Eine belegte Wirkung hat Guggul nicht, auch nicht auf die Leber: Studien am Menschen dazu fehlen, und in der größten Studie mit 103 Erwachsenen (2003) stieg das LDL-Cholesterin mit Guggul leicht an, statt zu sinken. Leberschäden sind nach Mischpräparaten mit Guggul beschrieben, in einem Fall bis zur Lebertransplantation. Außerdem kann Guggul die Blutspiegel mancher Medikamente verändern, und die Pflanze gilt als vom Aussterben bedroht. Stand: Oktober 2026.
Guggul ist das Gummiharz eines Strauchs, Commiphora wightii, früher Commiphora mukul genannt. Er wächst wild vor allem in den trockenen Gebieten von Rajasthan und Gujarat in Indien und im angrenzenden Pakistan. Das Harz tritt aus, wenn die Rinde verletzt wird.
Myrrhe stammt von verwandten Arten derselben Gattung, mehr dazu unter Myrrhe. Nicht verwechseln: Als „Salai Guggul“ wird auch Indischer Weihrauch verkauft, eine ganz andere Pflanze, siehe Weihrauch.
Im Ayurveda wird Guggul seit langer Zeit genutzt, oft in Mischungen mit vielen anderen Kräutern. Als Nahrungsergänzung wird es vor allem mit Versprechen zu Cholesterin, Gewicht und Gelenken beworben. Als wichtigste Inhaltsstoffe gelten die Guggulsterone, viele Extrakte werden auf ihren Gehalt eingestellt.
Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN gilt die Art als vom Aussterben bedroht. Gründe sind laut einer Übersicht von 2026 die starke Nachfrage, das schädliche Anzapfen des Harzes, der Verlust von Lebensraum und dass sich die Pflanze in der Natur kaum vermehrt.
Für Guggul gibt es keine amtliche Tagesmenge und keine Höchstmenge, weder in Deutschland noch in der EU. Eine Bewertung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) ist uns nicht bekannt.
Auch eine EU-Monographie der Arzneimittelbehörde EMA gibt es für Guggul nach unserer Recherche nicht, nur für die verwandte Myrrhe.
Die Studien nutzten sehr unterschiedliche Extrakte. Mengen auf Packungen lassen sich deshalb nicht mit Studien vergleichen und sind keine geprüften Werte.
In der Tierstudie des US-Toxikologieprogramms wurde die Leber von Ratten schwerer, unter dem Mikroskop zeigten sich aber keine Schäden. Bemerkst du gelbe Haut oder Augen, dunklen Urin oder ungewohnte Übelkeit, setz das Präparat ab und lass dich ärztlich untersuchen.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Propranolol (Betablocker) und Diltiazem (Herz- und Blutdruckmittel) | In einer kleinen Studie mit gesunden Männern (1994) lagen die Blutspiegel beider Mittel nach einer Gabe Guggul deutlich niedriger. Die Mittel könnten dann schwächer wirken. Nur nach Rücksprache mit deiner Praxis. |
| Medikamente, die über Leberenzyme wie CYP3A4 oder CYP2C9 abgebaut werden – das sind viele | Im Labor und in Tierversuchen veränderten Guggul-Inhaltsstoffe die Aktivität dieser Enzyme. Das US-Toxikologieprogramm sieht deshalb ein erhöhtes Risiko für Wechselwirkungen. Frag in der Apotheke, ob deines dazugehört. |
| Hormonpräparate (zum Beispiel Pille, Hormonersatz, Behandlung bei Brustkrebs) | Im Labor aktivierten Guggulsterone Rezeptoren für Östrogen und Progesteron. Studien am Menschen fehlen, sprich vorher mit deiner Praxis. |
| Schilddrüsenhormone (zum Beispiel Levothyroxin) | Tierversuche und Einzelbeobachtungen deuten auf Einflüsse auf die Schilddrüse hin. Sprich vorher mit deiner Praxis. |
| Cholesterinsenker (zum Beispiel Statine) | Guggul ist kein Ersatz: In der größten Studie stieg das LDL-Cholesterin mit Guggul an. Setz verordnete Mittel nicht eigenmächtig ab. |
Studien zu Wechselwirkungen am Menschen gibt es kaum. Nimmst du Medikamente, sprich vor Guggul mit deiner Praxis oder Apotheke.
Zur Sicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine Daten. Im Labor aktivierten Guggulsterone Rezeptoren für Östrogen und Progesteron, und in einer Tierstudie sank die Zahl der Spermien bei männlichen Mäusen.
In Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kinderwunsch sowie für Kinder gehört Guggul deshalb nicht in Selbstversuche. Sprich vorher mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
Für Guggul gibt es keine Entscheidung der EU. Ob Präparate als Nahrungsergänzung verkauft werden dürfen, ist damit nicht geklärt.
| Thema | Was gilt |
|---|---|
| EU-Katalog für neuartige Lebensmittel | Kein Eintrag zu Commiphora wightii oder Commiphora mukul. Ob Guggul vor 1997 in der EU als Lebensmittel verzehrt wurde, ist dort nicht festgehalten. |
| EU-Liste zugelassener neuartiger Lebensmittel | Kein Eintrag, also keine Zulassung (Stand August 2026). |
| Stoffliste für Pflanzen (BVL, Deutschland) | Kein Eintrag. Die Liste ist eine Orientierungshilfe der Behörden und nicht rechtsverbindlich. |
| Italien | Das Harz steht in einem Entwurf der italienischen Pflanzenliste für Nahrungsergänzungsmittel von 2017, in den auch die gemeinsame Liste von Belgien, Frankreich und Italien eingeflossen ist. |
| EU-Schnellwarnsystem (RASFF) | Die Schweiz rief 2024 ein Nahrungsergänzungsmittel mit Extrakten aus Guggul und Bärentraubenblättern zurück, weil Guggulsterone dort nicht zugelassen sind. Meldungen aus EU-Ländern sind uns nicht bekannt. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Angaben zu Pflanzen stehen bei der EU „on hold“. |
| Arzneimittel | Keine EU-Monographie der EMA gefunden. In Indien ist Guggul ein gängiges Mittel des Ayurveda. |
Ein fehlender Eintrag heißt nicht, dass Guggul erlaubt ist. Der Hersteller muss belegen können, dass sein Produkt verkehrsfähig ist. Als Lebensmittel darf Guggul nicht mit Krankheiten beworben werden.
Hier steht, was untersucht wurde, an wem und mit welchem Ergebnis – ohne Versprechen. Viele Arbeiten zu Guggul sind Labor- und Tierstudien. Wie es um andere Ayurveda-Pflanzen steht, liest du unter Ashwagandha und Triphala.
103 Erwachsene mit zu hohem Cholesterin nahmen 8 Wochen lang einen Guggul-Extrakt in zwei Mengen oder Placebo. Mit Placebo sank das LDL-Cholesterin um 5 Prozent, mit Guggul stieg es um 4 bis 5 Prozent. Die übrigen Blutfette unterschieden sich nicht.
43 Erwachsene nahmen 12 Wochen lang ein Guggul-Präparat oder Placebo, 34 wurden ausgewertet. Gesamtcholesterin und HDL-Cholesterin lagen mit Guggul niedriger, LDL-Cholesterin und Triglyceride nicht. Die Autoren halten die Bedeutung für unklar.
Studien am Menschen, die einen Leber-Nutzen zeigen, gibt es nach unserer Recherche nicht. Im Labor hemmen Guggulsterone einen Rezeptor für Gallensäuren, daher stammt die Idee zu Cholesterin und Leber. Gut dokumentiert sind dagegen Leberschäden nach Mischpräparaten mit Guggul.
Guggul steckt oft in Mitteln zum Abnehmen, meist zusammen mit anderen Extrakten. Aussagekräftige Studien zu Guggul allein liegen nach unserer Recherche nicht vor. Beschrieben sind dagegen schwere Leberschäden nach solchen Mischprodukten.
Große, unabhängige Studien über lange Zeit fehlen. Die Extrakte unterscheiden sich stark, und viele Produkte enthalten Guggul nur als einen von vielen Bestandteilen.
Ein Leber-Nutzen ist nicht belegt, Studien am Menschen dazu fehlen. Beschrieben sind dagegen Leberschäden nach Mischpräparaten mit Guggul, in einem Fall bis zur Lebertransplantation.
Am häufigsten beschrieben sind Hautausschlag und leichte Bauchbeschwerden: In der größten Studie bekamen 6 von 67 Menschen mit Guggul einen Ausschlag. Selten sind Leberschäden nach Mischpräparaten beschrieben.
Eine belegte Wirkung gibt es nicht, die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen. In der größten Studie mit 103 Erwachsenen stieg das LDL-Cholesterin mit Guggul sogar leicht an.
Nur nach Rücksprache mit Praxis oder Apotheke. In einer Studie lagen die Blutspiegel von Propranolol und Diltiazem mit Guggul niedriger, und im Labor verändert Guggul viele Leberenzyme, die Medikamente abbauen.
Das ist nicht geklärt. Im EU-Katalog für neuartige Lebensmittel und in der deutschen Stoffliste gibt es keinen Eintrag, Italien führt das Harz in einem Entwurf seiner Pflanzenliste.
Nein, aber verwandt: Beide sind Harze von Pflanzen der Gattung Commiphora. Als „Salai Guggul“ wird zudem Indischer Weihrauch verkauft, eine andere Pflanze.
Daten zur Sicherheit fehlen, und im Labor aktivierten Guggulsterone Rezeptoren für Geschlechtshormone. Sprich vorher mit Ärztin, Arzt oder Hebamme.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.