtliche Menge für Algenöl gibt es nicht. Die EU-Angaben gelten ab 250 mg EPA und DHA am Tag, das BfR rät zu höchstens 1,5 g aus allen Quellen.
Schwangere sollen im Mittel mindestens 200 mg DHA am Tag aufnehmen. Wer keinen fetten Seefisch isst, soll DHA ergänzen – bei veganer Ernährung meist aus Algenöl, nach Rücksprache mit Praxis oder Hebamme.
Das Öl ja, die Kapselhülle nicht immer. Frag im Zweifel beim Hersteller nach.
Möglich sind Aufstoßen, Übelkeit oder Durchfall. Bei mehr als 1 g Omega-3 am Tag trat in Studien häufiger Vorhofflimmern auf, bei Gerinnungshemmern vorher ärztlich besprechen.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.