Eine belegte Wirkung hat Polygala tenuifolia nicht: Die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen, und Gedächtnistests wurden nur in zwei kleinen Studien einer Forschungsgruppe aus Korea von 2009 untersucht, die größere mit 53 älteren Menschen. Die Wurzel und ihr alkoholischer Extrakt gelten in Nahrungsergänzungsmitteln der EU als nicht neuartig, in Japan gibt es rezeptfreie Arzneimittel daraus. Die Saponine der Wurzel können Hals, Magen und Darm reizen, und für Schwangerschaft und Stillzeit fehlen Daten. Stand: Oktober 2026.
Polygala tenuifolia ist eine Kreuzblume, die in China, Korea und Russland wächst. Verwendet wird die getrocknete Wurzel: In der chinesischen Medizin heißt sie Yuan Zhi, in Japan Onji. Das chinesische und das japanische Arzneibuch führen sie.
Traditionell gilt sie als beruhigend und wird bei Husten verwendet. In Japan steckt sie in mehreren Kampo-Rezepturen, also Mischungen der japanischen Pflanzenheilkunde.
Als wichtige Inhaltsstoffe gelten Saponine wie Tenuifolin, außerdem Xanthone und Zuckerester. Die Werbung nennt vor allem Gedächtnis und Konzentration. Andere Pflanzen, die mit dem Gedächtnis beworben werden, findest du unter Bacopa und Ginkgo.
Eine amtliche Tagesmenge für Nahrungsergänzungsmittel mit Polygala gibt es in der EU nicht. Auch zu Tageszeit und Dauer gibt es keine Empfehlung einer Behörde.
Die Studien in Korea nutzten einen bestimmten Wurzelextrakt, in der Sicherheitsstudie mit Jugendlichen 300 mg am Tag über 12 Wochen. Das sind Studienbedingungen, kein Rat. Die rezeptfreien Arzneimittel in Japan nennen Menge und Dauer in ihrer Packungsbeilage, für Nahrungsergänzungsmittel gelten diese Angaben nicht.
Gute Daten zur Sicherheit am Menschen gibt es kaum. Als Hauptgrund für Nebenwirkungen gelten die Saponine der Wurzel.
Zum Vergleich: Die verwandte Senegawurzel (Polygala senega) ist in Deutschland eine Arzneipflanze bei Husten. Laut Kommission E kann sie bei längerer Anwendung Magen und Darm reizen. Bekommst du unter einem Präparat Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen, setz es ab und frag in der Praxis.
| Medikament | Gut zu wissen |
|---|---|
| Beruhigungs- und Schlafmittel | Die Wurzel gilt traditionell als beruhigend, in Tierversuchen wirkte sie dämpfend. Studien zu Wechselwirkungen am Menschen gibt es nach unserer Recherche nicht. Sprich die Kombination vorher mit der Praxis ab. |
| Antidepressiva und andere Psychopharmaka | Laborstudien untersuchen Einflüsse auf Botenstoffe im Gehirn. Ob das zu Wechselwirkungen führt, ist nicht untersucht. Nicht ohne ärztliche Rücksprache kombinieren. |
| Medikamente allgemein | Systematische Studien fehlen. Frag vor einem Präparat in der Apotheke, ob es zu deinen Medikamenten passt. |
Nimmst du regelmäßig Medikamente, frag vor einem Präparat in der Apotheke oder Praxis.
Zu Schwangerschaft und Stillzeit gibt es keine Studien und keine behördliche Bewertung. Eine Übersichtsarbeit (2024) nennt unter den in der Fachliteratur beschriebenen Wirkungen auch ein Zusammenziehen der Gebärmutter.
Verzichte in Schwangerschaft und Stillzeit ohne ärztlichen Rat auf Präparate. Für Kinder gilt: nur nach Rücksprache mit der Kinderarztpraxis.
| Thema | Was gilt |
|---|---|
| EU: Lebensmittel | Wurzel und ihr alkoholischer Extrakt sind in Nahrungsergänzungsmitteln kein neuartiges Lebensmittel (Novel-Food-Katalog, POL-NF-11263, Eintrag von 2024 nach Angaben aus Dänemark und Belgien). Andere Pflanzenteile und Verwendungen deckt der Eintrag nicht ab. |
| Frankreich | Die Wurzel steht auf der Liste der Pflanzen, die in Nahrungsergänzungsmitteln verwendet werden dürfen. |
| Deutschland | Die Stoffliste von Bund und Ländern führt Polygala tenuifolia nicht, nur die verwandte Senegawurzel. |
| Japan | Die Wurzel steht im japanischen Arzneibuch. Seit 2017 gibt es rezeptfreie Arzneimittel mit dem Anwendungsgebiet „Besserung der Vergesslichkeit ab dem mittleren Alter“. In der Werbung ist dort ein Hinweis Pflicht, dass die Mittel keine Demenz-Arzneimittel sind. |
| Gesundheitsangaben | Keine zugelassen. Werbung mit Gedächtnis oder Konzentration ist keine geprüfte Aussage. |
2017 rügte das japanische Gesundheitsministerium Werbung für solche Mittel, die mit neuen Nervenzellen oder zurückgeholten Erinnerungen warb. Das ging über das zugelassene Anwendungsgebiet hinaus.
Mythen-Check: Was stimmt an verbreiteten Aussagen zu Polygala – und was zeigen Studien an Menschen?
53 ältere Menschen in Korea nahmen einen Wurzelextrakt oder ein Placebo (2009). In der Extrakt-Gruppe stiegen die Werte in einer Reihe von Gedächtnistests stärker als mit Placebo. Die Studie ist klein, und andere Forschungsgruppen haben das Ergebnis nach unserer Recherche nicht wiederholt.
Gesunde Erwachsene nahmen 4 Wochen lang dreimal täglich Kapseln mit demselben Extrakt oder ein Placebo (2009). Sofortiges Erinnern einer Wortliste fiel in der Extrakt-Gruppe besser aus. In beiden Gruppen stiegen die meisten Testwerte, wie viele teilnahmen, nennt die Zusammenfassung nicht.
Die vielen Arbeiten zu Alzheimer stammen aus Labor und Tierversuchen (Übersichten 2024). Studien an Menschen mit Demenz gibt es nach unserer Recherche nicht. In Japan dürfen die Arzneimittel ausdrücklich nicht mit Demenz beworben werden.
Traditionell gilt die Wurzel als beruhigend. Die Belege dafür stammen aus Tierversuchen, Studien am Menschen gibt es nach unserer Recherche nicht.
Fazit: Die Studienlage am Menschen ist sehr dünn. Wer Gedächtnisprobleme bemerkt, sollte sie ärztlich abklären lassen, statt sie mit einem Präparat zu überdecken.
Supplement-Tracker: Einnahme planen und abhaken
Eine belegte Wirkung gibt es nicht. Die EU hat keine Gesundheitsangabe zugelassen, Gedächtnistests gibt es nur aus zwei kleinen Studien aus Korea von 2009.
Der chinesische Name der getrockneten Wurzel von Polygala tenuifolia. In Japan heißt sie Onji und steht dort im Arzneibuch.
Ja, in Nahrungsergänzungsmitteln gelten die Wurzel und ihr alkoholischer Extrakt laut Novel-Food-Katalog als nicht neuartig. Andere Pflanzenteile deckt der Eintrag nicht ab.
Die Saponine der Wurzel können Hals, Magen und Darm reizen. Genannt werden Halsreizung, Erbrechen und ein aufgeblähter Bauch, vor allem bei großen Mengen.
In zwei kleinen Studien einer Forschungsgruppe aus Korea schnitten Menschen mit einem Extrakt in einzelnen Tests besser ab. Unabhängige Wiederholungen gibt es nach unserer Recherche nicht.
Eine amtliche Tagesmenge gibt es in der EU nicht. In einer Sicherheitsstudie bekamen Jugendliche 300 mg eines Extrakts am Tag – das sind Studienbedingungen, kein Rat.
Dazu gibt es keine Daten. Verzichte in Schwangerschaft und Stillzeit ohne ärztlichen Rat auf Präparate.
Diese Seite informiert, sie ersetzt keine ärztliche Beratung. SmarTasty verkauft keine Nahrungsergänzungsmittel.